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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-23278
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2327/


Rau, María Fabiana

Land use change and natural Araucaria forest degradation : northeastern misiones - Argentina

Land use change and natural Araucaria forest degradation : northeastern misines - Argentina

Landnutzungswandel und Degradation der natürlichen Araukarienwälder in der Provinz Misiones (Nordost - Argentinien)

Dokument1.pdf (14.586 KB) (md5sum: afcaba3fe1b478a3ab83eeb3344200d8)

Kurzfassung in Englisch

Originally, araucaria forest was characteristic of the northeast Misiones landscape, covering around 210.000 hectares. The broad variety of possible uses for araucarian timber, as well as a growing need for agricultural land, however, leads to the circumstance that since the middle of the past century these forests were strongly exploited and cleared. In only 50 years, of the original existence of A. angustifolia in the Province of Misiones, from about 500.000 individuals before de exploitation, a mere 5% were left in 1992. After the depletion of the araucaria stands a timber industry was established in the region. From this and with the local population's growth other valuable species were selectively logged and a fast expansion of the agricultural frontier and the encroachment farming into the forest took place. Despite their natural and economic value, until now the araucarian forests in the Province of Misiones have poorly been studied. The aims of this study was an evaluation of the actual state of the Araucaria forests, the land use/land cover change after deforestation and their impacts on soil resource in the Province of Misiones. Whit this goals, processes combining air photography interpretation, air and terrestrial recognition and multi-temporal satellite imagery analysis, with the support of geographic information systems (GIS) and the Universal Soil Loss Equation (USLE) model, were carried out.
Today, the A.angustifolia population is completely fragmented, mostly composed from isolated individuals or of very poor growth or ones overmature or ill, remaining less than 4% of its original existence. The average deforestation rate (by clear-cutting) between 1962 and 2001 was approx. 1908 ha year-1, while in the period between 1986 and 2001 of 3515 ha year-1. The loss of forest covers was between 1962 and 2001 about 19%, while the agricultural land nearly quadruplicated. In regard to the land degradation, the results revealed that the soil organic matter (SOM) content in the first 10 cm depth considerably decreased after deforestation, ranging from 4.2 % to 2.3 % at soils under forest cover and agricultural use, respectively. Significant differences were observed between bulk densities at all treatments (P < 0.001), and the infiltration rate was very variable in all groups of measurement. Results provided by running a soil erosion assessment model (USLE) in a GIS environment showed that there is a greater amount of hectare vulnerable to moderate, high or very high erosion under agricultural use, while soil losses are comparatively) under degraded forest, reforestations and capuera. The lowest soil losses are recorded in areas under dense forest.
The presented findings reveal that the survival of A. angustifolia depends on an urgent revision of the conservation policy as well as the regional agricultural and forest policies. Likewise, in the face of the ignorance observed in the rural population about management techniques and resource conservation, it is also indispensable to generate better futures information channels and appropriate technical advice in order to a better sustainable natural resources use. Based on the methodology developed in this study, a consistent monitoring program using satellite imagery has to be implemented to control the application of a revised conservation policy and, therefore, to ensure the protection of the Araucaria forests in the future.


Kurzfassung in Deutsch

Ausgedehnte Araukarienwälder (Araucaria angustifolia) bedeckten im Nordosten der Provinz Misiones (Argentinien) noch bis vor wenigen Jahrzehnten rund 210.000 Hektar und bildeten damit die landschaftsprägende Vegetationsformation. Die weitreichenden Nutzungsmöglichkeiten des Araukarienholzes und der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Nutzflächen führten jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert zu einer intensiven Nutzung und rücksichtslosen Ausbeutung dieser subtropischen Waldökosysteme. Hierbei wurde in lediglich 50 Jahren bis zum Jahr 1992 der geschätzte ursprüngliche Araukarienbestand von rund 500.000 Individuen um 95% reduziert. Nach der weitgehenden Erschöpfung dieser wertvollen Ressource verblieb in der Region eine etablierte holzverarbeitende Industrie, die sich in der Folge vermehrt in der Erschließung weiterer Gebiete und der Ausbeutung alternativer Nutzholzarten engagierte. Im Zusammenspiel mit einem raschen Bevölkerungswachstum wurden dabei die natürlichen Wälder weiter reduziert und auf ihre heutigen Restareale zurückgedrängt. Trotz ihres ökologischen und ökonomischen Potentials liegen über die natürlichen Araukarienwälder der Provinz Misiones bislang nur vereinzelte und lückenhafte Studien vor. Der aktuelle Kenntnisstand über Verbreitung und Beschaffenheit rezenter Araukarienbestände sowie die Folgen des dramatischen Holzeinschlags in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ist als defizitär einzustufen. Ziel dieser vorliegenden, interdisziplinär angelegten Arbeit ist daher die Evaluation des aktuellen Zustandes der Araukarienwälder sowie die Erfassung und Dokumentation des Landnutzungswandels und dessen Auswirkungen auf die Ressource Boden in der Provinz Misiones. Diese Ziele erfolgten anhand von Luftbildauswertungen und terrestrische und flugzeuggestützte Erkundungen sowie durch die Analyse multi-temporaler Satellitenbilder mit der Unterstützung von geographic information systems (GIS) und der Universal Soil Loss Equation (USLE) Erosionsmodells.
Die Ergebnisse der Untersuchungen belegen, daß die ehemals landschaftsprägenden natürlichen Araukarienwälder gegenwärtig auf geringe Restbestände reduziert sind, die überwiegend mit vereinzelten, häufig überalterten und schwachen Individuen bestockt sind. Insgesamt verblieben nur noch rund 4% der ursprünglichen Bestände. Die durchschnittliche Verlustrate an Waldflächen lag im Gesamtzeitraum 1962 - 2001 bei 1908 ha a-1, wohingegen allein in den Jahren zwischen 1986 und 2001 jährlich mehr als 3500 ha entwaldet wurden. Im gleichen Zeitraum hat sich der Waldflächen im Untersuchungsgebiet um rund 19% reduziert und der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen annähernd vervierfacht. Hinsichtlich der Bodendegradation, die Messergebnisse zeigten, daß der Anteil organischer Materie in den obersten 10 cm auf entwaldeten Flächen deutlich abnimmt. Während auf Waldstandorten hierbei der Anteil organischen Materials bei rund 4.2% liegt, werden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen lediglich 2.3% gemessen. Signifikante Unterschiede konnten bei der Auswertung der Dichtemessungen unterschiedlicher Standorte beobachtet werden (P < 0.001). Die Infiltrationsmessungen zeigten auf allen Standorten hohe Variabilitäten. Die Modellierungsergebnisse zeigen, daß ein hoher Anteil landwirtschaftlicher Nutzflächen einem mittleren bis sehr hohen Erosionsrisiko ausgesetzt sind. Demgegenüber weisen die locker mit Bäumen bestockten Areale (degradierter Wald, Aufforstungen, Capuera) vergleichsweise geringe potentielle Abtragsraten auf. Niedrigste Werte mit weniger als 1 tn ha-1 y-1 (0.7 m³ ha-1 y-1) wurden auf dicht bestockten Waldstandorten ermittelt.
Die dargelegten Erkenntnisse weisen eindeutig darauf hin, daß für das Überleben der Araukarien-wälder eine rasche Revision sowohl der unmittelbaren Schutzmaßnahmen als auch der regionalen Agrar- und Forstpolitik erforderlich ist. Gleichermaßen erscheint es in Anbetracht der in der lokalen Landbevölkerung weitverbreiteten Unkenntnis hinsichtlich angepaßter Managementmethoden und einem effektiven Ressourcenschutz unerläßlich, wirkungsvollere Verfahren der Informationsvermittlung und technischen Beratung zu etablieren, um zukünftig eine nachhaltige Nutzung der wertvollen Ressourcen Wald und Boden zu gewährleisten. Aufbauend auf der im Rahmen dieser Studie entwickelten Methodik wird zur Kontrolle zukünftiger Schutzmaßnahmen die regelmäßige und großräumige Überwachung der Araukarienwälder im Rahmen eines auf multi-temporalen und multi-sensoralen Satellitenbilddaten basierenden Monitoringprogramms empfohlen.


SWD-Schlagwörter: Argentinien , Misiones <Provinz> , Satellitenfernerkundung , Landnutzung , Degradation , Natürliche Verjüngung , Araukarie , Bodenerosion
Freie Schlagwörter (deutsch): Landnutzungswandel, Landsat TM, Landsat ETM+, Araukarienwälder, GIS
Freie Schlagwörter (englisch): Land use change, deforestation, Araucaria angustifolia, erosion, USLE
Institut: Institut für Physische Geographie
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Land- und Forstwirtschaft, Veterinärmedizin
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Drescher, Axel (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.12.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 17.02.2006
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