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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-11128
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1112/


Mühlsiegl, Reiner

Entwicklung von teilautonomen Gruppen in ausgewählten Forstbetrieben

Development of partially autonomous working groups in forestry

Dokument1.pdf (745 KB) (md5sum: 1dd64653bb9fe1aead0b747c4bd9c3e4)

Kurzfassung in Deutsch

In vielen Forstbetrieben wird die Neuorganisation der Waldarbeit erforderlich, weil sich die wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen für die Durchführung von Betriebsarbeiten verändert haben und sich auch weiter verändern werden. Besonders die Verringerung der Zahl der Waldarbeiter führt in vielen Fällen zu grundlegenden Umstruk-turierungsanforderungen, da die traditionelle Arbeitsorganisation der Waldarbeit in Gruppen, die jeweils in einem Forstrevier arbeiten, immer weniger realisierbar ist. In immer mehr Betrieben werden Entwicklungsprozesse eingeleitet, die auf teilautonome Gruppenarbeit gerichtet sind. Viele Initiatoren von Gruppenentwicklungsprozessen beziehen sich auf den soziotechnischen Systemansatz, der teilautonomer Gruppenarbeit zugrunde liegt. Es wurde aber bislang nicht geprüft, ob die darauf basierenden Kriterien teilautonomer Gruppenarbeit realisiert werden.
Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts in Rheinland-Pfalz, bei dem teilautonome Gruppenarbeit in neun Arbeitsgruppen nach dem Interventionsprogramm „das Starke TEAM“ eingeführt werden sollte, konnte von Beginn an der Prozess und sein Erfolg wissenschaftlich begleitet und bewertet werden. Auf der Grundlage des soziotechni-schen Systemansatzes, des Job Characteristics Model und an individuellen Zielen von Arbeitsgruppen wurde untersucht, welche Auswirkungen teilautonome Gruppenarbeit auf motivationsbezogene Einstellungen der Betroffenen hat, ob die gewünschten Wirkungen des eingesetzten Interventionsprogramms eintreten und ob die Arbeitsgruppen ihre arbeitsbezogenen Ziele im Rahmen des Einführungsprozesses erreichen.
Um den weitreichenden Fragen gerecht zu werden, wurden verschiedene Methoden eingesetzt. Zur Erhebung personenbezogener Informationen wurden teilstandardisierte Interviews durchgeführt. Mit einer systematischen diagnostischen Methode zur Arbeitsana-lyse, dem Job Diagnostic Survey, wurden Veränderungen motivationsbezogener Einstel-lungsvariablen untersucht. Zur Bewertung des Erfolgs des Interventionsprogramms wurde ein sogenannter Gruppen-Reifetest durchgeführt. Das Erreichen der Gruppenziele wurde mit einem moderierten Verfahren, dem Goal Attainment Scaling, geprüft.
Die Analyse der erhobenen Daten lässt den Schluss zu, dass sich die Wahrnehmung motivationsbezogener Einstellungsvariablen für die an der Untersuchung beteiligten Forstwirte im Verlauf der Gruppenentwicklung deutlich verbessert hat. Für die Revierlei-ter, als direkte Vorgesetzte der Forstwirte, zeigt sich kaum eine Veränderung im Projekt-verlauf. Allgemein zeigen Forstwirte und Revierleiter eine vergleichsweise hohe Zufrie-denheit mit ihrer Arbeitssituation. Das Interventionsprogramm „das Starke TEAM“ hat nach Einschätzungen von Forstwirten und Revierleitern insbesondere zur Verbesserung von Kommunikation und Information geführt. In nahezu allen beobachteten Fällen wurde dies vor allem in der Phase der Prozesse erzielt, die intensiv von externen Moderatoren begleitet wurde. Zudem erreichen alle Gruppen die von ihnen selbst gesteckten Ziele.
Mit allen drei Methoden, Job Diagnostic Survey, Gruppen-Reifetest, Goal Attainment Scaling, wurden zu Projektbeginn deutliche Defizite bei Kommunikation und Information festgestellt. Im Verlauf des Entwicklungsprozesses wurde besonders von den Forstwirten eine deutliche Verbesserung der Situation wahrgenommen.
Aus diesen Ergebnissen kann gefolgert werden, dass mit dem Interventionsprogramm „das Starke TEAM“ die Kriterien teilautonomer Gruppenarbeit weitgehend erreicht werden können. Die hier verwendeten Methoden sind zudem geeignet, auch in anderen Gruppen-entwicklungsprozessen zu untersuchen, ob und in welchem Ausmaß die dort postulierten, auf Organisation und Zusammenarbeit gerichteten Ziele erreicht werden.


Kurzfassung in Englisch

In many German forest enterprises redesign of work organization is necessary because the economical and technical conditions for forest work recently have changed dramatically and will continue to change. Especially reduced numbers of forest workers (more and more forest districts do not employ forest workers any more) are leading in many cases to fundamental needs of change since the traditional organization of forest work in groups is becoming less appropriate. Therefore processes are introduced which are aiming at partially autonomous working groups. Until now, it has not been studied whether the criteria of partially autonomous group work have been realized.
In Rhineland-Palatinate partially autonomous group work has been introduced in nine working groups according to an intervention program “the Strong TEAM”. Within a research and developing project the process and its results have been studied.
Based on the socio-technical system approach, which many initiators of group developing processes refer to as their theoretical background, it was evaluated which effects partially autonomous group work had on the motivation of the group members, if the desired results of the intervention program have been reached and if the working groups realized their work related goals within the frame of the implementation process.
Various methods were used during the evaluation: To obtain person related information partially standardized interviews were carried out. Changes of motivation were examined with a systematic job analysis, the “Job Diagnostic Survey”. The success of the interven-tion program was evaluated with the so called “Group-Maturity-Test”. A moderated method, “Goal Attainment Scaling”, was used in order to see if the working groups had reached their work related goals.
In general, compared to other professions, forest workers and rangers exhibit a high level of job satisfaction. The data from the analyses lead to the conclusion that the awareness of the participating forest workers of group processes has noticeably increased. For the foresters as direct supervisors on the other hand no obvious changes could be found.
Clear deficiencies in communication and information have been determined at the project start with all three methods “ Job Diagnostic Survey“, “Group-Maturity-Test”, and „Goal Attainment Scaling“.
According to the perception of the forest workers and foresters, the intervention program led to an improvement in communication and information especially on the level of the forest workers. All working groups reached their own goals of group development. Improvement was mainly observed in the project phases where the working groups were in direct contact with the external moderators.
The project results are leading to the conclusion that the consequences of partially autonomous group work introduced with the intervention program “the Strong TEAM” will be far reaching. The methods used can also be implemented in other group work developing processes in order to verify whether at all, or to what extent organizational and co-operational goals of an intervention have been achieved.


SWD-Schlagwörter: Arbeitsorganisation , Teamwork , Forstarbeit
Freie Schlagwörter (deutsch): Forstwirtschaft , Job Diagnostic Survey , Goal Attainment Scaling
Freie Schlagwörter (englisch): Work organisation , Teamwork , Forest work , Job Diagnostic Survey , Goal Attainment Scaling
Institut: Inst. f. Forstbenutzung u. Forstliche Arbeitswiss.
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Land- und Forstwirtschaft, Veterinärmedizin
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Lewark, Siegfried (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.06.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 02.02.2004
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