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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-34973
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3497/


Huber, Michael

Wertigkeit des Papillenflickervergleichs in der Glaukomdiagnostik

Diagnostic value of flicker comparison of optic disc photographs in glaucoma

Dokument1.pdf (1.151 KB) (md5sum: cf27b7e742761ca8e742fedc3764090d)

Kurzfassung in Deutsch

Wir haben mit dieser Studie den Papillenflickervergleich auf seinen Nutzen und seine Anwendbarkeit an einer für den klinischen Alltag relevanten Studiengruppe getestet. Hierzu wurden im Verlauf aufgenommene Papillenfotografien von Patienten mit okulärer Hypertension digital aligniert und chronologisch maskiert. Drei unterschiedlich erfahrene Untersucher beurteilten unabhängig voneinander in zwei Durchgängen Papillenveränderungen durch alternierendes Betrachteten der Bildpaare. Zur Bestimmung der Sensitivität und Spezifität wurde die Übereinstimmung mit reproduzierbaren Gesichtsfelddefekten überprüft. Die intraindividuelle Reproduzierbarkeit und die Spezifität waren mit im Mittel kappa=0,61±0,17 bzw. 86% zufriedenstellend. Nicht befriedigend waren die interindividuelle Reproduzierbarkeit von kappa=0,39±0,06 und die Sensitivität von 42%. Die niedrige interindividuelle Reproduzierbarkeit ist möglicherweise auf eine unterschiedliche „Toleranzschwelle“ der Untersucher zurückzuführen. Eventuell lässt sich dies durch eine stärkere Objektivierung der Kriterien und eine Abstufung der Progressionsbeurteilung verbessern. Die niedrige Sensitivität wurde durch mindestens 5 (nach Konsensliste) von 12 nicht erkannte Gesichtsfeldkonvertern verursacht. Dies könnte durch einen inkonstanten Zusammenhang zwischen Papillen- und Gesichtsfeldbefund bedingt sein, wie schon in anderen Studien beschrieben. Möglicherweise beinträchtigte auch die Bild- und Alignierungsqualität die Befundung, was eventuell durch eine einfache Helligkeits- und Kontrastangleichung zu verbessern ist. Andererseits sind die Ergebnisse auch in Relation zu setzen zu den Herausforderungen des praxisnahen longitudinalen Studienaufbaus und der Problematik eines fehlenden definitiven Goldstandards in der Glaukomdiagnostik. Der von uns gewählte Vergleich mit der statischen Perimetrie zielte dabei auf die für einen Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck entscheidende Frage: Bin ich auf dem Weg blind zu werden? Um den Nutzen des Papillenflickervergleichs zur Früherkennung des Glaukoms genauer zu bestimmen zu können, müssen die Gesichsfelder der untersuchten Patienten noch weiter beobachtet werden. Der Flickervergleich stellt aber unserer Ansicht nach auch weiterhin eine einfache, kostengünstige und sinnvolle Ergänzung zu anderen Verfahren in der Glaukomdiagnostik dar.


Kurzfassung in Englisch

In this study we evaluated the benefit and practicability of the flicker comparison of optic disc images on a clinically relevant study group. For this, serial optic disc images of patients with ocular hypertension were digitally aligned and the chronological sequence was masked. Three differently experienced observers independently judged progressive optic disc changes by alternately viewing the image pairs in two passes. For the determination of the sensitivity and specificity the agreement with a reproducible visual field lost was examined. The intraobserver reproducibility and the specificity were satisfying with an average kappa value of 0,61±0,17 and a 86% specificity. Not satisfying were the interobserver reproducibility with a kappa value of 0,39±0,06 and a sensitivity of 42%. The low interobserver reproducibility is possibly due to a different "tolerance threshold" of the observers. This can eventually be improved by a stronger objectification of the criteria and a further grading of the optic disc evaluation for progression. The low sensitivity was caused by at least 5 (after a consent list) of 12 not recognized visual field converters. This could be due to a inconstant relation between optic disc and visual field findings, as already described in other studies. Possibly also the quality of the images an the quality of alignment affected the reading, which eventually could be improved by a simple adjustment of brightness and contrast. On the other hand the results have to be set in relation to the challenges of the longitudinal structure of the study and the problem of a missing definite gold standard in the diagnosis of glaucoma. The comparison with the static perimetry as chosen by us aimed at the crucial question for a patient with increased intraocular pressure: Am I on the way to go blind? In order to determine the value of the flicker test for the early detection of glaucoma more exactly, the visual fields of the examined patients must still be further observed. However, in our opinion the flicker test also furthermore represents a simple, economical and expedient complement to other technologies in the diagnosis of glaucoma.


SWD-Schlagwörter: Glaukom , Blinder Fleck , Gesichtsfeldmessung , Reproduzierbarkeit , Kappa-Koeffizient
Freie Schlagwörter (deutsch): Papillenfotografie , Papillenanalyse , okuläre Hypertension
Freie Schlagwörter (englisch): optic disc photography , optic disc analysis , ocular Hypertension
Institut: Univ.-Augenklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Funk, Jens (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.03.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 14.11.2007
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