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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-35928
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3592/


Waibel, Birgit

Phrasal verbs in learner English: a corpus-based study of German and Italian students

Phrasenverben im Lernerenglisch: eine korpus-basierte Analyse deutscher und italienischer Fremdsprachenlerner

Dokument1.pdf (1.312 KB) (md5sum: 16b3a22042005a6c2ee87078881243d6)

Kurzfassung in Deutsch

Die Dissertation beschäftigt sich mit dem sprachlichen (Fehl-)Verhalten deutscher und italienischer fortgeschrittener Englischstudierender im Bereich der im Englischen weitverbreiteten Phrasenverben, also fester Kombinationen aus Verb und Adverbialpartikel wie put off oder make up. Sie zeichnen sich durch hohe Frequenz in den unterschiedlichsten Textsorten und Registern des Englischen aus und sind so ein fester Bestandteil der englischen Idiomatik. Allerdings stellen sie wegen ihrer hohen syntaktischen Komplexität und oftmals fehlenden semantischen Transparenz selbst fortgeschrittene Fremdsprachenlerner vor erhebliche Probleme. Diese müssen sich u. a. damit auseinandersetzen, dass die Bedeutung eines Phrasenverbs in der Regel nicht aus der Summe der Einzelbedeutungen besteht, dass Phrasenverben mehrere (nicht zusammenhängende) Bedeutungen annehmen können und dass sie kontextuellen Restriktionen unterliegen. Aus kontrastiver Sicht findet diese Verbenart in den jeweiligen Muttersprachen der Lerner nur bedingt Entsprechung: Im Italienischen existiert zwar ein syntaktisch und semantisch kongruenter Verbentypus („verbi frasali“); im Gegensatz zum Englischen werden die italienischen Phrasenverben aber nur im gesprochenem Kontext verwendet und auch ihre Anzahl ist sehr viel geringer. Deutsche Partikelverben ähneln den Phrasenverben oberflächlich, verhalten sich aber syntaktisch anders, da die (je nach Flexion) freistehende Partikel lediglich ein vom Stamm gelöstes Präfix ist (weggehen – er ging weg). Semantisch sind Partikelverben aber mit Phrasenverben in vielen Fällen vergleichbar.
Italienische und deutsche Englischlernende werden also mit einer ihnen teilweise fremden Konstruktion konfrontiert, deren Beherrschung zwar für idiomatisches Englisch nötig ist, deren Bedeutung aber im (schulischen) Fremdsprachenunterricht nicht klar genug herausgestellt wird. Dies ist der Ausgangspunkt des Forschungsprojektes: Durch detaillierte quantitative und qualitative Analysen aller im Datenmaterial (d.h. der „deutschen“ und „italienischen“ Komponente des International Corpus of Learner English, je ca. 250000 Wörter) vorhandenen Phrasenverben wurde eine genaue Beschreibung der für fortgeschrittene Lerner tatsächlich auftretenden Schwierigkeiten vorgenommen. Die Ergebnisse können als Grundlage für die Entwicklung von Lehrmaterialien dienen, die besser auf die Problematik der Phrasenverben abgestimmt sind als jene, die bisher zur Verfügung stehen. Im Unterschied zu früheren Arbeiten, die meist das Phänomen der Vermeidung der Phrasenverben untersuchten, analysiert die vorliegende Arbeit Texte, die nicht auf den Gebrauch spezifischer, vorher festgelegter Phrasenverben spezialisiert sind und so ein neutraleres Bild der Lernerkompetenzen in diesem Bereich widerspiegeln.
Die Arbeit ist in sieben Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Phraseologieforschung im Allgemeinen und in Hinblick auf Fremdsprachenlerner; darauf folgen theoretische Grundlagen zu Phrasenverben und ein Forschungsüberblick zu Phrasenverben in der Lernersprache allgemein (Kapitel 2). Dem schließt sich eine Einführung in die Lernerkorpuslinguistik an, in der besonderes Augenmerk auf dem Potential dieses noch relativ jungen Forschungsbereichs liegt. Hier findet sich auch eine ausführliche Beschreibung des verwendeten Korpus (Kapitel 3). Im vierten Kapitel werden methodische Gesichtspunkte der Studie beschrieben; im fünften und sechsten Kapitel werden die Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Analysen besprochen. Das siebte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, zieht Schlussfolgerungen daraus und bietet einen Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungsansätze.


Kurzfassung in Englisch

This study deals with the use of phrasal verbs in the essay writing of advanced German and Italian learners of English. Phrasal verbs, i.e. fixed combinations consisting of verb and adverbial particle (e.g. make up and put off), are pervasive in all registers of the English language and make the language highly idiomatic. However, due to their syntactic, semantic, and idiomatic complexity they present an immense learning load even for advanced learners. The meaning of a phrasal verb can usually not be derived from the individual meanings of its elements; they can be polysemous and are frequently submitted to contextual restrictions. From a contrastive point of view, phrasal verbs correspond only in part to similar constructions in the learner groups’ native languages. German particle verbs are semantically similar to English phrasal verbs, but behave differently on the syntactic level. The Italian “verbi frasali” correspond both structurally and semantically to English phrasal verbs; however, Italian phrasal verbs are rare and restricted to spoken, colloquial language and so cannot be compared to their English counterpart in terms of frequency and use.
Both German and Italian learners are thus confronted with a verb type which, on the one hand, is indispensable for idiomatic English but whose teaching is, on the other hand, often neglected in the foreign language classroom. This is the starting point for the present study. On the basis of detailed quantitative and qualitative analyses of all phrasal verbs extracted from the database (i.e. the German and Italian components of the International Corpus of Learner English, c. 250,000 words each), the actual problems advanced learners have with phrasal verbs are described. The results can serve as the basis on which to develop teaching materials that are better geared towards the problems phrasal verbs create. The present study differs from earlier research – which usually dealt merely with the avoidance of phrasal verbs – in that the entire range of this type of multi-word verbs is analysed, rather than merely a predefined list. In this way, a more neutral reflection of learner performance in this area can emerge.
The study is divided in seven parts. The first chapter is concerned with phraseology in general and with respect to foreign language learners, followed by theoretical considerations of phrasal verbs and a state-of-the-art report on phrasal verbs in learner language (chapter 2). The third chapter offers an introduction to learner corpus linguistics, emphasising the potential of this recent area of corpus linguistics. Chapter four deals with methodological aspects of the corpus study; the quantitative and qualitative results of the study are discussed in chapters five and six. In the last chapter, the corpus results are summarised, conclusions are drawn and further potential approaches are presented.


SWD-Schlagwörter: Partikelverb , Englischunterricht , Korpus <Linguistik>
Freie Schlagwörter (deutsch): Lernersprache Englisch , International Corpus of Learner English
Freie Schlagwörter (englisch): phrasal verbs , learner English , International Corpus of Learner English , Contrastive Interlanguage Analysis
Institut: Englisches Sem. 1 Inst. f. Engl. Sprache und Literatur
Fakultät: Philologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Englisch, Altenglisch
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Mair, Christian (Prof. Dr. Dr. h.c.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 29.11.2007
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