Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-17340
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1734/


Kleinbeck, Stefan

Untersuchungen zum Umgang mit abstrakten Konditionalaussagen und ihren negierten Komponenten : Form-Inhalts-Unterscheidung und Kontrastmengen

Experiments on reasoning with abstract conditionals and their negated constituents : differentiation between form and content and contrast classes

Dokument1.pdf (1.043 KB) (md5sum: b30846c1d936fc52ab5b7d04cbc8ecc9)

Kurzfassung in Deutsch

Der Umgang mit Konditionalaussagen verläuft oft automatisiert, ohne dass man sich dabei bewusst an Regeln hält. Durch das Zusammenwirken von Wissen über die verwendeten Inhalte und Kenntnis der Form kommt es zum Verständnis der Konditionalaussage. Dieses Zusammenspiel der beiden Quellen versetzt Menschen in die Lage, Schlussfolgerungen aus gegebenen Prämissen zu ziehen. Beide Aspekte müssen bei der Erklärung menschlicher Schlussfolgerungsleistungen berücksichtigt werden.
Die Arbeit stellt den Versuch da, durch ein Training formaler Regeln das Schlussfolgern aus Konditionalaussagen so zu beeinflussen, dass das Wissen über die verwendeten Inhalte der Konditionalaussage eine Schlussfolgerung nicht so beeinträchtigt, dass die Form außer Acht gelassen wird. Daher wurden Aufgaben untersucht, bei denen Inhalt und Form unterschiedliche Schlussfolgerungen zuließen, die dann eindeutig einer der beiden Quellen zugeordnet werden konnten. Durch ein Trainingsprogramm, das die Nutzung der Inhaltskompetenz zur Unterstützung formaler Regelanwendung beinhaltete, ergab sich neben dem erwünschten Effekt (Schlussfolgerungen nach der Form korrekt vorzunehmen) auch ein unerwünschter Effekt (Schlussfolgerungen nach dem Inhalt korrekt vorzunehmen). Daher wurden weitere Trainingsprogramme entwickelt, mit denen es gelang, diesen unerwünschten Neben-effekt zu vermeiden.
Im zweiten Teil wurde anhand der Wason Auswahlaufgabe ein modifizierter Theorieansatz (Theorie der mentalen Modelle) über die Repräsentation von Negationen und deren Verarbeitung getestet. Bei den vorhandenen unterschiedlichen Theorien herrscht Unklarheit darüber, ob explizit verneinte Kartensymbole eine Menge von Karten repräsentieren (Kontrastmenge) oder nur eine einzelne Karte aus dieser Kontrastmenge. Daher wurde die Darstellung der Kartensymbole so modifiziert, dass die Bedeutung des verneinten Symbols als Kontrastmenge ersichtlich wurde. Die Annahmen über den Umgang mit negierten Konditionalaussagen konnten mit Hilfe der so veränderten Karten in wesentlichen Teilen bestätigt werden.


Kurzfassung in Englisch

Conditional reasoning often is carried out automatically without conscious application of rules. The interaction of the content used in the conditional and the conditional form leads to an understanding of the conditional. This interaction makes it possible to conclude something from the premises. Both aspects, form and conten - have to be considered to explain human reasoning.
In the first part of this work formal rules were trained in way to avoid disturbing content effects. After the training formal rules were expected to be so prominent that content is disregarded. The training used the competence in reasoning from content to motivate formal reasoning rules. The training had the desired effect (reasoning by rules) for some subjects but also an undesired effect(reasoning by content) for others. Further training programs were developed that extinguished the undesired effect.
In the second part of this work the Wason Selection Task was modified regarding the use of negations based on a modified theory of mental models. There is no consensus whether explicit negations represent the whole class of contrast elements or only one element of this class. For this reason, the meaning of negation was manipulated by using the whole contrast class for instead on the cards. The modified theory of mental models could be supported in its major components.


SWD-Schlagwörter: Kognition , Abstraktes Denken , Denken , Konditional , Negation
Freie Schlagwörter (deutsch): Form-Inhalts-Unterscheidung , Kontrastmenge
Freie Schlagwörter (englisch): differentiation between form and content , contrast class
Institut: Institut für Psychologie
Fakultät: Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Spada, Hans (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.04.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 04.05.2005
Indexliste