Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-3972
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/397/


Raffelt, Albert

'Pie quaerere' - Augustins Weg der Wahrheitssuche

Dokument1.pdf (373 KB) (md5sum: b7b25362a2049cc5595a189e19c9a121)

Kurzfassung in Deutsch

Das fünfte Buch steht in der Mitte der am Lebensweg Augustins orientierten Bücher und bedeutet die Wende aus der Gottferne zur Offenheit für den katholischen Glauben. Es stellt den Manichäismus - repräsentiert durch die Begegnung mit Faustus in Karthago - und die >ecclesia catholica< - repräsentiert durch Ambrosius von Mailand - gegenüber. Der grundlegende Zweifel am Manichäismus bedingt einen intellektuellen Ablösungsweg, der über die skeptische Position verläuft, die Augustin in Rom vertritt. Der biographische Rahmen gibt dem Buch das Thema der rechten Wahrheitssuche vor. Das Prooemium verknüpft die Thematik des Buches mit den parallelen Ansätzen und Weiterführungen vom dritten bis zum neunten Buch und thematisiert ausdrücklich die Absicht der Confessiones. Die Schritte der Selbstbesinnung führen von den Schwierigkeiten der manichäischen Kosmologie, die der erfolgreichen Wissenschaft keine analoge Schlüssigkeit entgegenstellen können, zu einer Einordnung der wissenschaftlichen Kenntnis durch eine biblisch und ethisch orientierte Reflexion. Der biographisch bedingt eingefügte Seitenweg des Skeptizismus wird in De academicis mit dem Nachweis der grundsätzlichen Wahrheitsfähigkeit der Vernunft aufgearbeitet, wobei das reine Finden eine eschatologische Größe bleibt. Die Frage nach der rechten Suche, die in diesem Lebensabschnitt leitend ist, wird in De utilitate credendi zum Teil argumentativ nachvollzogen. Das geforderte >pie quaerere< steht auch im sonstigen Werk Augustins für die geforderte ethisch-intellektuelle Haltung, die mit Hilfe der neuplatonischen Philosophie zu einer Theorie wahren Suchens ausgebaut wird (z. B. De animae quantitate).


Kurzfassung in Englisch

The fifth book is placed in the middle of the books concerning Augustine's life story. It signifies the turn from Augustine's distance from God to his public recognition of the catholic faith. It opposes Manichaeism, represented by the meeting with Faustus in Carthage, to the ecclesia catholica,, represented by Ambrose of Milan. The fundamental doubt concerning Manichaeism conditions an intellectual solution which goes through an Interim position of scepticism which Augustine encountered in Rome. The biographical framework gives the book the theme of a sincere search for truth. The introduction connects the themes of the book with the parallel occurences and future considerations in books three through nine, and has the Intention of the Confessiones as an explicit theme. The steps of contemplation go from the difficulties with Manichaen cosmology, which could give no alternative conclusions to successful scientific explanations, to an ordering of scientific knowledge through biblical and ethical reflection. The biographically induced addition of scepticism is worked out in De academicis with the proof of the fundamental ability of reason to achieve truth, although the pure finding of truth remains an eschatalogical gift. The question of the sincere search, which is primary in this part of Augustine's life, is duplicated partially by arguments in De utilitate credendi. The pious search stands also in other works of Augustine for a required ethical?intellectual position which with the help of neoplatonic philosophy will be constructed into a theory of true search, for example in De quantitate animae


SWD-Schlagwörter: Augustinus, Aurelius / Confessiones 5 , Kommentar
Institut: Institut für Systematische Theologie
DDC-Sachgruppe: Religion
Dokumentart: Aufsatz
Quelle: Norbert Fischer ; Cornelius Mayer (Hrsg.): Die Confessiones des Augustinus von Hippo. Freiburg 1998, S. 199-240
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1998
Publikationsdatum: 03.05.2002
Indexliste