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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-17469
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1746/


Megerle, Andreas ; Speidel, Walburg ; Pauls, Kerstin
Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Glawion, Rainer ; Lehnes, Patrick

Wie können Geowissenschaften von touristischer Vermarktung profitieren? Und umgekehrt?

How geosciences can profit from tourist marketing and vice versa

Dokument1.pdf (254 KB) (md5sum: 5ec45ce51ffba326beba638f7bcf661e)

Kurzfassung in Deutsch

Erfahrungen aus verschiedenen Projekten zeigen: Geowissenschaften können von touristischer Vermarktung profitieren, umgekehrt kann auch der Tourismus von den Geowissenschaften profitieren. Eine solche Kooperation kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn einige wichtige Voraussetzungen erfüllt sind.

- Der Gewinn "Win-Win-Situation") muss von beiden Seiten wahrgenommen werden. Insbesondere im Rahmen längerfristiger Kooperationen können Geowissenschaftler eine wirkungsvolle Marketing-Plattform, im Idealfall sogar neue, interessante Forschungsfelder, neue Lehr- und Lernorte und vielleicht sogar neue Drittmittelaufträge erhalten. Touristiker profitieren insbesondere von neuen, interessanten, innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten und Angeboten. Beide Seiten können oftmals beträchtliche Kompetenzgewinne verbuchen.

- Eine effektive und effiziente Kooperation benötigt Vertrauen, das am besten im Kontext schnell umsetzbarer "Starterprojekte" entstehen und wachsen kann. Dabei geht es auch darum, das Bild des jeweils anderen Akteurskreises zu berichtigen. Geowissenschaftler haben das Image der "trockenen Theoretiker", die sich mit etwas 'Kaltem', 'Totem' und 'Altem' beschäftigen. Touristiker haben eher das Image, dass sie "auf die Schnelle" ihre Landschaft vermarkten und "ohne Rücksicht auf Verluste" schnell Buchungszahlen und Gewinne sehen wollen.

- Eine Kooperation zwischen solch verschiedenartigen Akteurskreisen wie Touristikern und Geowissenschaftlern benötigt Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Die Partner müssen offen sein für andere Sichtweisen und Argumente, um auch Impulse aufnehmen zu können, sie wirken zu lassen und neue Impulse zu geben ("Impulskette"). Geowissenschaftler müssen bereit sein, insbesondere bei der Wahl ihrer Sprache auf ihre Zielgruppen einzugehen. Umgekehrt müssen Touristiker die Qualitätsanforderungen ihrer wissenschaftlichen Partner ernst nehmen.

- Insbesondere für längerfristige, strategische Kooperationen sind Moderatoren bzw. Promotoren notwendig. Sie halten die Arbeit im Netzwerk immer wieder "am Laufen" und tragen durch die bewusste Einplanung vertrauensbildender Maßnahmen zur Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre bei.


Kurzfassung in Englisch

Experience from several projects has shown us that geosciences can profit from tourist-marketing and vice versa. But it has also shown that a cooperation is only successful, if important rules are followed during the project. Firstly, both partners have to benefit from the cooperation (win-win-situation). Geoscientists are able to benefit from an already established marketing system, tourism benefits from new, interesting, and high-standard products. Secondly, start-up-projects are best qualified to discover the qualities of the other party and build up trust between partners. Thirdly, both sides have to accept compromises in the realization of the projects, e.g. language level or product quality. Last but not least, an external moderation or promotion is needed to guarantee constant work and integrate in trust-promoting actions for a successful cooperation of tourism and geosciences.


SWD-Schlagwörter: Sanfter Tourismus , Geowissenschaften , Online-Publikation
Freie Schlagwörter (deutsch): Landschaftsinterpretation , Landschaftsmarketing
Freie Schlagwörter (englisch): heritage interpretation
Institut: Institut für Physische Geographie
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften, Geologie
Dokumentart: Aufsatz
Schriftenreihe: Interpret-online
Band Nummer: 4
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 17.05.2005
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