Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-3905
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/390/


Kulke, Florian Berthold

Neurolinguistische Daten und psycholinguistische Modelle : Gruppenstudien zu bedeutungsbezogenen aphasischen Fehlbenennungen

Neurolinguistic data and psycholinguistic models : group studies of semantically related aphasic misnamings

Dokument1.pdf (1.303 KB) (md5sum: 386d210eb581a36756c1ea0ab3a98529)

Kurzfassung in Deutsch

Das Diskrete Zwei-Stufen Modell (Levelt et al., 1999), das Independent Network Model (Caramazza, 1997) und das Interaktive Feedback Modell (Dell, 1986) formulieren für die mündliche Sprachproduktion unterschiedliche Hypothesen über den Zusammenhang von Semantik, Syntax und Phonologie im mentalen Lexikon. Vor dem Hintergrund dieser Hypothesen untersucht die vorliegende Arbeit im Paradigma der kognitiven Neurolinguistik Fragen zu Eigenschaften semantischer Paraphasien in der mündlichen Sprachproduktion von aphasischen Patienten: Wie häufig sind semantische Paraphasien mit gleichzeitiger phonologischer Ähnlichkeit zum Zielwort? Wie häufig sind semantische Paraphasien, die im grammatischen Geschlecht mit dem Zielwort übereinstimmen? Wie häufig lassen sich semantische Paraphasien durch formbezogene Interventionen auslösen? Die analysierten Paraphasien stammen aus drei Gruppenstudien zum mündlichen Benennen von Abbildungen mit insgesamt 101 Patienten. Zur Bestimmung der phonologischen Ähnlichkeit von Paraphasien und Zielwörtern wurde eine Methode entwickelt, die Probleme bisheriger Verfahren überwindet, indem die phonologischen Eigenschaften semantischer Konkurrenten zu Paraphasie und Zielwort berücksichtigt werden. Sowohl die Häufigkeit semantischer Paraphasien mit phonologischer Ähnlichkeit zum Zielwort als auch die der Paraphasien mit demselben grammatischen Geschlecht wie das Zielwort liegen über dem Zufallsniveau. Die Häufigkeit, mit der semantische Paraphasien durch formbezogene Interventionen ausgelöst werden konnten, liegt annähernd signifikant über dem Zufallsniveau. Das Diskrete Zwei-Stufen Modell weist die weitreichendsten Möglichkeiten auf, die beobachteten Effekte zu erklären und bildet den Ausgangspunkt für vorgeschlagene Modellmodifikationen.


Kurzfassung in Englisch

For spoken language production, the discrete two-stage model (Levelt et al., 1999), the independent network model (Caramazza, 1997) and the interactive activation model (Dell, 1986) put forward different hypotheses concerning the interaction of semantic, syntactic and phonological features in the mental lexicon. The paper investigates these hypotheses within the paradigm of cognitive neurolinguistics by analyzing properties of semantic paraphasias in the spoken language production of aphasic patients: How often do semantic paraphasias occur with simultaneous phonological similarites to the target? How often do semantic paraphasias preserve the target's grammatical gender? How often can semantic paraphasias be elicited by supplying phonological cues? Semantic paraphasias from three group studies of oral picture naming by a total of 101 aphasic patients are analyzed. Phonological similarities are determined by applying a newly developed method that takes into account phonological properties of the targets' and the paraphasias' semantic competitors and, therefore, is superior to previously applied methods. Semantic paraphasias with phonological similarities to their targets and semantic paraphasias preserving their targets' gender are observed significantly more often than expected by chance. The frequency by which semantic paraphasias were elicited by phonological cues approaches significance. These effects are best explained within the framework of a modified discrete two-stage model.


SWD-Schlagwörter: Neurolinguistik , Psycholinguistik , Aphasie , Paraphasie , Mentales Lexikon
Freie Schlagwörter (deutsch): gemischte Paraphasie , Genus , Mis-Cueing , Gruppenstudie
Freie Schlagwörter (englisch): aphasia , mixed paraphasia , grammatical gender , mis-cueing , group study
Institut: Dt. Sem. 1 Inst. f. Deutsche Sprache u. Ält. Lit.
Fakultät: Philosophische Fakultät III (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Blanken, Gerhard (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.02.2001
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 24.04.2002
Indexliste