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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-23784
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2378/


Amanatidou, Despoina

Analysis and evaluation of a traditional cultural landscape as a basis for its conservation management : a case study in Vikos-Aoos National Park - Greece

Analyse und Bewertung einer traditionellen Kulturlandschaft als Basis für das Management : eine Studie im Vikos-Aoos Nationalpark - Griechenland

Dokument1.pdf (4.503 KB) (md5sum: 8c635ec9b259d71469909ecccd60aa50)

Kurzfassung in Englisch

Traditional cultural landscapes represent the long interaction of man with nature and are often characterised with high nature conservation value as habitats of rare and endangered species, or for their high diversity in plants and animals species. Such areas are also associated with specific traditional, cultural, aesthetic and economic values.
The study investigated the traditional cultural landscape in the area of Vikos-Aoos National Park, NW Greece. The landscape at the hilly and mountainous zone of the National Park has been influenced for centuries by traditional agro-silvo-pastoral land uses. The cultural landscape is a mosaic of small terraced fields with tree hedges, fallow grasslands and rocky sites, grazed open shrublands and woodlands, and various forests and forests fragments.
The area is nowadays depopulated. The traditional rural economy and land use system have been gradually abandoned. This situation is related with changes to the mosaic structure of the cultural landscape because of the accelerated forest succession and the invasion of woody species.
The study aimed to assess the ecological value of the traditional cultural landscape in Vikos-Aoos National Park and to set a basis for its conservation management. For this reason the main components and elements of the cultural landscape were identified and described along with the traditional land use system.
The ecological evaluation was based on the vegetation and vascular flora of the landscape. The vegetation inventory of the landscape elements preceded and led to the identification of more than 700 plant taxa. The vegetation data were numerically analysed and 24 vegetation types (plant communities and subunits) were identified, phytosociologically described and incorporated to the syntaxonomical system of the Greek vegetation.
Based on standard nature conservation criteria, i.e. plant species diversity, rarity, naturalness and restorability all plant communities were further evaluated for their contribution in nature conservation. The phytodiversity and the presence of rare plant species were quantified, while their naturalness and restorability were qualitatively assessed on the basis of specific ecosystem characteristics. For each criterion the communities were classified in classes of low, middle and high value. Each class aggregated the communities exhibiting similar pattern for the respective criterion. Furthermore, the communities were classified on the basis of the four criteria simultaneously and provided thus the ecological basis for the management.
Concerning the criteria of diversity and rarity it was concluded, that a) the conservation of the open (non forest) landscape elements is necessary for maintaining the high diversity and rarity of the cultural landscape; b) an active management scheme is needed for conserving these landscape elements and their associated biodiversity; and c) the management should be based on the continuation of the traditional land use regime and the development of alternative practices that imitate the traditional ones.
The high vascular plant species diversity and rarity of the open landscape elements represent only one part of the ecological value of the cultural landscape. There is another part of the landscape, i.e. specific landscape elements that are characterized with high naturalness and restorability value. These are the less human influenced and thus more natural landscape elements, such as the various forests and the rockcliffs with the chasmophytic vegetation. The ecological value of these ecosystems is related not only to the conservation of their biodiversity, but also in the case of the forests to the high structural complexity and the enhanced ecosystem functions. These characteristics, along with the long restoration time that these ecosystems require in case of destruction, made obvious the need to protect these landscape elements from any use that can harm their high naturalness and restorability value.
The ecological evaluation indicated a management scheme for the conservation of the traditional cultural landscape in the study area that combines both strict protection and active management spatially differentiated however, along with specific management recommendations for the various landscape elements.


Kurzfassung in Deutsch

Traditionelle Kulturlandschaften spiegeln die lange Wechselwirkung des Menschen mit der Natur wieder. Als Lebensräume von seltenen und gefährdeten Arten oder wegen ihrer hohen floristischen und faunistischen Diversität sind sie naturschutzfachlich gesehen oft sehr wertvoll. Weiterhin können spezielle traditionelle, kulturelle, ästhetische und ökonomische Leistungen wertgebend sein.
Die vorliegende Studie befasst sich mit der traditionellen Kulturlandschaft im Gebiet des Vikos-Aoos Nationalparks in NW Griechenland, mit besonderer Berücksichtigung der Gemarkung von Vikos als Fallstudie. In den hügeligen und submontanen Vorbergen dieses Nationalparks ist die Landschaft von jahrhundertenlangen traditionellen agro-silvo-pastoralen Landnutzungen bis heute geprägt. Die Kulturlandschaft beinhaltet neben den Siedlungen und Wegen ein reichhaltiges Strukturmosaik von Gärten, kleinen Ackerterrassen mit Baumhecken, Wiesen und Weiden; mit Felsen; fragmentierten und geschlossenen Wäldern.
Das Gebiet um Vikos und des Nationalparks ist heute nur mehr dünn besiedelt. Dies ist eine Folge der Abwanderung, die nach Zweitem Weltkrieg stattgefunden hat. Das allmähliche Auflassen der traditionellen Nutzungen haben die Landschaft beeinflusst. Die zurückgehende Nutzung und daraus resulterende Waldsuksessionen verändern die Landschaftsstruktur. Insbesondere verschwinden arbeitsintensive Landschafts-elemente, zum Beispiel die kleinen Öffnungen mit Wiesen.
Ziel dieser Arbeit was es, die Kulturlandschaft um die Bergdörfer im Vikos-Aoos Nationalpark ökologisch zu analysieren und naturschutzfachlich zu bewerten. Darauf aufbauend können fundierte Bewirtschaftungs- oder Pflegekonzepte entwickelt werden. Die Komponenten und Elemente der traditionellen Kulturlandschaft wurden identifiziert und in Zusammenhang mit dem traditionellen Landnutzungssystem beschrieben, mit besonderer Berücksichtigung der Pflanzengesellschaften.
Die ökologische Bewertung basiert im wesentlichen auf der Vegetation der Gefäßpflanzen. Hierzu wurde die Flora des Gebiets mit über 700 Pflanzentaxa erfasst, wurde dieVegetation inventarisiert. Die Vegetationsdaten wurden numerisch analysiert. 24 Vegetationstypen wurden identifiziert, phytosoziologisch beschrieben und dem in Griechenland gebräuchlichen syntaxonomischen System angeschlossen.

Alle Pflanzengesellschaften des Untersuchungsgebietes wurden auf der Basis von vier wichtigen und häufig benutzten Kriterien naturschutzfachlich bewertet, nämlich durch Diversität, Seltenheit, Natürlichkeit und Restituierbarkeit. Die jeweilige Pflanzenartendiversität und Seltenheit wurden quantifiziert, die Natürlichkeit und Restituierbarkeit wurden aufgrund qualitativer Indikatoren abgeschätzt. Für jedes Kriterium wurden die Pflanzengesellschaften in Klassen vom niedrigen, mittleren und höheren Werten zusammengefasst, und entweder numerisch (für die Diversität und Seltenheit) oder expertengestützt-subjektiv (für die Natürlichkeit und Restituierbarkeit) ordinal skaliert. Die jeweils zusammengefassten Pflanzen-gesellschaften verhalten sich ähnlich bezüglich ihrer naturschutzfachlichen Wertigkeit
Daraus kann geschlossen werden, dass a) die Erhaltung des Offenlandcharakters und der damit verbundenen Pflanzengesellschaften notwendig ist für das Bewahren der hohen Diversität und Seltenheit der Kulturlandschaft ist; b), dass ein aktives Managementschema für die Bewahrung dieser Landschaftselemente und ihre biologische Vielfalt notwendig ist; und c), dass das Management auf der Fortführung des traditionellen Landnutzungsregimes und der Entwicklung alternativer Praktiken basieren sollte, welche die traditionellen Landnutzungen imitieren.
Der hohe Pflanzenreichtum, die Diversität und das Auftreten seltener und gefährdeter Arten sind wertgebende Kriterien für die Landschaftselemente der offenen Kulturlandschaft. Entgegengerichtet ist die eher niedrige Naturnähe und geringwertige Restituierbarkeit. Diese Kriterien entsprechen Eigenschaften von Lebensräumen, welche vielfach vom Menschen weniger stark geprägt sind, zum Beispiel Wälder und die Felsvegetation mit den chasmophytischen Arten.
Ein Erhalt dieser Ökosysteme ist nötig zur Erhaltung der ökologischen und biologischen Vielfalt, aber auch aufgrund ihrer hohen strukturellen Komplexität und den damit verbundenen Ökosystemfunktionen. Die Naturnähe, der Strukturreichtum sowie die schwierige Wiederherstellbarkeit dieser Ökosysteme begründen ihre Schutzwürdigkeit.
Ein regionaltypisches, die Lebensräume und Biodiversität erhaltendes Management sollte eine Kombination darstellen von a) strengem Schutz spezifischer Lebensräume (Wälder, Felsvegetation) und b) Pflege der Lebensräume des Offenlandes. Beide Komponenten sollten im Managementplan integriert werden, sollten zusammen das traditionelle Landnutzungsregime fortführen oder imitieren.


SWD-Schlagwörter: Kulturlandschaft , Vegetation , Biodiversität , Multivariate Analyse , Landschaftsbewertung , Landschaftspflege, Griechenland , Gefässpflazen
Freie Schlagwörter (deutsch): Vikos-Aoos Nationalpark , Traditionelle Landnutzungssysteme , Landschaftsanalyse , Kulturlandschaftselement , Ökologische Bewertung
Freie Schlagwörter (englisch): Vikos-Aoos National Park , Greece , Traditional cultural landscape , Phytodiversity , Protected areas management
Institut: Waldbau-Institut
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften, Geologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Reif, Albert (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.02.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 09.03.2006
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