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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-11304
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1130/


Eberwein, Philipp

Genotypisierung des humanen Polyomavirus JC in Korea und Australien sowie erste Hinweise auf eine Infektion des Auges

Genotyping of JC-Virus in Korea and Australia and first evidence of an infection of the eye

Dokument1.pdf (23.383 KB) (md5sum: e5b7dc5b25019da11a47254452c54d4e)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorgelegte Arbeit hat zwei Schwerpunkte, deren Gemeinsamkeit die Genotypisierung des JCV darstellt. Zum einen die Ergänzung der JCV-Epidemiologie in Korea und Australien. Zum anderen der Nachweis von JCV-, CMV- und HIV-DNA in Paraffinschnitten von Augen an HIV verstorbener Patienten, dessen Grundlage die Optimierung eines Verfahrens zur Extraktion sehr geringer Mengen von DNA aus Paraffinschnitten darstellt.
Unsere Untersuchungen zur Verteilung der JCV-Genotypen in Korea weisen auf zwei Ursprünge der Bevölkerung Koreas hin. Zum einen der Typ 7 tragende Bevölkerungsteil, dessen Ursprung wahrscheinlich in Nordchina liegt. Zum anderen die Typ 2A tragende Bevölkerung Koreas, die vermutlich von Norden her zunächst nach Japan und von dort auf die koreanische Halbinsel eingewandert ist.
In der Pazifikregion wurden bislang die Genotypen 8A, 8B, 2E und 7A nachgewiesen, die möglicherweise durch aufeinander folgende Einwanderungswellen verbreitet wurden (vgl. Abb.3.4, S48). Wir konnten bei Aborigines in Nordaustralien neben Typ 2E erstmals Typ 2A in der Pazifikregion nachweisen, ein Genotyp, der in Korea und Japan und auch bei den „Native Americans“ der USA zu finden ist. Zudem besteht eine enge, phylogenetisch nachgewiesene, Verwandtschaft zwischen Typ 2E und 2A. Diese beiden Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass die Aborigines in Nordaustralien aus einer nordostasiatischen Volksgruppe hervorgegangen sind, wie dies auch für die Japaner und einen Teil der Koreaner angenommen wird. Die in nachgewiesenen Typ 1 und Typ 4 sind wahrscheinlich von der weißen Bevölkerung Australiens „importiert“ und dann auf die Ureinwohner Australiens übertragen worden.
Die Untersuchung der Augen von HIV-Patienten konnte erstmals DNA des JCV in Augengewebe HIV-positiver Patienten nachweisen. DNA des JC-Virus konnte in 32%, provirale DNA des HIV in 9% und CMV-DNA in 55% nachgewiesen werden. Die in den Augen gefundenen JCV-Geno-typen entsprachen im Wesentlichen der ethnischen Zugehörigkeit der Patienten. Im Vergleich mit einem Patientenkollektiv ohne HIV-Erkrankung fand sich JC-Virus signifikant häufiger (p<0,05) in den Augen von Patienten mit AIDS (32% zu 5% bei den Kontrollaugen). In welcher Weise JCV an der Pathogenese der CMV- oder HIV-Retinopathie beteiligt ist, bedarf noch weiterer Untersuchungen. Hier könnten die situ-PCR oder immunhisto-chemische Verfahren mit speziellen Antikörpern eingesetzt werden, um die Lokalisation des Virus im Auge zu klären.


Kurzfassung in Englisch

Two main interests were investigated in this work. Both were linked by the genotyping of JC-Virus. In the first part the worldwide JCV-epidemiology should be completed in Korea and Australia. Two possible origins of the Korean people could be identified. One type 7 carrying part of the population, whose origin probably can be localised in Northern China and one type 2A carrying part of the population that probably moved into the country directly from the North or by the Japanese island.
In the Pacific region type 8A, 8B, 2E and 7A have been identified so far which might represent consecutive waves of migration from the Asian continent into the Pacific region. In our study we could show for the first time that type 2A can be found among an Aborigines population in Northern Australia. Type 2A is usually found in Northern Asia and among Native Americans in the USA. These results suggest a possible relationship between the Aborigines in Northern Australia and people living in Northeastern Asia. We could also show type 1 and 4 among the Aborigines, which have probably been imported by the white European population of Australia.
In the second part of our work we investigated by PCR whether DNA of JCV, CMV and HIV was detectable in paraffin embedded eyes of AIDS patients with a clinical history of CMV-retinitis. From a total of 65 eyes, JCV was detected in 21 (32%). 36 (55%) were positive for CMV and 6 (9%) for proviral DNA of HIV. JCV and CMV were found together in 13 eyes, JCV and HIV in 3 eyes, CMV and HIV in 1 eye and DNA from all three viruses in 1 eye. The JCV genotypes were Types 1A, 2A, 2E, 3 and 4. In 21 control eyes of patients without AIDS only one sample was JCV-positive. In conclusion, JCV-DNA of JCV can be detected in ocular tissue of AIDS patients at a significantly higher level than in control eyes of non-immunosuppressed patients. Further investigations will help to decide if JCV contributes to the retinopathy caused by CMV and HIV.


SWD-Schlagwörter: Polyoma-Virus , HIV-Infektion , HIV , Cytomegalie , Genotyp , Auge , Progressive multifokale Leukoenzephalopathie , AIDS
Freie Schlagwörter (deutsch): JC-Virus , JCV , humanes Polyomavirus , Genotypisierung
Freie Schlagwörter (englisch): JC-Virus , Genotyping , human polyomavirus
Institut: Univ.-Augenklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Hansen, Lutz-Lothar (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.11.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 02.02.2004
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