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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-15803
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1580/


Slavicek, David Jan

Die syrisch-irakischen Beziehungen nach dem Zweiten Golfkrieg : das Rapprochement ab 1997 im Lichte drittweltstaatlicher Aussenpolitik

Syrian-Iraqi relations after the Second Gulf War : the rapprochement from 1997 in the context of Third World foreign politics

Dokument1.pdf (1.336 KB) (md5sum: 7b2c623c4d55645538cf4930d2c4fe0f)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorliegende Arbeit untersucht den syrisch-irakischen Wiederannäherungsprozess der späten 90er Jahre nach der fast gänzlichen Inexistenz von bilateralen Kontakten seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen im Jahre 1980. Das Rapprochement wird dabei im Kontext des nahöstlich-arabischen Regionalsystems nach dem Zweiten Golfkrieg sowie im Lichte drittweltstaatlicher Außenpolitik verortet. Das drittwelttheoretische Konzept des omnibalancing und die ihm zugrunde liegende raison de régime erklären die proaktive Außenpolitik des Irak gegenüber seinem traditionellen Ba'th-Kontrahenten Syrien. Dagegen erklären das neorealistische Konzept des balancing against threats und seine raison d'état die eher reaktive Außenpolitik des Damaszener Regimes gegenüber Bagdad. Vor dem Hintergrund der Uno-Sanktionen erlitt das Regime Husayn eine Einschränkung seiner Autonomie, Effektivität und Legitimität, weshalb es durch zunehmend interne Opposition in seinem Bestehen real gefährdet war. Andererseits dominierten externe Gefahrenpotenziale die außenpolitische Perzeption des Regime Asad, namentlich die 1996 gescheiterten Friedensgespräche mit Israel, die Offenlegung der türkisch-israelischen Militärallianz sowie der hydropolitische Streit mit der Türkei über die Aufteilung des Euphrat-Wassers. Während der Irak nach dem Zweiten Golfkrieg in ein prätorianisches Stadium der Regimestabilisierung zurückfiel, konnte Syrien seinen bonapartistischen Charakter weiter konsolidieren. Dem irakischen Regime diente das Rapprochement der drittweltstaatlichen Neutralisierung interner Gefahrenpotenziale, dem syrischen Staat wiederum der geopolitischen Befreiung aus einer türkisch-israelischen Umklammerung.


Kurzfassung in Englisch

The proposed work analyzes the rapprochement between Syria and Iraq in the late 90s after the virtual inexistence of bilateral contacts since the rupture of diplomatic relations in 1980. This process of renewed cooperation is contextualized within the theory of Third World international relations as well as the regional system of the Arab Middle East after the Second Gulf War. The Third World concept of omnibalancing and its inherent raison de régime explain the proactive Iraqi stance toward its long-time Ba'thi antagonist Syria, whereas the neorealist concepts of balancing against threats and raison d'état explain the reserved, yet nonetheless constant responses of the Asad regime. The imposition of UN-sanctions led to the deterioration of the Iraqi regime's autonomy, efficacy and legitimacy and consequently to an increase of sedition, thus posing a real menace to the elite's survival. In contrast, external threats prevailed in the perception of the Syrian elite, namely the failed peace negotiations with Israel in 1996, the disclosure of the Turkish-Israeli military alliance and the hydropolitical conflict with Turkey over the division of water in the Euphrates basin. After the Second Gulf War, Iraq relapsed into a praetorian stage of regime-stabilization, while Syria underwent a further consolidation of its Bonapartism. As a result of this, the rapprochement served the Iraqi regime to neutralize internal threats and the Syrian state to escape eastward from a Turkish-Israeli pincers-movement.


SWD-Schlagwörter: Syrien , Irak , Entwicklungsländer , Internationale Politik , Golfkrieg <1990-1991> , Naher Osten , Neorealismus <Politik>
Freie Schlagwörter (deutsch): Theorien der Internationalen Beziehungen , Omnibalancing , Arabischer Staat
Freie Schlagwörter (englisch): Third World , rapprochement , Middle East , Iraq , Syria
Institut: Seminar für Wissenschaftliche Politik
DDC-Sachgruppe: Politikwissenschaft
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 07.01.2005
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