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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-31570
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3157/


Jabbarli, Ramazan

Veränderungen der Spinedichte von Körnerzellen im unilateralen Temporallappenepilepsie-Modell der Maus

Changes of granular cell spine density in a mouse model of unilateral temporal lobe epilepsy

Dokument1.pdf (879 KB) (md5sum: b8b9c474fe41ea9610b5c555251d6e08)

Kurzfassung in Deutsch

Die Temporallappenepilepsie (TLE) stellt die häufigste pharmakoresistente Epilepsie des Menschen dar. Als pathologisches Korrelat findet sich eine Sklerose des Hippocampus, auch Ammonshornsklerose (AHS) genannt. Diese ist gekennzeichnet durch einen Neuronenverlust in der Pyramidenzellschicht CA1 sowie im Hilus. Die Region CA3 und die Körnerzellschicht sind vom Neuronenverlust relativ ausgespart. Zusätzlich zeigt sich als Zeichen einer Migrationsstörung eine Dispersion des Körnerzellbandes und als Zeichen einer neuronalen Rekonnektion ein Rücksprossen der Axone der Körnerzellen, der Moosfasern.

In der vorliegenden Arbeit wurden die morphologischen Veränderungen von Körnerzellen bei der TLE in einem unilateralen intrahippokampalen Kainat-Injektions-Mausmodell (KI-Maus) im Vergleich mit einer Kontroll-Gruppe (Wildtyp , WT-Maus) untersucht. Die Körnerzellen wurden nach einer modifizierten Golgi-Methode gefärbt und mittels eines Computer-gestützten Camera lucida- Systems analysiert.

Es zeigte sich ein allgemeiner Spineverlust bei den Körnerzellen der KI-Mäuse. Die Messung der Spinedichte zeigte folgende Konstellation: bei Körnerzellen der WT-Mäuse fand sich eine heterogene Spineverteilung; innerhalb der Körnerzellschicht waren wenig, außerhalb viele Spines nachweisbar. Bei den KI-Mäusen war diese Heterogenität umgekehrt, wobei der Unterschied der Spinedichte innerhalb und außerhalb des Körnerzellbandes im Vergleich zu den WT-Mäusen weniger ausgeprägt war. Zusätzlich waren an den Körnerzellen der KI-Mäusen häufig Basaldendriten mit hoher Spinedichte und Excrescencen nachweisbar.

Diese Umstrukturierung der Spinedichte an den Körnerzellen bei den KI-Mäusen ist durch die große Plastizität von Spines erklärbar. Postsynaptische Spines werden abhängig vom Bedarf durch präsynaptische Aktivität gebildet.

Funktionell bedeutet der Spineverlust außerhalb des Körnerzellbandes bei KI-Mäusen, daß diese Körnerzellen weniger Innervation vom entorhinalen Cortex erhalten. Umgekehrt erhalten sie im Bereich des Körnerzellbandes eine vermehrte Innervation. Ursächlich für die Bildung der neuen Spines im Körnerzellband sind aller Wahrscheinlichkeit nach rücksprossende Moosfasern und die im Körnerzellband vorkommenden inhibitorischen Korbzellen.


Kurzfassung in Englisch

The temporal lobe epilepsy (TLE) represents the most frequent pharmacoresistant epilepsy of humans. As pathological correlate could be revealed a sclerosis of the Hippocampus, also called as Ammon's Horn Sclerosis (AHS). This is characterized by a neuronal loss in the CA1 pyramid cell layer as well as in the Hilus. The CA3 region and grainular cell layer (GCL) relatively avoid a neuronal loss. As a sign of migration disturbance additionally shows up dispersion of GCL and as a characteristic of neural reconnections a sprouting of the axons of granular cells, the mossy fibers, back to the GCL.

In the current work morphologic changes of granular cells at the TLE in a mouse model of unilateral intrahippocampal kainate injection (KI mouse) in the comparison with a control group (wild type mouse, WT mouse) were examined. The granular cells were impregnated according to a modified Golgi method and analyzed by means of a computer-assisted Camera Lucida system.

A general spine loss showed up on the granular cells of KI mice. The measurement of the spine density showed the following constellation: on granular cells of WT mice was a heterogeneous spine distribution; in GCL were few, outside more spines provable. On KI mice this heterogeneity was inversed, whereby the difference of the spine density was less pronounced within and outside of GCL compared with WT mice. Additionally at the granular cells of KI mice frequently the basal dendrites with high spine density and excrescences were provable.

This restructuring of the spine density at the granular cells of KI mice is explainable by the large plasticity of spines. Postsynaptic spines is formed dependent on the need of presynaptic activity. Functionally the spine loss outside of GCL in KI mice means that these granular cells receive less innervations from the entorhinal cortex. Vice versa, they receive an increased innervation within the GCL. For the formation of new spines in GCL in all probability back sprouting mossy fibers and the inhibitory basket cells occurring in GCL are causal.


SWD-Schlagwörter: Temporallappen-Epilepsie , Kainsäure , Körnerzelle , Spine , Dichte Menge , Hippocampus
Freie Schlagwörter (englisch): Temporal , Lobe, Epilepsy, spine , density
Institut: Neurochirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Zentner, Josef (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.02.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 01.08.2007
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