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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-28297
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2829/


Serexhe, Franz-Bernhard

Studien zur Architektur und Baugeschichte der Kathedrale Saint-Lazare in Autun

Studies on the architecture and building history of the cathedral Saint-Lazare at Autun

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Kurzfassung in Deutsch

Dem ungeschulten Betrachter offenbart sich die Kathedrale Saint-Lazare im historischen Kastrum von Autun am ehesten als ein Bauwerk der Spätgotik, jener Epoche, in der der romanische Kernbau von reich dekorierten Seitenschiffskapellen umschlossen und mit einem krabbenbesetzten, spitzen steinernen Turm im Flamboyant-Stil bekrönt wurde. Betritt man das Innere der Kirche, so zeugen dort Wandgliederung und Baudekor im Stil der großen Abteikirche von Cluny von ihrer spätromanischen Herkunft. Mit der durchgreifenden Überarbeitung fast aller ihrer Bauteile ist diese Kirche aber in ihrer Bausubstanz in größten Teilen zu einem Bauwerk des 19. Jahrhunderts und damit zu einem typischen monument historique der französischen Denkmalpflege dieser Epoche geworden.
Die durchgeführte Bauuntersuchung und die erhaltenen Schriftquellen zur Kathedrale Saint-Lazare lassen rückblickend fünf Epochen starker Bautätigkeit erschließen, die mit den großen Restaurierungskampagnen zwischen 1840 und 1905 ihren vorläufigen Abschluß gefunden hatten. Seit jüngster Zeit sind wir selbst Zeugen einer erneuten ebenso gründlichen Überarbeitung, die diesem Kirchenbau durch Derestaurierung und Rekonstruktion weitere maßgebliche Bestandteile auf immer entziehen, ihm neue hinzufügen und ihn in seiner historischen Form wie in seiner ideologischen Funktion nochmals grundlegend umdeuten wird. Da sich der hiermit eintretende Wandel vor unseren Augen vollzieht, haben wir jetzt die nicht wiederkehrende Möglichkeit, den heutigen Bestand wenigstens durch seine Erforschung und Dokumentation zu sichern.
Die Komplexität historischer Bauwerke gibt Zeugnis vom Laufe jeder einzelnen Etappe ihrer ganzen Geschichte, von der Vergangenheit bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Achtung vor der Lesbarkeit der Geschichte verlangt deshalb eine Berücksichtigung aller Hinzufügungen und Veränderungen und muß sich gegen den Wunsch nach Vereinheitlichung, Verschönerung und Hervorhebung bestimmter Merkmale und Epochen verwahren, die in der Regel mit einer Ideologisierung und Instrumentalisierung dieser Epochen einhergehen.
Paradoxerweise haben aber gerade die großen Restaurierungsprojekte des 19. Jahrhunderts, die uns durch ihr Bestreben einer Wiederherstellung der ursprünglichen Physiognomie an vielen Bauten die Lesbarkeit der Geschichte geraubt haben, in ihrem wissenschaftlichen Geist häufig, wenn nicht an den Bauten selbst, so doch in ihrer oft minutiösen Bestandsdokumentation, wenigstens die Spuren bewahrt, die uns heute eine theoretische Kenntnis und Rekonstruktion dieser Bauten erlauben, so wie sie bis zu diesen Restaurierungen bestanden haben.
Insgesamt 912 originale Bauaufnahmen, Skizzen und Pläne wurden in den 70er Jahren von Abbé Denis Grivot gefunden und durch ihn während des internationalen Kolloqiums zum Lazarusgrab in Autun 1985 in die Obhut des Musée Rolin gegeben. Weitere Pläne und Dokumente wurden nach 1982 vom Verfasser aufgefunden. Die Gesamtzahl dieser Dokumente wurde vom Verfasser erstmalig inventarisiert und stand diesem während seiner Forschungen zur Verfügung. Seit der kürzlichen Auffindung dieser Bauaufnahmen und Architektenpläne unter den Dächern der Kathedrale von Autun und dank der umfangreichen Restaurierungsberichte und der zu diesen gehörenden Schriftstücke in den Archives Nationales de France und in der Bibliothèque du Patrimoine (Paris) verfügen wir erst heute über eine nahezu vollständige, jedoch bisher nicht von der Forschung bearbeitete Dokumentation aller Restaurierungsarbeiten an der Kathedrale von Autun seit ihrem Beginn um 1840.
Als einer der Hauptbauten der burgundischen Spätromanik hat dieser zunächst als Pilgerkirche zu den Reliquien des heiligen Lazarus errichtete Bau wegen seiner bedeutenden Bauplastik in der kunsthistorischen Forschung seit jeher vielfache Beachtung gefunden. Seine Baugestalt und Baugeschichte sind jedoch bisher nur ansatzweise untersucht worden, wobei deren Darstellung thematisch immer unter der primären Zielsetzung ikonologisch-stilistischer Interpretationen stand. Hierbei wurde der Wiedergabe überlieferter Baubeschreibungen und Hypothesen meist eine höhere Wertigkeit beigemessen als einer Untersuchung der Bausubstanz an der Kirche selbst.
Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit beruhen in erster Linie auf einer in den Jahren 1982 bis 1992 unternommenen bauhistorisch orientierten und mit bauarchäologischen Mitteln durchgeführten Untersuchung, die mit der Ergrabung der Hauptapsis und einer umfangreichen Restaurierungsstudie vorläufig abgeschlossen wurden. Durch die Einbeziehung der wiederaufgefundenen Pläne sowie der Berichte und Briefe der beteiligten Architekten, Verwaltungen, Bischöfe und der Pariser Commission des Monuments Historiques, von denen die wichtigsten aus dem Zeitraum 1789 bis 1863 im Anhang hier veröffentlicht sind, konnte es erstmals gelingen, immer wieder tradierte Hypothesen zur Architektur und Baugeschichte von Saint-Lazare zu überprüfen und zu neuen, abgesicherten Ergebnissen zu gelangen.


Kurzfassung in Französisch

A partir de la chronologie que nous révèlent les sources écrites, nous distinguons cinq grandes époques de constructions et de restaurations de l'église Saint-Lazare d'Autun, qui coïncident parfaitement avec les résultats de l'analyse archéologique effectuée, entre 1982 et 1992, sur l'édifice même.

La complexité de nos monuments, loin de préserver définitivement une "unité de style", acquise seulement pendant la courte durée d'une seule époque, rend compte de l'histoire entière du passé au présent. Si nous voulons conserver la lisibilité de son mouvement - loin de vouloir l'arrêter au XIXe siècle, mais contraint de lutter contre les atteintes perpétuelles du temps - le respect de l'histoire entière nous oblige à prendre tous ces apports créatifs échelonnés en considération.

Si justement l'époque des grandes restaurations, le XIXe siècle, en rétablissant la "physionomie première" approximative des monuments, nous a privé, dans beaucoup d'entre eux, de la lisibilité de l'histoire, son esprit scientifique nous a paradoxalement préservé, dans certains cas, les traces de cette histoire dans des relevés minutieux, permettant de reconstituer ces monuments tels qu'ils se présentaient avant les transformations projetées puis exécutées.

Depuis la découverte récente de 912 relevés et plans d'architectes ainsi que des carnets d'attachements dans les combles de la cathédrale d'Autun, et grâce à la conservation aux Archives Nationales ainsi qu'à la Bibliothèque du Patrimoine de pièces écrites (rapports de Viollet-le-Duc; rapports, devis descriptifs et notes des architectes diocésains; factures des entrepreneurs), nous disposons aujourd'hui d'une importante documentation, couvrant l'ensemble des travaux de restaurations effectués à la cathédrale d'Autun pendant et depuis le XIXe siècle.

En complément de l'analyse archéologique, éffectuée par l'auteur à la cathédrale d'Autun, et en plus de la recherche dans les sources écrites et graphiques plus anciennes, c'est à cet ensemble de documents authentiques du XIXe siècle que recourt l'analyse suivante de l'histoire de ce monument. Seul par ce travail de recherche minutieux, il était possible de réviser et de rectifier nombre hypothèses anciennes et mal assurées sur l'architecture et l'histoire de la cathédrale Saint-Lazare d'Autun ainsi que sur son tombeau de Saint Lazare et d'arriver à des résultats mieux fondés.

Sommaire de la thèse de doctorat:

Préface 5
I Introduction 6
II Description préliminaire 12
III Phases de construction entre l'abside et le choeur 21
IV Nouveaux éléments pour la reconstruction du tombeau de Saint Lazare 74
V Le charactère des façades intérieures ainsi qu'extérieur nord 93
VI L'ancienne façade occidentale de Saint Lazare 132
VII Le porche de Saint-Lazare 195
VIII Restauration et médialisation au 19e. siècle 236

Annexe 291
Les sources écrites historiques 291
Le Privilegium Innocentii Papae de 1132 292
Le témoin occulaire de 1146 295
Le permis de construction de 1178 299
La Charte Melior Dei Gratia de 1195 302
Les dossiers des restaurations entre 1798 et 1863 304
Liste et brève biographies des architectes depuis 1818 365
Notices chronologiques 371

Bibliographie 386


SWD-Schlagwörter: Stephan <von Autun> , Gislebertus <Künstler> , Autun , Autun / Kathedrale , Cluny
Freie Schlagwörter (deutsch): Lazarusgrab , Weltgerichtstympanon , Restaurierung , Wandgliederung , romanische Kapitelle , Pilgerkirchen
Freie Schlagwörter (englisch): romanesque architecture , tomb of Saint Lazarus , romanesque capitals , romanesque burgundy , Cluny
Institut: Kunstgeschichtliches Institut
Fakultät: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Architektur
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Schlink, Wilhelm (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 09.01.2007
Bemerkung: Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit beruhen in erster Linie auf einer in den Jahren 1982 bis 1992 unternommenen bauhistorisch orientierten und mit bauarchäologischen Mitteln durchgeführten Untersuchung, die mit der Ergrabung der Hauptapsis und einer umfangreichen Restaurierungsstudie vorläufig abgeschlossen wurden. Durch die Einbeziehung der wiederaufgefundenen Pläne sowie der Berichte und Briefe der beteiligten Architekten, Verwaltungen, Bischöfe und der Pariser Commission des Monuments Historiques, von denen die wichtigsten aus dem Zeitraum 1789 bis 1863 im Anhang hier veröffentlicht sind, konnte es erstmals gelingen, immer wieder tradierte Hypothesen zur Architektur und Baugeschichte von Saint-Lazare zu überprüfen und zu neuen, abgesicherten Ergebnissen zu gelangen.
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