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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
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Kaupp, Angela

Narrative religiöse Identität junger katholischer Frauen : Dokumentation der Einzelfallanalysen

Narrative religious identity of young catholic women : documentation of autobiographical cases

Dokument1.pdf (2.588 KB) (md5sum: d9f4070ded35ec86a4e23a66de3b5cb7)

Kurzfassung in Deutsch

Die Dokumentation stellt ergänzend zu der Publikation der Autorin "Junge Frauen erzählen ihre Glaubensgeschichte. Eine qualitativ-empirische Studie zur Rekonstruktion der narrativen religiösen Identität katholischer junger Frauen. Schwabenverlag. Ostfildern 2005" die ausführliche Auswertung von fünf lebensgeschichtlichen Interviews dar.
Ziel der Arbeit ist es, anhand konkreter Lebensgeschichten Wechselwirkungen zwischen religiöser und geschlechtlicher Identitätsentwicklung im Rahmen von Sozialisationsprozessen zu erhellen. Dazu wurden katholische junge Frauen im Alter von 16-25 Jahren in den westlichen Bundesländern in Deutschland befragt. Die Interviews wurden mit Hilfe des methodischen Instrumentariums der psychologischen und soziologischen Biographieforschung analysiert. Aufgrund des Alters, der Entwicklung und der gesellschaftlichen Bedingungen stehen die jungen Frauen auf der Schwelle zwischen Mädchen- und Frausein. Es wird erforscht, wie die jungen Frauen ihre Geschlechtsidentität darstellen, und welche Rückschlüsse auf die Konstruktion von Geschlecht im Sinne von doing gender in der Lebensgeschichte möglich sind und welche Wechselwirkungen zwischen den Prozessen des doing gender und der gelebten bzw. dargestellten Religiosität zu belegen sind. Identität, Religiosität und gender werden als narrative Konstruktionen im Rahmen des Interviews verstanden. Das Konzept der Positionierung erlaubt es, diskursive Praktiken zu analysieren, mit denen die Interviewten sich selbst und andere verorten. Dieser Zugang gibt einen Blick frei für das Selbstbild einer Person, ihre spezifischen Haltungen und ihr Bild von anderen. Darüber hinaus können individuelle Religiosität und Geschlechtsidentität erforscht werden.
Die Untersuchungsergebnisse zeigen eine große Variationsbreite des Verhältnisses von biographischen Verläufen und Glaubenshaltungen. Deutlich wird auch, dass eine Unterscheidung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in (religiösen) Sozialisationsprozessen heute subtiler wirkt und von den Betroffenen nur z.T. wahrgenommen wird, obwohl die dargestellten Aspekte belegen, dass sich gesellschaftliche Geschlechtsrollen auch in der religiösen Praxis zeigen und zum Teil die Abwertung des weiblichen Geschlechts reproduzieren.


Kurzfassung in Englisch

The documentation of five interviews complements the author's publication "Junge Frauen erzählen ihre Glaubensgeschichte. Eine qualitativ-empirische Studie zur Rekonstruktion der narrativen religiösen Identität katholischer junger Frauen. Schwabenverlag. Ostfildern 2005".
The research focuses on connections between biography, gender and religiosity of young catholic women in Germany aged between 16 and 25. Autobiographical interviews were carried out and analysed by means of approaches to narrative analysis from discursive psychology as well as from narratology in the framework of the social sciences. In respect to their age, development and social conditions these women stand between being girl and being woman. Using the autobiographical interviews young women's descriptions of their gender identity were analysed. Gender is to be understood in the sense of doing gender. Additionally interactions between the processes of doing gender and life that is described religiously were studied. The aim was to clarify interactions between religious development and the development of gender-identity within the context of socialization processes.
Identity, religiosity and gender are understood as narrative constructions within the context of the interview. The concept of positioning allows analysing the sometimes implicitly formulated discursive practices by which the interviewees positioned themselves and others. This approach allows looking at the person's self-image, her specific characteristics and the image of others. Furthermore the study on individual religiosity and sex category or gender is also possible.
The results received indicate a variety of connections between biographical and faith patterns. The research-results show that a gender based distinction or discrimination in socialization processes are working in a more subtle way today and is not perceived by all women. Young women do not feel obviously disadvantaged within the family, at school, professional training or in church, although social gender-roles are also visible in religious practice and that they sometimes reproduce the devaluation of the female.


SWD-Schlagwörter: Identitätsentwicklung , Geschlechterforschung , Religiosität , Biographisches Interview , Weibliche Jugend
Freie Schlagwörter (englisch): identity , gender studies , religiosity , autobiographical interview , female youth
Institut: Institut für Praktische Theologie
DDC-Sachgruppe: Religion
Dokumentart: Buch (Monographie)
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 26.01.2005
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