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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-33388
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3338/


Al-Shajlawi, Anam

Psychobiologische Untersuchungen bei Patienten mit Nichtorganischer Insomnie

Psychobiological examinations in patients with non-organic insomnia

Dokument1.pdf (1.536 KB) (md5sum: d4d32034f0166265aaa6641db5525f2f)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorliegende retrospektive Studie verfolgte das Ziel, das Störungsbild der nichtorganischen Insomnie vor dem Hintergrund soziodemographischer, psychometrischer und polysomnographischer Gesichtspunkte zu untersuchen. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass zwar eine Fülle von derartigen Untersuchungen über Insomnien im Allgemeinen existiert, die genaue Unterscheidung zwischen primären und sekundären Insomnien jedoch häufig nicht unternommen wird.
Zur Datenerhebung wurden die Schlaflabor-Akten von Patienten mit der Diagnose primäre/nichtorganische Insomnie durchgesehen. In die Studie mit einbezogen wurden lediglich jene Patienten, die die Diagnosekriterien der primären/nichtorganischen Insomnie erfüllten. Untersucht wurden schließlich 100 medikamentenfreie Patienten, die mit einer nach Geschlecht und Alter angeglichenen Stichprobe von 100 gesunden Kontrollprobanden verglichen wurde.
Neben der Erhebung soziodemographischer Daten, fanden sich subjektive und objektive Unterschiede, sowie signifikante Geschlechts- und Alterseinflüsse auf den Schlaf. Polysomnographische Erhebungen konnten signifikante Unterschiede für Maße der Schlafkontinuität, sowie der Schlafarchitektur aufdecken. Spektralanalytische Berechnungen erbrachten jedoch nicht die zwischen Patienten und Gesunden erwarteten Unterschiede in hochfrequenten Spektren. Die Messung psychometrischer Variablen bestätigte die von den Patienten geäußerten Schlafbeschwerden. Im direkten Vergleich von objektiven (d.h. polysomnographischen) und subjektiven Variablen zeigte sich jedoch eine Unterschätzung der Gesamtschlafzeit und Überschätzung der Einschlafzeit bei den Patienten. Es konnte allerdings gezeigt werden, dass sich nicht alle Insomnie-Patienten per se bei ihren Schlafzeiten verschätzen. Die Dauer der Insomnie nimmt hier Einfluss auf die Schätzungsgenauigkeit. Ein First-Night-Effekt (FNE) konnte für Patienten und Gesunde bestätigt werden. Patienten zeigten jedoch einen stärker ausgeprägten FNE sowie eine deutlichere Nacht-zu-Nacht-Variabilität.
Die zum Teil moderaten Unterschiede zwischen Patienten und Gesunden lassen die Annahme zu, dass sich in der Gesamtstichprobe der Patienten vermutlich auch Subformen der Insomnie befinden, wie sie in neueren Klassifikationssystemen dargestellt werden. Durch den retrospektiven Charakter dieser Untersuchung war eine weitergehende Klassifikation in Unterformen der Insomnie jedoch nicht möglich. Für zukünftige prospektive Untersuchungen erscheint diese Unterteilung jedoch zwingend notwendig.


Kurzfassung in Englisch

The aim of this retrospective study was to investigate the complaint of “non-organic insomnia” against the background of sociodemographic, psychometric and polysomnographic principles. The idea was, that there are in fact plenty of studies about insomnia in general, but the attempt of exactly differentiating between “primary” and “secondary” insomnia has often not been made.
For data collection the sleep laboratory files of non-organic/primary insomnia patients have been reviewed. Only those patients that exactly matched the diagnosis criteria of non-organic/primary insomnia were included in the study. Eventually, we examined 100 drug-free patients in comparison to 100 age- and gender-matched healthy controls.
Beside the collection of sociodemographic data we found subjective and objective differences as well as significant age and gender influences on sleep. Polysomnographic examinations could reveal significant differences in measures of sleep continuity and sleep architecture. However, spectralanalytic calculations couldn't detect differences in high frequent spectra. Measurement of psychometric variables confirmed patients’ expressed sleep disturbances. Direct comparison of objective (i.e. polysomnographic) and subjective variables showed an underestimation of total sleep time and an overestimation of sleep onset latency in patients. We could show however, that not every patient under- or overestimates sleep and that the duration of insomnia influences the accuracy of estimating sleep. A first-night-effect (FNE) could be confirmed for both patients and healthy controls. Patients showed a stronger FNE and a more distinct night-to-night-variability.
The rather moderate differences between patients and healthy controls tolerate the assumption, that our sample of patients might summarize different subgroups of insomnia, being specified in new classification systems. However, the retrospective nature of the study made it impossible to further classify patients according to their specific insomnia symptoms. For future prospective studies this subdivision seems mandatory.


SWD-Schlagwörter: Schlafstörung , Polysomnographie , Geschlechtsunterschied , Altersunterschied
Freie Schlagwörter (deutsch): Insomnie , Schlafwahrnehmung , First-Night-Effek t, Nacht-zu-Nacht-Variabilität
Freie Schlagwörter (englisch): insomnia , sleep perception , first-night-effect , night-to-night-variability
Institut: Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik
Fakultät: Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Riemann, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.09.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 22.10.2007
Bemerkung: Teile der vorliegenden Arbeit sind bereits veröffentlicht [Voderholzer, Al-Shajlawi, Weske, Feige & Riemann. In: Depression and Anxiety 2003; 17(3): 162-172.] bzw. zur Veröffentlichung eingereicht (Feige, Al-Shajlawi, Nissen, Voderholzer, Hornyak, Spiegelhalder, Kloepfer, Perlis & Riemann).
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