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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-29768
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2976/


Fritz Carrapatoso, Astrid

The greening of free trade : domestic politics and environmental issues in New Zealand's free trade agreement negotiations

Die Integration von Freihandels- und Umweltpolitik : Innenpolitische Einflüsse auf die ökologische Gestaltung neuseeländischer Freihandelsabkommen

Dokument1.pdf (3.342 KB) (md5sum: 259274f81455cf2de8bd24edbfb60ab9)

Kurzfassung in Englisch

Questions frequently arise whether the bilateral trade negotiation approach will help or hinder the achievement of an effective multilateral regime, and what route a particular country should follow to maximize its economic self-interests. Trade negotiations are a topic of growing importance not only in the multilateral but also in the regional and bilateral context. The United States (U.S.), for example, uses all three arenas to push trade liberalization, and the popularity of bilateral and regional trade deals as an alternative to slow negotiations at the World Trade Organization (WTO) is growing. But so is the anti-free trade sentiment among environmental and social-justice associations. Today, not only the question of bilateral and regional trade agreements as either building or stumbling blocks but also the question how free trade can be fair trade, i.e. how free trade can be designed in a sustainable way is debated.
The integration of environmental aspects into free trade agreements (FTAs) illustrates that governments negotiating FTAs have to pursue a double-edged diplomacy in order to serve interests both on the international and domestic level. In this case, this means that governments have to serve both business and environmental groups’ interests while at the same time negotiating with another country. The two-level diplomacy is especially challenging in asymmetric negotiations, i.e. negotiations between a smaller and a bigger country. It could be assumed that the smaller nation’s bargaining power is generally very low. The case of New Zealand shows that there are other ways to achieve national interests in negotiations such as persuasion and the image of a good global citizen instead of using mere military and economic power.
Based on the theoretical concept of two-level diplomacy, this book deals with the question whether domestic consultations on free trade agreements help to further integrate environmental issues into these trade agreements when the government is at the same time negotiating on the international level with the international counterparts. Consultation procedures between the government and interest groups are outlined, environmental issues to be dealt with in the negotiations are worked out and finally determinants for the integration of environmental aspects into trade agreements are identified and analysed. The objective of this study was to give an insight into the domestic dimension of international negotiations and to finally link the domestic level to the international level. This provides policy-makers and interest groups with a better understanding of the complexity of negotiations taking place both on the domestic and international level. Although New Zealand is here treated as a case study, general conclusions regarding internal and external factors influencing the integration of trade and environmental policies can be drawn by comparing three of the country’s recent trade agreements: the New Zealand-Thailand FTA, the Trans-Pacific SEP and the WTO Fisheries Negotiations.


Kurzfassung in Englisch

Seit Mitte der 90er Jahre herrscht ein weltweiter Boom an bilateralen und regionalen Freihandelsabkommen.Insbesondere der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete seit Ende der 90er Jahr den größten Zuwachs an bilateralen und regionalen Freihandelsabkommen. Dieser rapide Anstieg an Abkommen, die parallel zu WTO-Verhandlungen innerhalb der Doha Runde abgeschlossen wurden, lässt die Frage aufkommen, ob diese bilateralen und regionalen Freihandelsabkommen das multilaterale Handelssystem untergraben oder ihm nützen. Damit verbunden ist auch die Frage, welche Handelsstrategien ein Land verfolgen sollte, um seine wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen und seine ökonomischen Gewinne zu maximieren.
Obwohl Neuseeland ein starker Verfechter des Multilateralismus war und ist, sah es sich durch die internationalen Entwicklungen gezwungen, seine Handelsstrategie zu überdenken, um weiterhin auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig bleiben zu können. Über 20 Prozent des neuseeländischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird durch Außenhandel erwirtschaftet. Seit Anfang der 90er Jahre beinhaltet Neuseelands Handelspolitik daher offiziell bilaterale, regionale und multilaterale Ansätze.
Neuseeland profitiert jedoch nicht ausschließlich von einem florierenden Handel sondern auch von seinem Image als sauberes und umweltfreundliches Land, das jedes Jahr Millionen von Touristen anzieht. Eine Studie hat gezeigt, dass zwischen 50 und 80 Prozent weniger Touristen nach Neuseeland kommen würden, sollten sie den Eindruck gewinnen, dass dieses Image nicht mehr der Realität entspräche. Ähnliches gilt für das Konsumverhalten in Bezug auf neuseeländische Agrarprodukte. Zum Beispiel würde der Kauf von Milchprodukten um mehr als 50 Prozent zurückgehen. Das allein ist schon ein Grund für die neuseeländische Regierung, ihre Handelspolitik nachhaltig zu gestalten, um negativen Umwelteffekten vorzubeugen. Hinzu kommen aber noch die internationalen Verpflichtungen im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung und der Umweltpolitik (Neuseeland hat bereits über 100 multilaterale Umweltabkommen geschlossen). Ferner ist Neuseeland stark daran interessiert, das Land frei von Schädlingen und Krankheiten zu halten, da ein Ausbruch von beispielsweise Maul- und Klauenseuche insbesondere einer ökonomischen Katastrophe gleichkäme und Neuseeland Jahre bräuchte, um sich davon wieder zu erholen.
Dies sind einige der Gründe, warum Neuseeland im Jahre 2001 die Verhandlung von Umweltaspekten in Freihandelsabkommen zu einer bindenden Regelung gemacht hat. Die neuseeländische Labour-Regierung hat dabei auch ihre Wählerschaft berücksichtigt, die zu einem nicht geringen Teil in der Umweltbewegung zu finden ist. Dieser Umstand würde dafür sprechen, dass nationale Interessengruppen einen bedeutsamen Einfluss auf die Regierung ausüben können, bis hin zur Gestaltung aktueller Handelspolitik. Ob diese Interessengruppen auch die eigentlichen Verhandlungen über Freihandelsabkommen beeinflussen können, soll in dieser Dissertation geklärt werden. Hier steht die Frage im Vordergrund, inwiefern nationale Aushandlungsprozesse Auswirkungen auf internationale Verhandlungen haben. Es geht nicht ausschließlich um die Frage, ob Interessengruppen durch nationale Aushandlungsprozesse auf internationale Verhandlungen Einfluss nehmen können, sondern vielmehr, warum sie ihren Einfluss geltend machen und wie sie versuchen, über die nationale Ebene Einfluss auf internationale Verhandlungen zu gewinnen. Im Mittelpunkt der Analyse steht daher die Interaktion zwischen politischen, administrativen und gesellschaftlichen Akteuren auf nationaler Ebene. Dabei konzentriert sich die Dissertation auf Verhandlungen über die Integration von Umweltaspekten in Freihandelsabkommen. Drei Fallbeispiele werden untersucht: das New Zealand-Thailand Closer Economic Partnership (CEP) Agreement, das Trans-Pacific Strategic Economic Partnership (SEP) Agreement und die WTO Verhandlungen über Fischereisubventionen.


SWD-Schlagwörter: Umweltpolitik , Freihandel , Neuseeland / Resource Management Act , Neuseeland / Waitangi Tribunal , Neuseeland / Regierung
Freie Schlagwörter (englisch): New Zealand Ministry of Foreign Affairs and Trade
Institut: Seminar für Wissenschaftliche Politik
Fakultät: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Politikwissenschaft
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Rüland, Jürgen (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.01.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 26.04.2007
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