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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-24802
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2480/


Hörth, Wolfram Johannes

Korrelation des präoperativen physischen Status und prädiktiver Parameter mit perioperativer Morbidität, Mortalität und Langzeitüberleben nach Ösophagusresektion

Predictive factors for perioperative morbidity, mortality and long-term survival after esophagectomy

Dokument1.pdf (766 KB) (md5sum: 36c674760d44702aefd453654a5a17d7)

Kurzfassung in Deutsch

HINTERGRUND: Die Ösophagusresektion mit Lymphadenektomie und Speiseröhrenersatz ist nach wie vor die zentrale Säule in der kurativen Therapie des Ösophaguskarzinoms, allerdings geht mit der Größe des Eingriffs auch ein relativ hohes Risiko perioperativer Morbidität und Mortalität einher. Bezüglich der funktionellen Operabilität kommt daher der präoperativen Einschätzung des physischen Gesamtstatus des Patienten eine wichtige Rolle zu.
METHODE: Die Patientendaten zu 131 Ösophagusresektionen bei Ösophaguskarzinom wurden in bezug auf den präoperativen Status, Therapie, perioperative Morbidität und Mortalität sowie bezüglich des Langzeitüberlebens retrospektiv analysiert und präoperativer Status und postoperativer Verlauf mittels statistischer Standartverfahren miteinander in Beziehung gesetzt. Daneben kam auch ein von H. Bartels et al. 1998 publizierter Präoperativ-Score zur Anwendung. Ferner wurde eine eigene Regressionsanalyse erstellt. Die Operationen wurden zwischen 01/1991 und 01/2003 an der Chirurgischen Universitätsklinik Freiburg durchgeführt.
ERGEBNISSE: Als wichtigste Größe im perioperativen Verlauf lag die Krankenhausletalität bei 12,2%. Die Todesursachen waren überwiegend kardiopulmonaler Art. Signifikante Beziehungen zu entsprechenden Begleiterkrankungen ließen sich aber nicht feststellen. Es konnte gezeigt werden, dass vor allem die Verbindung von reduziertem Karnofsky-Index und zunehmendem Lebensalter wesentlich für perioperative Ereignisse wie pulmonale und kardiale Komplikationen sowie für einen letalen Verlauf prädisponierte. Ferner scheint eine stattgehabte neoadjuvante Therapie besonders für das Auftreten chirurgischer Komplikationen eine bedeutende Rolle zu spielen, wobei sich aber ein Einfluss auf die perioperative Letalität nicht nachweisen ließ.
SCHLUSSFOLGERUNG: Hauptproblem bleibt, Patienten mit erhöhtem, aber noch vertretbarem Risiko von jenen zu unterscheiden, bei denen besser von einer Operation abgesehen werden sollte. Diesbezüglich war das Ergebnis der retrospektiven Anwendung des von Bartels et al. publizierten Scores auf das Freiburger Datenmaterial leider unzureichend. Unter Beibehaltung des am Universitätsklinikum Freiburg üblichen präoperativen diagnostischen Vorgehens sollte die Therapieentscheidung auch weiterhin auf der differenzierten Betrachtung des individuellen Risikoprofils getroffen werden, wobei den genannten Faktoren zukünftig aber ein noch größerer Stellenwert eingeräumt werden muss.


Kurzfassung in Englisch

BACKROUND: Esophagectomy with radical lymph node dissection is the major pillar in the curative therapy of esophageal carcinoma but still accompanied by a high risk of perioperative morbidity and mortality. Thus the adequate assessment of functional operability is of particular importance.
METHODS: Retrospectively collected data were used to analyze outcome in 131 patients with esophageal cancer who underwent resection at the Chirurgische Universitätsklinik Freiburg between 01/1991 and 01/2003. Preoperative clinical parameters were tested for effect on complications, perioperative mortality, and long-term survival. Logistic regression analyses were preformed and also the Preoperative Score of Bartels et al. published in 1998.
RESULTS: In-hospital mortality rate was 12,2% with mainly cardiopulmonary causes of death. It could be shown that particularly the combination of advanced age and reduced Karnofsky index correlated significantly with higher incidence of cardiac and pulmonary complications and perioperative mortality. Furthermore preoperative chemoradiation correlated with higher incidence of surgical complications but without clear effect on perioperative mortality.
CONCLUSION: Discrimination of patients with increased but still maintainable operative risk and those which rather would profit on primary palliative treatment still remains the focal problem of preoperative patient selection. In our case even the retrospective performance of the Bartels score was an insufficient predictive tool. Further on the therapeutic decision should be made on grounds of individual risk profile, but with special regard to age and Karnofsky index. Further prospective studies should follow.


SWD-Schlagwörter: Ösophagektomie , Speiseröhrenkrebs , Risikoanalyse
Freie Schlagwörter (deutsch): Ösophaguskarzinom , Präoperative Risikoanalyse , Perioperative Morbidität , Perioperative Mortalität , Präoperative Patientenselektion
Freie Schlagwörter (englisch): Esophagectomy , esophageal cancer , preoperative risk analysis , postoperative mortality , preoperative patient selection
Institut: Chirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Imdahl, Andreas (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.09.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 29.05.2006
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