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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-29525
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2952/


Stoeckle, Philipp

Doppelte Infinitivkonstruktionen im Alemannischen - eine empirische Untersuchung anhand der spontansprachlichen Daten des SSA

Dokument1.pdf (2.323 KB) (md5sum: 733ff5f1f5b88e0c2dce9363e8a24c8e)

Kurzfassung in Deutsch

Ein besonderes Merkmal der deutschen Syntax, verglichen etwa mit dem Englischen oder dem Französischen, ist die unterschiedliche Wortstellung im Haupt- und Nebensatz. Im Hauptsatz steht das finite Verb gewöhnlich an zweiter Position, im Nebensatz besetzt es die rechte Verbklammer. Allerdings existieren auch im Deutschen bestimmte Satztypen, bei denen dieser Unterschied zwischen Haupt- und Nebensatz auf den ersten Blick nicht zu bestehen scheint („Er hat gehen müssen.“ – „…dass er hat gehen müssen.“) und die in der Literatur unter dem Namen „Ersatzinfinitiv“ oder „Doppelte Infinitivkonstruktion“ bekannt sind. In vielen Dialekten, wie z.B. dem Alemannischen, herrscht jedoch sowohl im Haupt- als auch im Nebensatz bezüglich der Wortstellung eine sehr große Freiheit (HS: „Er hat gehen müssen“, „Er hat müssen gehen“; NS: „…dass er hat gehen müssen“, „…dass er hat müssen gehen“, „…dass er gehen hat müssen“).
Die Arbeit untersucht aufgrund der spontansprachlichen Daten des Südwestdeutschen Sprachatlasses die Struktur und die geographische Verteilung solcher Doppelter Infinitive im Alemannischen. Theoretisch bewegt sie sich dabei in der Tradition der Generativen Grammatik, innerhalb derer derartige Stellungsvarianten in Verbalkomplexen unter den Termini „Verb Raising“ (VR) bzw. „Verb Projection Raising“ (VPR) bekannt sind.
Im ersten Teil der Arbeit wird das theoretische Instrumentarium diskutiert und bereitgestellt. Die Analyse des Datenkorpus im anschließenden Hauptteil gliedert sich in zwei Punkte: Zunächst wird die Struktur Doppelter Infinitive auf das gesamte Gebiet bezogen untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der genauen syntaktischen Analyse und der Überprüfung der Forschungsliteratur anhand der empirischen Befunde. In einem zweiten Schritt erfolgt die Untersuchung der geographischen Verteilung der Doppelten Infinitive. Dabei zeigt sich, dass das Gebiet grob in drei Regionen eingeteilt werden kann, in denen jeweils eine Realisierungsvariante dominant ist. Da aufgrund der theoretischen Annahmen Bezüge zwischen den einzelnen Varianten gemacht werden können, ermöglicht die genaue Betrachtung der Verteilung der Varianten Aufschlüsse über mögliche Sprachwandeltendenzen.


SWD-Schlagwörter: Dialektologie , Alemannisch , Generative Grammatik , Syntax , X-Bar-Syntax , Sprachwandel , Baden / Mundart , Gesprochene Sprache
Freie Schlagwörter (deutsch): Verbalkomplex
Freie Schlagwörter (englisch): Verb Raising, Verb Projection Raising, Verb Cluster
Institut: Deutsches Sem. 1: Inst. f. Deutsche Sprache u. Ält. Lit.
DDC-Sachgruppe: Deutsch, germanische Sprachen allgemein
Dokumentart: Studienarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 10.04.2007
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