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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-33230
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3323/


Straub, Ulrich Friedrich

Die erstaunliche Beharrlichkeit des bürgerlichen Familienideals und seine Reflexion in ausgewählten Familiendramen von 1840 bis 1995

The surprising persistance of the middle-class family ideal and its reflexion in selected familiy dramas between 1840 and 1995

Dokument1.pdf (2.399 KB) (md5sum: 199b880d77f8d96857e8f55cc0f14838)

Kurzfassung in Deutsch

Das Erkenntnisinteresse der Arbeit gilt der Frage, auf welche spezifische Weise in modernen Familiendramen das bürgerliche Familienbild zwar die jeweiligen Akteure in ihrem Handeln, Fühlen und Sprechen formiert, zugleich aber umgekehrt auch durch Inkompatibilitäten kritisch relativiert wird. Anknüpfend an die Tradition des bürgerlichen Trauerspiels haben bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts immer wieder Dramatiker die Familienproblematik ins Zentrum ihrer Stücke gestellt und das Spannungsfeld zwischen den familialen Wertorientierungen und den davon abweichenden emotionalen Befindlichkeiten, persönlichen Interessen und psychischen Verstrickungen auf die Bühne gebracht. So haben Dramen stets einen wichtigen Beitrag zur Genese, Modifikation und Kritik des bürgerlichen Familienideals geleistet.

Um sich diesem immer wieder changierenden und nicht leicht zu fassenden Ideal theoretisch anzunähern, beginnt die Arbeit mit einer historischen und soziologischen Einführung in die Thematik. Es soll ein sozialgeschichtlicher Hintergrund geboten werden, vor dem der Leser die Darstellungsweise der Dramen verstehen und einordnen kann.

Die eigentliche literaturwisenschaftliche Arbeit geht in einem methodologischen Dreischritt vor: Im Zentrum steht die detaillierte und präzise Arbeit an den Dramentexten, die jedes Stück in seiner Struktur, seiner Dynamik und in seinem spezifischen Aufbau analysiert.
Der zweite Schritt stellt einen ersten abstrahierenden Versuch dar, die individuelle Position zu bestimmen, die das Stück zu den jeweils im Vordergrund stehenden Werten des bürgerlichen Familienideals einnimmt. Dabei rückt die Autorintention genauso in den Blickpunkt wie der Bezug zur Entstehungszeit des Stückes. Die so gewonnenen Einsichten fließen in den dritten, den diachronen Teil der Arbeit mit ein. Dieser ist nach familiären Rollen und den mit ihnen verbundenen Erwartungen geordnet. Es werden ein sinnhafter Zusammenhang zwischen den Stücken hergestellt und zeitliche Entwicklungen aufgezeigt. Die Arbeit wird durch diese Vorhgehensweise den dramatischen Texten genauso gerecht wie den übergeordneten thematischen und mentalitätsgeschichtlichen Bezügen.

Die Arbeit reduziert sich nicht auf die Aneinanderreihung von acht Einzelinterpretationen. Diese ergeben nämlich zusammen mit den verbindenden Passagen ein Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner Teile, nämlich ein Beitrag zur Erhellung des nach wie vor präsenten bürgerlichen Familienideals.


Kurzfassung in Englisch

The dissertation is a study of the middle-class image in modern family dramas and on the one hand how it forms the characters in their actions, feelings and their ways of speaking. This objective, however, is supplemented on the other hand by the antithetical question of how this image is simultaneously put critically into perspective through various incompatibilities. Following the tradition of middle-class tragedy, playwrights consistently placed family issues in the center of their plays up until the end of the twentieth century. Thus, they put the conflict between family values and diverging caprices, personal interest and psychological entanglements on stage. In doing so, dramas have always made a significant contribution to the genesis, modification and criticism of the middle-class ideal of the family.

The family ideal, ever changing and difficult to conceive, is slowly approached by prefacing the thesis with a historical and sociological instruction. Social history forms the background for a better understanding and categorisation of the drama's representation.
The introduction is followed by the actual literary study, which is accomplished in three methodological steps. The nucleus of the paper forms the detailed study of the dramatic texts by focusing on their structure, dynamics and specific compositions.
In the second step, an attempt is made at abstraction in order to define the individual position which each drama assumes in relation to the represented middle-class family ideals. At the same time, both the author's intention and the drama's date of origin is taken into consideration.
The conclusions of the second step form the basis of the third and diachronic part of the study. This is structured according to the specific family roles and the expectations in relation of these roles. All dramas are connected through their content. Furthermore, a chronological development is visible.
By following this approach, the dissertation gives consideration both to the dramatic texts themselves as well as to references of greater themes and aspects contained within the history of mentalities.

The study is more than a stringing together of eight separate interpretations of eight separate dramas. In bringing these things together, it quickly becomes obvious that these interpretations, together with their linking passages, are much more than just the sum of their parts. They are, in fact, a contribution to a closer understanding of the ever-present ideal of the middle-class family.


SWD-Schlagwörter: Hebbel, Friedrich , Maria Magdalena , Ibsen, Henrik , Holz, Arno (Schriftsteller) , Schlaf, Johannes , Holz, Arno <Schriftsteller> / Die Familie Selic
Freie Schlagwörter (deutsch): Familienideal , Familiendramen , Buergertum , Familienbild , Familienbeziehungen
Freie Schlagwörter (englisch): familiy dramas , family ideal
Institut: Deutsches Sem. 2: Institut für Neuere Deutsche Literatur
Fakultät: Philologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Deutsche und verwandte Literaturen
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Saße, Günter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.06.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 16.10.2007
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