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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-19424
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1942/


Weis, Andreas

Expressionsmuster der Adhäsionsmoleküle P-Selektin, von Willebrand-Faktor und PECAM-1 in der Lunge von Todesfällen durch Verbrennungsschock versus Verblutungsschock

Pattern of expression of adhesion molecules P-selectin, von Willebrand factor and PECAM-1 in lung of fatalities caused by burn shock versus hemorrhagic shock

Dokument1.pdf (2.591 KB) (md5sum: f1229c3db980f9a6f1742f0154078086)

Kurzfassung in Deutsch

Für eine Differenzierung der Todesursache "Verbrennungsschock" und "Verblutungsschock" wurden die Lungenpräparate von jeweils 30 Fällen aus dem Sektionsgut des Rechtsmedizinischen Instituts der Universität Freiburg anhand immunhistochemischer Färbungen mit P-Selektin, von-Willebrand-Faktor (vWF) und PECAM-1 untersucht. Die Untersuchungsergebnisse zeigten statistisch signifikante Unterschiede zwischen Verbrennungsschock und Verblutungsschock.
Es konnte eine starke Anfärbung für P-Selektin (insbesondere im Gefäßlumen) und vWF (insbesondere am Endothel mittlerer Gefäße) bei den Verbrennungsschocktoten beobachtet werden. Bei raschem Todeseintritt nach Brandexposition spricht diese starke Ausprägung der Adhäsionsmoleküle, die an der initialen Entzündungsreaktion der Leukozyten und Thrombozyten im Verbrennungsschock mitverantwortlich sind, für einen schnellen Einstrom von Entzündungszellen in das Lungengewebe. Interessant ist hierbei der zeitliche Ablauf: Bereits in der Frühphase des Verbrennungsschocks kann in der Lunge als Organ mit einer hohen Exposition gegenüber endogenen als auch aerogenen Einflüssen eine Immunreaktion anhand der starken Expression von P-Selektin und vWF beobachtet werden. Bei Verblutungsschocktoten war diese Immunreaktion in der Frühphase deutlich geringer ausgeprägt. Auch die im Vergleich zu den Verblutungsschocktoten festgestellte geringere Ausprägung von PECAM-1 bei den Verbrennungsschocktoten stellt ein interessantes Merkmal für die unterschiedlichen zeitlichen Abläufe bei den einzelnen Schockformen dar. Die schwache PECAM-1 Expression bei den Verbrennungsschocktoten gibt einen Anhaltspunkt für eine stattgefundene Migration / Diapedese der Leukozyten in das Schädigungsgebiet der Brandlunge. Nach der Migration wird die Expression von PECAM-1 aufgrund unterschiedlicher Mechanismen herabreguliert und fällt bei immunhistochemischer Anfärbung geringer aus. Beim Verblutungsschock wiederum ist aufgrund der initialen sympatho-adrenergen Reaktion in den ersten Minuten des Schockes noch nicht mit einer akuten Entzündungsreaktion zu rechnen.
Anhand dieser Ergebnisse wird deutlich, daß Unterschiede bei der Todesursache Verbrennungsschock im Vergleich zu Verblutungsschock aufgrund immunhistochemischer Untersuchungen der Adhäsionsmoleküle vWF, P-Selektin und PECAM-1 bezüglich der Leukozyten-Thrombozyten-Endothel-Interaktion zu beobachten waren. Diese Unterschiede lassen sich in einer sehr frühen Phase des Schockgeschehens feststellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß die beiden Schockformen durch unterschiedliche pathophysiologische Prozesse gekennzeichnet sind.


Kurzfassung in Englisch

For a differentiation between burn shock and hemorrhagic shock histological specimen of each 30 cases of the forensic autopsies of the Institute of Forensic Medicine of the university Freiburg were examined with the help of immunohistochemical staining with P-selectin, von Willebrand factor (vWF) and PECAM-1.
The results of the examination showed statistically significant differences between the two groups.
There was a strong staining for P-selectin (especially in the lumina of the blood vessels) and vWF (especially in the endothelium of middle sized blood vessels) in the preparations of burn shock fatalities. In case of quick death after exposition to fire the strong expression of adhesion molecules, which are mainly responsible for the initial inflammatory reaction of leucocytes and platelets in burn shock, speaks for a quick emigration of inflammatory cells into the lung tissue. The development is particularly interesting: already in the early stages of burn shock an immune reaction with strong expression of P-selectin and vWF can be observed in the lung which is an organ with a high exposition to endogenous as well as aerogen influences. In case of hemorrhagic shock this immune reaction was much less distinct in the early stages. The same is true of the expression of PECAM-1 which was lower in the preparations of hemorrhagic shock fatalities than in those of burn shock fatalities. Thus PECAM-1 is another interesting feature for the different developments in the different kinds of shock. The low expression of PECAM-1 in case of burn shock is a clue for the migration/ diapedesis of leucocytes into the area of damage of the burned lung. After the migration there is a down regulation of the expression of PECAM-1 as a result of different mechanisms which can be observed in the immunohistochemical staining. In case of hemorrhagic shock no inflammatory reaction is to be expected during the first minutes of the shock.
The results of the examination prove clear differences between burn shock and hemorrhagic shock which can be observed with the help of immunohistochemical examinations of the adhesion molecules vWF, P-selectin and PECAM-1 regarding the leucocytes-platelets-endothelium-interaction. These differences can be observed in the very early stages of the shock. The results indicate different pathophysiological processes in the different kinds of shock.


SWD-Schlagwörter: Verbrennung <Medizin> , Hämorrhagischer Schock , Schock , Lunge
Freie Schlagwörter (deutsch): P-Selektin , von Willebrand-Faktor , PECAM-1 , Verbrennungsschock,
Freie Schlagwörter (englisch): burn , burn shock , fire fatalities , lung , hemorrhagic shock
Institut: Inst. für Rechtsmedizin
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Bohnert, Michael (Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 11.08.2005
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