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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-26120
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2612/


Knorpp, Heike Christiane

Einfluss von Atemzugvolumen und PEEP auf die dynamische Atemmechanik : eine tierexperimentelle Untersuchung

Influence of tidal volume and PEEP on dynamic respiratory mechanics : investigation in a piglet model

Dokument1.pdf (1.072 KB) (md5sum: 2e40d99ab44d202df6621a5ed963b937)

Kurzfassung in Deutsch

Das akute Atemnotsyndrom des Erwachsenen (ARDS) stellt auch heutzutage ein nach wie vor schwer zu behandelndes Krankheitsbild mit entsprechend hoher Mortalitätsrate in der Intensivmedizin dar. Große multizentrische Studien haben die Bedeutung der lungenprotektiven Beatmung für das Überleben von ARDS-Patienten eindrücklich nachgewiesen. Im Sinne der Lungenprotektion ist der Zusammenhang zwischen Beatmungseinstellung und Atemmechanik von besonderem praktischen Interesse. Mit der vorliegenden Studie an einem ARDS-Schweine-Modell sollte der Einfluss der Beatmung mit unterschiedlich hohen Tidalvolumina und unterschiedlichen PEEP-Stufen auf die Atemmechanik untersucht werden. Die Analyse der Atemmechanik erfolgte sowohl unter statischen wie auch unter dynamischen Bedingungen. Die Analyse der Hämodynamik wurde gleichfalls vorgenommen.
Die hämodynamischen Parameter verhielten sich so wie es gemäß der Physiologie und Pathophysiologie des ARDS zu erwarten war. Die Analyse der statischen Atemmechanik hat Hinweise darauf ergeben, dass die Lage der unteren Inflektionspunkte (LIP) - entgegen der bisherigen Vorstellung - nicht weitgehend fix ist, sondern von der volume-history der Lunge abhängt, die durch das der statischen Messung vorangegangene Beatmungsmuster definiert ist. Dabei wandert der LIP bei Beatmung mit ZEEP mit zunehmendem Atemzugsvolumen zu höher werdenden Druck- und Volumenwerten hin. Dies wird als Hinweis darauf gewertet, dass die intratidale Rekrutierung in einem dem Atemzugsvolumen entsprechenden Volumenbereich die Position des LIP in der anschließenden statischen Messung beeinflusst. Dieser volume-history-Effekt wurde bei einer Beatmung mit PEEP 12 nicht beobachtet. Hinsichtlich der dynamischen Atemmechanik konnte eine Abhängigkeit der intratidalen Compliance sowohl vom Tidalvolumen als auch von der PEEP-Stufe nachgewiesen werden. Mit höherem Tidalvolumen nimmt auch die intratidale Compliance höhere Werte an, was durch intratidale Rekrutierung verursacht sein könnte. Durch die Anwendung von PEEP kam es zu einer Zunahme der Compliance, was als Hinweis auf PEEP-induzierte Rekrutierung von Alveolen zu werten ist. Die Resistance zeigt bei allen Tieren einen intratidal abfallenden Verlauf. Der intratidale Abfall der Resistance ist durch eine intratidale Aufweitung der Atemwege (Kalibereffekt) zu erklären. Insgesamt scheint die intratidale Resistance ihrer erheblichen Nichtlinearität wegen, ein Parameter der Atemmechanik zu sein, der in Zukunft möglicherweise noch einige Bedeutung im Hinblick auf die lungenprotektive Beatmung erlangen dürfte.


Kurzfassung in Englisch

ARDS is a disease difficult to treat and associated with a high mortality. Large multi center studies have shown big impact of lung protective ventilation on survival of ARDS patients. For lung protection the interaction of ventilator settings and respiratory mechanics is essential. The influence of different tidal volumes and PEEP levels on respiratory mechanics was studied in an ARDS pig model. Analysis of respiratory mechanics was done under static and dynamic conditions. Hemodynamic measurements were also analysed.
Results of hemodynamic measurements met physiologic and pathophysiologic responses in ARDS. Analysis of static respiratory mechanics indicated that the position of the lower inflection point (LIP) is not an invariant point in the pressure-volume diagram but dependent on volume history of the lungs which is defined by the ventilation pattern before the static maneuver. During ventilation with ZEEP the LIP moves to higher values of pressure and volume with increasing tidal volumes. This could be a hint that the intratidal recruitment within the volume range of a regular tidal volume has impact on the position of the LIP. This effect of volume history was not seen during ventilation with PEEP of 12 mbar. Concerning the dynamic respiratory mechanics we found dependence of intratidal compliance on tidal volume as well as on different PEEP levels. With higher tidal volumes the intratidal compliance increased most likely secondary to intratidal recruitment. By implementing PEEP compliance increased which could be a sign of PEEP induced recruitment of alveoli. Resistance showed an intratidally decreasing trend for all animals. This intratidal decrease of resistance can be explained by intratidal enlargement of the airways (caliber effect). Overall, secondary to its non-linearity, intratidal resistance seems to be one parameter of respiratory mechanics which might play an import role for lung protective ventilation.


SWD-Schlagwörter: ARDS , Atemmechanik , Compliance <Physiologie>
Freie Schlagwörter (deutsch): Resistance, respiratorisches System
Freie Schlagwörter (englisch): ARDS , respiratory mechanics , compliance , resistance , respiratory system
Institut: Anaesthesiologische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Guttmann, Josef (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.05.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 08.09.2006
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