Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-15083
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1508/


Lahanas, Alexandros

Ein Keramikdepot aus Archanes und seine Bedeutung für die Entwicklung der mittelminoischen Keramik

A pottery deposit from Archanes and its significance for the development of the Middle Minoan pottery

Dokument1.pdf (10.285 KB) (md5sum: c8944ee6edc8db33a1be2de830eff084)

Kurzfassung in Deutsch

Der Friedhof auf dem Phourni-Hügel stellt eine der wichtigsten minoischen Grabstätten dar. Seine besondere Bedeutung liegt in der Vielfalt der insgesamt 26 sepulkralen, profanen oder kultischen Bauten, welche seine Bezeichnung als Nekropole rechtfertigen sowie in dem Reichtum der aufgefundenen Grabbeigaben und den mannigfaltigen Hinweisen auf die minoischen Bestattungssitten,vor allem aber in seiner tausendjährigen, ununterbrochenen Benutzung während der gesamten Bronzezeit Kretas
In einem schmalen Raum der Nekropole kam 1971 das Keramikdepot ans Licht, ein wertvoller Fund sowohl für die Untersuchung der Nachbestattungrituale und des Totenkultes als auch für die Studie der mittelminoischen Keramik. Die wesentliche Bedeutung des Fundes beruht auf der Fülle der Tongefäße, des langen Zeitraums der Niederlegungen, die ununterbrochen von der ausgehenden Vorpalast- bis zum Ende der Altpalastzeit durchgeführt wurden, und vor allem in der zuverlässigen Schichtenabfolge, die die maßgebliche Stiluntersuchung des Keramikfundes sichert.
Primärziel der vorliegenden Studie ist die ausführliche Präsentation und Auswertung des Materials. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Aspekt der relativen Chronologie und darüberhinaus in der Klärung der Keramikentwicklung in Nordzentralkreta von MM IA bis MM II, die bis jetzt nur mittels der meistens gestörten oder stratigraphisch unzuverlässigen Kontexten aus Knossos erstellt wurde.
In Kap. I, A wird die bauliche Substanz des Raumes, d.h. Größe, Mauerwerk, Eingang und Vorrichtungen (z.B. Wasserableitung), dargelegt. Weiterhin werden die angenommenen Einstürze der Stützmauer untersucht, die die stratigraphischen Kontexte des Depots beeinflussten; im Folgenden wird die relative Datierung des Benutzungsbeginns des Raumes in Zusammenhang mit der Gründung der benachbarten Grabmonumente vorgenommen. In Kap. I, B erfolgt die Gliederung des Rauminhalts nach vier aufeinander folgenden Schichten, die jeweils aus möglichst einheitlichen und zeitlich geschlossenen Fundablagerungen bestehen sowie zwei zusätzlichen, gestörten Oberflächen-Schuttlagen; ebenfalls wird die Abgrenzung zwischen den Strata geklärt und der Fundinventar jeder einzelnen Schicht erwähnt. Anschließend wird in Kap. I, C die Funktion des Raumes im Rahmen des Totenkultes und der minoischen Jenseitsvorstellungen eingehend dargelegt und zahlreiche Vergleiche zu anderen minoischen Grabstätten gezogen.
Das Kap. II, A befaßt sich im Rahmen einer forschungsgeschichtlichen Annäherung mit den verschiedenen, relativchronologischen Klassifikationssystemen der mittelminoischen Keramik. Im Depot selbst wurden anhand der keramischen Stilentwicklung drei chronologische Perioden - MM IA/MM IB/MM II - festgestellt; MM IA läßt sich sogar in eine frühere und eine spätere Phase einteilen.Der Depotbefund befürwortet die Klassifikation Walbergs, im Gegensatz zu der Phaseneinteilung von Evans.
In Kap. II, B erfolgt die Erörterung der Problematik der auf naturwissenschaftlichen Methoden beruhenden ‘neuen Chronologie’ der SM-Zeit. Aufgrund der archäologischen Gegebenheiten ist nicht auszuschließen, daß sich die hohen Datierungen der ‘neuen Chronologie’ bis ins Mittelminoikum erstrecken. In Kap. III werden die technischen Merkmale behandelt, die auf die verschiedenen Keramikgattungen sowie die Formgebung, die Oberflächenbehanlung und die Malfarben der Tongefäße hinweisen.
Kap. IV ist der analytischen Darlegung der festgestellten Gefäßformen und der jeweiligen Typologie gewidmet; dazu wird bei jeder Form ihre Entwicklungsgeschichte präsentiert. Kap. V weist auf den Charakter der untersuchten Keramik hin und es wird festgestellt, daß ein großer Teil der Tongefäße, d.h. die Miniaturformen, die großformatigen Tassen oder die außer-gewöhnlichen Gefäßtypen vor ihrer Niederlegung keine Verwendung im alltäglichen Leben fanden und speziell für die Benutzung in Kult- oder Bestattungsritualen hergestellt wurden.
Während in Kap. VI die umfangreiche, dekorative Thematik der MM IA-IB-Keramik des Depots dargestellt wird, befaßt sich Kap. VII ausführlich mit der Stilentwicklung der Keramik - in Bezug auf die Typologie, die Dekoration und die Herstellungstechniken - von FM III bis MM II. In Kap. VIII erfolgt ein Vergleich zwischen dem Depotkeramik und den anderen zeitgleichen Keramikgruppen aus allen kretischen Gebieten. Kap. IX beinhaltet die Dokumentation der spärlichen außerkeramischen Artefakte
In einem separaten Teil wird das gesamte Depotinventar in zwei Fundgruppen (Keramik und andersartige Funde) aufgeteilt und katalogartig erfaßt (Katalog der Funde). Das Keramikmaterial erfährt eine weitere Untergliederung nach Formen, Datierung und Typen. Zur Vollendung der vorliegenden Studie werden schließlich zwei statistische Tabellen (Typen- und Formenstatistik) vorgelegt, die sich sehr hilfreich für die Dokumentation der Keramikentwicklung erweisen, sowie eine Konkordanz mit den Katalog- bzw. den HM-Inventarnummern der behandelten Funde.


Kurzfassung in Englisch

Table of Contents

1. Preface
2. Abbrevations
3. Bibliography
4. Introduction
5. The Deposit
6. Relative and absolute Chronology
7. Forming and Painting Techniques
8. Forms and typological Development
9. Character of the Pottery
10. Decoration
11. Stylistic Evidence of the MM IA-MM II Pottery
12. The Archanes Deposit in relation with the other Cretan Pottery Groups
13. Various Finds
14. Conclusions
15. Catalogue
16. Statistical Tables
17. List of Concordances
18. Tables


SWD-Schlagwörter: Keramik , Tasse , Dekoration
Freie Schlagwörter (englisch): pottery , cup , typology
Institut: Archäologisches Institut
Fakultät: Philosophische Fakultät I (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Alte Geschichte, Archäologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Niemeier, Wolf-Dietrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.12.1993
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 11.11.2004
Indexliste