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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-25088
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2508/


Rabkov, Irina

Aussiedler in der Bundesrepublik Deutschland : Migrationserfahrungen und Kriminalitätsrisiken von ethnischen Migranten im Kontext der bundesdeutschen Zuwanderungspolitik

Aussiedler in the Federal Republic of Germany : migration experiences and risks of delinquency of the ethnic migrants in the context of the West-German migration policy

Dokument1.pdf (2.723 KB) (md5sum: 22f1a49b9a425132a695d08a3de8a351)

Kurzfassung in Deutsch

Das Thema dieser Studie ist, die Gründe der Entstehung der eine Migration begleitenden sozialen Ungleichheiten und des Auftretens von Migrantenkriminalität am Beispiel der Zuwanderung osteuropäischer Aussiedler aufzudecken. Die Aussagekraft der in der Aussiedlerforschung etablierten Erklärungsperspektive, die die Entstehung von migrationsbedingten Problemen mit dem Integrationsparadigma erfasst und Kriminalität als Folge des Desintegrationszustands versteht, wurde in dieser Studie in Frage gestellt. Deshalb sollte eine andere theoretische Perspektive jenseits des Integrationsparadigmas für die Erforschung dieser Problematiken einbezogen werden. Der figurations-soziologische Ansatz von Norbert Elias und John Scotson "Etablierte und Außenseiter" bot sich als eine theoretische Alternative an. Dieser Ansatz ermöglichte es, die Entstehung von sozial ungleichen Stellungen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und erwies sich auch als wegweisend für die weitere Analyse der Ursachen der Kriminalität jugendlicher Aussiedler.
Ausgehend von den Grundannahmen der Studie von Elias und Scotson wurden die figurationalen Beziehungen zwischen grenzüberschreitender Migration und Nationalstaat analysiert und die Bearbeitung der Aussiedlerzuwanderung im deutschen Nationalstaat anhand der Aussiedler-aufnahmepolitik, der Ausgestaltung des Zugangs von ethnischen Migranten zu sozialen Rechten und der Darstellung von Aussiedlern in den Medien untersucht. Der Untersuchungszeitraum wurde in zwei Zeitperioden eingeteilt: die erste deckt den Zeitraum ab Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1987 ab und die zweite den von 1988 bis in die Gegenwart. Diese Aufteilung war damit zu begründen, dass in der Ausgestaltung der sozialen Position der Aussiedlergruppe ein deutlicher Wandel zu beobachten war. Die Analyse gesetzlicher Regelungen, die den Rahmen für die Aufnahme und Eingliederung der Aussiedler bilden, und der medialen aussiedlerbezogenen Debatte erbrachte zunächst Erkenntnisse zur Integrations- und Kriminalitätsproblematik der Aussiedlergruppe. Um diese systematisch zu vervollständigen, erfolgten Gespräche mit straffällig gewordenen jugendlichen Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Mit Hilfe der Interviews mit den jugendlichen Aussiedlern, die in der Justizvollzugsanstalt Adelsheim durchgeführt wurden, wurde verdeutlicht, wie die staatliche Bearbeitung der Aussiedlerzuwanderung in den 1990er Jahren in konkreten Biographien zum Ausdruck kommt und durch welche Erfahrungen und Problemlagen das Leben dieser Jugendlichen in der Bundesrepublik bis zu ihrer Verhaftung geprägt wurde. Zum anderen konnte erarbeitet werden, welche Lebenserfahrungen aus der Sicht der betroffenen Jugendlichen für das Begehen krimineller Taten ausschlaggebend waren und ob Zusammenhänge zwischen der sozialen Stellung dieser Jugendlichen und dem Auftreten abweichender Verhaltensformen bestehen.


Kurzfassung in Englisch

The goal of this thesis was to research the causes of the integration problems and migrants delinquency by analyzing the migration of the German repatriates from East Europe, the so called Aussiedler. Since the integration paradigm, which is always referred to by the German migration sociology, was estimated in this paper as unsatisfying, it was necessary to search for an alternative theoretical explanation. The research carried out by Norbert Elias and John Scotson "The Established and the Outsider" was considered an alternative theoretical basis. This study made it possible to treat the above mentioned problems from a different angle. Proceeding from Elias/Scotsons research the thesis analyzed the figuration ties which characterize the relations between a national state and transnational migration and dicussed the treatment of the German repatriates by shaping of admission policy and integration measures and by reflecting the migrants in the German mass media. This reseach was divided into two periods: the first period lasted from the beginning of the 1950s till 1987, and the second one covered the period from 1988 up to the present time.
The results gained in the course of this research formed the basis for the interviews with the imprisoned young people from the CIS countries held in the penitentiary establishment in Adelsheim. These interviews showed the influence ot the German migration policy of the second period on life experiences of the interviewed young migrants. The interviews also revealed which of these life experionces resulted in criminal acts.


SWD-Schlagwörter: Aussiedler , Eingliederung , Kriminalität , Migrationspolitik
Freie Schlagwörter (deutsch): Aussiedlerzuwanderung 1950-2003 , Integrationsprobleme , Kriminalitätsursachen von Aussiedlerjugendlichen
Freie Schlagwörter (englisch): migration of ethnic germans 1950-2003 , integration problems , youth delinquency
Institut: Institut für Soziologie
Fakultät: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Schwengel, Hermann (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.01.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 14.06.2006
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