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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-21543
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2154/


Soramäki, Arja

Mit Wissensmanagement zur Lernenden Organisation : eine Evaluation des Konzepts der OP-Bank-Gruppe in Finnland

Knowledge management - working towards a learning organization

Dokument1.pdf (1.191 KB) (md5sum: 208068bbdf7b8b4483b8e7f084c434f9)

Kurzfassung in Deutsch

In dieser Arbeit wird das Wissensmanagement-Konzept einer finnischen Bankengruppe, der OP-Bank-Gruppe, dargestellt und dessen beide elementaren Instrumente evaluiert. Mit Hilfe des Instruments "Wissensmessung" werden die strategischen Ziele der Bank auf der individuellen Ebene implementiert, die Wissensziele und -bilanz der Bank transparent gemacht und der Soll-Zustand und der Ist-Zustand des Wissens der einzelnen Mitarbeiter ermittelt. Das zweite Instrument, das "Lernmeeting", dient zur Generierung und Verteilung des kollektiven Wissens der Bank, sowie durch seine Regelmäßigkeit zur Stimulierung der Zusammenarbeit. Zweck der Wissensmanagement-Maßnahmen der OP-Bank-Gruppe ist die Umgestaltung der Banken zu lernenden Organisationen mit der Maßgabe, hierdurch die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten bzw. zu erhöhen. Als Merkmale einer lernenden Organisation wurde in der OP-Bank-Gruppe folgendes definiert:

• es wird zukunftsorientiert nach der vorgegebenen Strategie gelernt
• die Mitarbeiter beherrschen nach eigener Einschätzung ihre Aufgaben gut
• es wird Zusammenarbeit gelebt
• die Bank transformiert sich kontinuierlich

Als Untersuchungsmethode wurde in dieser Arbeit eine strukturierte Online-Befragung über das Intranet verwendet. 1001 Mitarbeiter von 84 Banken haben im Mai 2003 durch Selbsteinschätzung ihre Arbeitssituation beurteilt. Sie haben Fragen zum Empfinden der eigenen Arbeit, zu Zusammenarbeit, Lernen, Strategie und Vorgehensweisen der Bank beantwortet. Die Mitarbeiter wurden je nach Einsatz der beiden oben genannten Instrumente in vier Gruppen eingeteilt um die Wirkung der Instrumente abgrenzen zu können.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass es für die Mitarbeiter wichtig ist, die Ziele der Arbeit und des Lernens zu konkretisieren. Der Einsatz der Wissensmessung verdeutlicht nicht nur die Lernziele der einzelnen Mitarbeiter, sondern ermöglicht es, die Wissensziele der Bank transparent zu machen und den Mitarbeitern in konkreter Form zu vermitteln. Das hilft den Mitarbeitern zukunftsorientierter zu arbeiten und zu lernen. Wissensmessung ermöglicht den Mitarbeitern auch, die eigenen Aufgabenfelder besser zu verstehen, was wiederum dazu führt, die Mitarbeiter in dem Gefühl zu bestärken, das zur Erledigung ihrer Arbeiten erforderliche Wissen zu beherrschen.

Die Lernmeetings schaffen ein kommunikatives Umfeld, was die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern verbessert. Als Folge der Lernmeetings ergibt sich ein tieferes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen der eigenen Tätigkeit und derjenigen der Kollegen. Dieses Verständnis ermöglicht eine intensivere Zusammenarbeit. Aber Lernmeetings allein bewirken noch keinen Strukturwandel in Richtung einer lernenden Organisation. Erst nach Einsatz der Wissensmessung und der damit einhergehenden Verdeutlichung des Arbeits- / Lernziels kommt es zu einem positiveren Gefühl bezüglich der Leistungen und des ziel- und zukunftsorientierten Handelns der Mitarbeiter. Werden die beiden Instrumente eingesetzt, sind die Merkmale der lernenden Organisation gemäß den Vorstellungen der OP-Bank-Gruppe deutlich festzustellen.

Aufgrund der Untersuchung kann behauptet werden, dass beide Instrumente von großer Bedeutung für das Wissensmanagement innerhalb der OP-Bank-Gruppe sind. Wissensmanagement muss jedoch für jedes Unternehmen individuell entwickelt werden, weil sich das Management von Wissen auf die zielgerichtete Veränderung der organisationalen Wissensbasis bezieht um damit das Erreichen der Unternehmensziele zu unterstützen. Somit sind die hier untersuchten Instrumente als "Halbfabrikate" auf andere Unternehmen übertragbar, müssen aber von diesen weiterentwickelt werden. Jedoch sollte zuvor eine Abwägung von Aufwand und Nutzen der zu ergreifenden Maßnahmen erfolgen, da der Aufwand an Personal und Zeit für die Wissensverwaltung nicht unerheblich ist. Für die OP-Bank-Gruppe war der Aufwand insgesamt lohnend.


Kurzfassung in Englisch

This study introduces the concept of knowledge management in Finnish co-operative banks. It explores the two essential tools of the concept: 'knowledge measuring', and 'learning meetings'. Knowledge measuring implements co-operative bank group strategy at the individual level. This tool helps to determine the learning target and the learning balance of both the bank and the individual. The purpose of the other tool, learning meetings, is to realize the generation and circulation of the information inside the bank. The knowledge management concept supports constant purposeful and future-oriented change in the bank. The target is to change the bank into a learning organization, and the objectives are determined as:

1. learning targets derived from vision and strategy
2. employees feel that they are competent in the knowledge and skills their work demands
3. teamwork is a fundamental part of daily work
4. managed change is a constant condition.

The research method used was a specially-prepared online questionnaire via the intranet. The research was conducted in May 2003, when 1,001 employees from 84 banks of OP bank group specified their subjective understanding and opinion of their work, work demands, working methods, teamwork and learning in the bank.

Respondents were divided into four user groups according the way their banks use the knowledge measuring and learning meetings;
- in group 1 neither of the methods were used
- in group 2 knowledge measuring was used
- in group 3 learning meetings were used
- in group 4 both knowledge management and learning meetings were used

Based on factor analyses, four sum variables were created, with differences studied in four user groups using analyses of variance and crosstabulation.

The result of this study shows the importance for the personal targets of employees to be realized, both for their work and learning.

The process of knowledge measuring clarifies the employees' personal concept of their work and knowledge target. It also illustrates the target knowledge of the bank, and points out what is missing. With these tools, the employees can become orientated towards the future - both in their work and their learning - while realising their individual role in accomplishing the bank's strategy. Furthermore, an enhanced ability to manage work-related knowledge helps employees gain confidence in customer-related situations.

Learning meetings increase professional communication among the employees in the bank. Those employees who take part in learning meetings have more experience of good information circulation in the bank, compared to the employees who do not take part in the learning meetings.

Learning meetings create a communicative atmosphere which will help to establish teamwork among employees. Those employees who had learning meetings had clearer understanding of their colleagues' work than those employees who did not have learning meetings. According to the study, the more intensive the teamwork, the better employees felt they understood their colleagues' work.

The results also show that both tools have had significant success for knowledge management in co-operative banks. In particular, knowledge measuring had a very strong influence on employees' ability to orientate towards the future.

Learning meetings advanced the communication of information and teamwork - and those banks using both learning meetings and knowledge measuring tools exhibited the highest level of activities in accordance to the learning organization objectives listed from 1 to 4 above.


SWD-Schlagwörter: Wissensmanagement , Lernende Organisation
Freie Schlagwörter (englisch): Knowledge management , learning organizations
Institut: Inst. f. Forstbenutzung u. Forstliche Arbeitswiss.
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Lewark, Sigfried (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 18.01.2006
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