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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-25731
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2573/


Meltzer, Franziska

Akustische Untersuchungen zur Aussprache von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspaltpatienten und auditive Korrelate

Acoustic analyses of the speech of cleft lip and palate patients and auditory correlatives

Dokument1.pdf (5.685 KB) (md5sum: 9ef98f09a2163c98cef47b434b8e5abc)

Kurzfassung in Deutsch

Kinder mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten entwickeln unbehandelt Sprechstörungen, die sowohl auf eingeschränkte Wahrnehmungen als auch auf die gestörte sprachfunktionelle Aktivität der betroffenen Strukturen zurückgehen. Aktuelle Konzepte der Primärbehandlung haben das Ziel der funktionellen Restauration der betroffenen Strukturen. Nach subjektivem Eindruck führt diese Behandlung insgesamt zu verbesserten sprachfunktionellen Ergebnissen. Eine unterschiedliche Qualität der Sprache hängt neben der Behandlungsmethode auch von der Art der Spaltfehlbildung ab. In einer Nachuntersuchung sollte die Aussprache von Lippen-, Kiefer-, Gaumenspaltpatienten als Ergebnis der in Freiburg üblichen Operationsverfahren im Vergleich mit der einer nicht betroffenen Probandengruppe quantitativ und qualitativ ausgewertet werden. Es wurde eine unterschiedliche sprachfunktionelle Qualität bei den ausgewählten Gruppen erwartet.

Folgende Patienten- bzw. Probandengruppen wurden in die Untersuchung einbezogen:
1. Kinder und Erwachsene mit abgeschlossenen Primäroperationen nach Lippen- und Lippen-Kieferspalten,
2. Kinder und Erwachsene mit abgeschlossenen Primäroperationen nach Gaumen- und Gaumensegelspalten,
3. altersgleiche nicht-betroffene Probanden.
Die Analyse der Aussprache erfolgte unter Anwendung von drei verschiedenen Untersuchungsmethoden:
1. Mit dem Gerät NasalView und der dazugehörigen Software wurden bei allen Patienten und Probanden Nasalanzmessungen durchgeführt, die das Verhältnis von oralem zu nasalem Sprachschall abbilden und dadurch den subjektiven Eindruck von Hypernasalität objektivieren.
2. Um den Sprachklang der Gaumenspaltpatienten einschätzen zu lassen, wurden Teile ihres aufgenommenen Sprachmaterials in einem Perzeptionstest sowohl geübten als auch ungeübten Hörern vorgespielt.
3. Eine spektrographische Analyse sollte Auswirkungen der anatomischen Beeinträchtigungen bei der Produktion artikulatorisch anspruchsvoller Laute auf das Schallsignal nachweisen.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Gruppe der Gaumenspaltpatienten in allen drei Untersuchungsteilen von der durch die Vergleichsprobanden festgesetzten Norm abwichen. Außerdem entsprachen die objektiv gemessenen Werte des NasalView der subjektiven Einschätzung durch die Hörer. Ein Nebenresultat der Untersuchung war die Aufstellung von Normwerten für den weiteren praktischen Einsatz des NasalView.


Kurzfassung in Englisch

Unrepaired cleft lip and palate are associated with perception problems and disturbed functional activity of the affected anatomical structures which in turn can result in speech disorders. Current concepts of primary treatment aim at the functional restoration of these structures. In addition to treatment method, speech quality also depends on cleft type. In this follow-up investigation, the speech of cleft lip and palate patients after surgical treatment at the Department of Maxillofacial Surgery Freiburg was evaluated and compared to that of non-affected persons with respect to quantity and quality. An altered speech quality was expected for the patient groups.

The following groups of patients and non-affected persons were investigated:
1. children and adults with repaired cleft lip,
2. children and adults with repaired cleft palate,
3. age and sex matched non-affected persons.

The speech quality was analysed using the following three methods:
1. Quantitative nasalance measurements were made using the NasalView, an instrument that computes the proportion of nasal to oral energy in the speech signal, thus objectivating the subjective auditory perception of hypernasality.
2. The perceptual quality of the speech of the cleft palate patients was tested by presenting speech samples of the cleft palate patients to a group of trained and untrained listeners for perceptual evaluation which provided nasality values.
3. A spectrographic analysis assessed effects of the anatomical deficiencies on the production of articulatorily demanding sounds, detectable in the acoustic speech signal.

The results showed a clear difference between the cleft palate patients and the other two groups. The objectively measured nasalance values correspond to the subjective assessments of the listeners. The collection of normative values by investigating non-affected persons is of further practical use for clinical purposes.


SWD-Schlagwörter: Phonetik , Akustische Phonetik , Auditive Phonetik , Experimentelle Phonetik , Gaumenspalte , Lippen-Kiefer-Gaumenspalte , Nasalität , Wahrnehmung
Freie Schlagwörter (deutsch): Nasalanz , NasalView
Freie Schlagwörter (englisch): cleft palate , nasality , acoustic analysis , perception , nasalance
Institut: Allgemeine Sprachwissenschaft (Phonetik)
Fakultät: Philologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Dittmann, Jürgen (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.12.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 07.08.2006
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