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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-276
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/27/


Lehr, Andreas

Kleine Formen : Adornos Kombinationen: Konstellation/Konfiguration, Montage und Essay

Dokument1.pdf (1.167 KB) (md5sum: 1f133d2d25b21e3846025bdc5170b9af)

Kurzfassung in Deutsch

Die Philosophie Theodor W. Adornos sucht neue Formen der Darstellung. Untersucht wird die komplementäre Beziehung zwischen einer Philosophie, die kritische Theorie ist, und Formen der Darstellung, die sich durch den kritischen Impetus veränderten. Hier soll ein im Diskurs der Philosophie vernachlässigtes Thema hervorgehoben werden: Die Frage nach der Form, die randständig blieb oder spektakulär überhöht wurde: nonchalant ist der Umgang mit den Formen philosophischen Schreibens kaum. Adornos Darstellung besticht durch ihre parataktische Binnenstruktur. Seine Texte im Ganzen, das Verhältnis der Kapitel zueinander und die Argumentationsstruktur innerhalb besitzen keine sich vertikal verzweigenden Baumstrukturen mehr, sondern ähneln Rhizomen, sind Gefüge, die auf einer horizontalen Ebene verlaufen, sich verflechten und Knoten bilden - Texte eben. Drei Termini bilden das Zentrum der Untersuchung: Konstellation, Montage und Essay. Die Begriffe Konstellation und Konfiguration durchziehen das gesamte Werk Adornos. Schon in der Antrittsvorlesung Die Aktualität der Philosophie wird als Aufgabe gefordert, daß die Philosophie ›ihre Elemente in wechselnde Konstellationen zu bringen habe‹; dort werden auch die Möglichkeiten des ›Essay‹ ausgelotet, ›im kleinen einzudringen, im kleinen die Maße des bloß Seienden zu sprengen. Dies setzt sich fort über die Drei Studien zu Hegel und die Negative Dialektik bis zur nicht mehr vollendeten Ästhetischen Theorie. Dort wird die Frage der Darstellung zugespitzt zu der Feststellung, ›daß man nicht einen argumentativen Zusammenhang in der üblichen Stufenfolge aufbauen kann, sondern daß man das Ganze aus einer Reihe von Teilkomplexen montieren muß [...]; deren Konstellation, nicht die Folge, muß die Idee ergeben.‹ Adorno initiiert einen Übergang von statisch-substantiellen zu dynamisch-strukturellen Betrachtungen, ohne hierbei den Kontakt zu der Realität, die - wie man so schön sagt - herrscht, zu verlieren.


SWD-Schlagwörter: Kritische Theorie , Philosophie , Essay , Montage
Freie Schlagwörter (deutsch): Theodor W. Adorno , Walter Benjamin , Friedrich Nietzsche , Konstellation , Konfiguration
Institut: Philosophisches Seminar 1
Fakultät: Philosophische Fakultät I (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Philosophie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Prof. Dr. Ute Guzzoni
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.01.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 23.02.2000
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