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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-44265
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4426/


Tavcer, Scharie

Causal factors in the crime of trafficking of women for the purpose of sexual exploitation: An exploration into push and pull factors relevant to women trafficked from Moldova to Western Europe

Kausale Faktoren des illegalen Handels mit Frauen zur sexuellen Ausbeutung: Eine Untersuchung der ’Push und Pull’ Faktoren, die bedeutsam für die von Moldawien nach West-Europa gehandelte Frauen sind

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Kurzfassung in Englisch

The trafficking of women for the purpose of sexual exploitation is a global phenomenon. Hundred of thousands of women (and girls, boys and men) are coerced and transported, often illegally, across borders and forced to prostitute in the sex industry every day (Hughes, 2004). The United Nations estimates that four million persons are globally trafficked each year and the International Organisation for Migration reports global trafficking figures ranging from 600,000 to 4 million . Since the early 1990s and with the collapse of the Soviet Union, the wave of women trafficked from Southern and Eastern European countries have grown exponentially. Human trafficking has become the third biggest organised criminal business worldwide after drug trafficking and trafficking in weapons (Semini, 2003, UNODC, 2006).
Trafficking is an extensively researched phenomenon but acknowledged is a paucity of empirical and qualitative information from trafficked women survivors. This deficit does not assist academics, policy makers and practitioners in preventing trafficking, prosecuting offenders and protecting victims (Weitzer, 2000). Although limited in size and scope, this exploratory study gathered the voices and experiences of women from Moldova who had been trafficked throughout Europe in attempt to enrich our understanding of the role causal factors play for women trafficked from a prime country of origin such as Moldova.
Causal factors (also known as push and pull factors) are elements that push women out of countries and/or pull women towards other countries thus facilitating and sustaining the trafficking chain. Utilising a feminist criminology theoretical framework, this doctoral study explored the potency and prevalence of certain causal factors for women trafficked from Moldova to Western Europe, specifically economics, violence, corruption and demand for sexual services.
Chapter one offers an introduction to trafficking and outlines the study’s purpose. Chapter two offers the array of extensive definitions of trafficking (legal and others) and an overview of the situation in Moldova. Chapter three provides the legal framework in Moldova and chapter four provides the theoretical framework for the study.
By means of a qualitative methodology this exploratory study enhanced our understanding of causal factors; chapter five outlines the methodology of the study. Chapters six and seven offer the findings of this exploratory study which support existing research such that strenuous economic circumstances and experiences of violence in the home and/or society are potent causal factors pushing women out of their country of origin and pulling them towards destination countries and consequently into the hands of traffickers. A serendipitous finding was that some women believed that since borders were fairly easy to cross within and outside of the European Union that did not deter them from leaving their countries in an attempt to seek employment elsewhere.
The study concludes with chapter eight which outlines the limitations and suggested future direction necessary for our understanding of the role causal factors play in the dynamic of trafficking of women for the purpose of sexual exploitation. This exploratory study’s findings supported other evidence-based literature concerning the potency and prevalence of economics and violence as two predominant causal factors in the dynamic of trafficking. The impact of these two factors on women in countries of origin significantly influences their decision to leave home and therefore places them in a position of vulnerability into the hands of traffickers. Additionally, the study’s findings supported the importance of porous borders being another factor facilitating the trafficking of women for the purpose of sexual exploitation. Further empirical exploration is required in order to best capture the personal experiences and motives of complicit officials, clients and brothel owners and trafficked women to provide a more complete understanding. Also realised is that without a conscientious effort to target the root causes of trafficking, continued disadvantage, poverty, unemployment and violence will remain as potent elements that push and pull women from their home countries towards others and invariably into the hands of traffickers waiting to exploit them and their needs.


Kurzfassung in Deutsch

Der illegale Handel mit Frauen zur sexuellen Ausbeutung ist ein globales Phänomen. Hunderttausende Frauen (Mädchen, Jungen und Männer) werden über Grenzen transportiert, was oft forciert wird und mit illegalem Hintergrund geschieht, um Tag für Tag in der Sex-Industrie zu arbeiten (Hughes, 2004). Nach Schätzungen der Vereinten Nationen, werden jedes Jahr weltweit vier Millionen Menschen zu Objekten dieses illegalen Handels. Die Internationale Organisation für Migration berichtet sogar von Zahlen, die sich weltweit von 600 000 bis zu vier Millionen bewegen. Seit den frühen 90iger Jahren und mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vergrößert sich die Welle von illegal gehandelten Frauen aus Süd- und Osteuropäischen Ländern. Der illegale Menschenhandel nimmt nun die Stellung der drittgrößten organisierten kriminellen Tätigkeit weltweit- nach dem Drogen- und dem Waffenhandel ein (Semini, 2003, UNODC, 2006).
Obwohl das illegale Handeln ein ausgiebig untersuchtes Phänomen ist, räumt man einen Mangel an empirischen und qualitativen Informationen der gehandelten Frauen selbst ein. Dieses Defizit unterstützt keine Akademiker, Politiker und Menschen deren Beruf es ist, sich in sozialer, legaler und psychologischer Weise um die gehandelten Frauen zu kümmern, den illegalen Sexhandel zu verhindern (Weitzer, 2000).
Die vorliegende Forschungsarbeit sammelte, obwohl begrenzt in Umfang und Entfaltungsmöglichkeiten, Erfahrungen und Stimmen der Frauen von Moldawien, die in Europa gehandelt wurden. Dies soll unser Verständnis dafür wecken, welche kausalen Faktoren für jene Frauen eine Rolle spielen, die aus einem Land wie Moldawien stammen.
Kausale Faktoren, die auch als ‚push and pull’ Faktoren bekannt sind Elemente die Frauen aus Ländern ‚hinausdrängen’, und sie in andere Länder ‚hineinziehen’. Dadurch wird der Handel erleichtert und aufrechterhalten. Mit Hilfe einer feministisch-kriminologischen Theorie, untersuchte diese Studie die Wirkung und die Verbreitung einiger kausaler Faktoren, die Frauen betrafen, welche von Moldawien nach West-Europa gehandelt wurden. Einige dieser Faktoren waren hauptsächlich Ökonomie, Gewalt, Korruption und das Verlangen nach sexuellen Leistungen.
Kapitel I beginnt mit einer Einführung in das illegale Handeln und umreißt die Zielsetzung dieser Studie.
Kapitel II beinhaltet zum einen die Aufstellung ausführlicher Definitionen des Handels (legaler und anderer Art), zum anderen stellt dieses Kapitel eine Übersicht der Situation in Moldawien bereit. Kapitel III berichtet über den legalen Hintergrund in Moldawien. Der theoretische Rahmen der vorliegenden Studie wird in Kapitel IV thematisiert.
Mittels einer Qualitativen Methode, die unser Verständnis kausaler Faktoren erweitert, stellt Kapitel V die Methodologie der Studie vor. Kapitel VI und VII führen die Ergebnisse dieser Studie an. Diese unterstützen bereits bestehende Untersuchungen, die auf mühsame ökonomische Umstände und Erfahrungen mit Gewalt in der Familie als auch in der Gesellschaft basieren, und potentielle kausale Faktoren darstellen, welche Frauen dazu bewegen, ihr Heimatland zu verlassen um in die Zielländer zu gehen- direkt in die Hände der Händler. Ein Ergebnis meiner Studie war, dass einige der Frauen die Tatsache sogar als positiv erachteten, dass die Grenzen sowohl innerhalb der EU als auch außerhalb relativ einfach zu passieren seien. Man könne sie daher nicht davon abhalten, ihre Heimat zu verlassen, um im Ausland nach Arbeit zu suchen.
Die vorliegende Arbeit schließt mit Kapitel VIII ab, das einen Abriss über die Grenzen und die vorgeschlagenen Zukunftsrichtungen gibt. Dieser Abriss ist notwendig, um unser Verständnis in der Hinsicht zu erweitern, welche Rolle die kausalen Faktoren im dynamischen illegalen Handel von Frauen zur sexuellen Ausbeutung spielen.
Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen andere, auf Beweisen basierte Literatur, die sich mit der Macht und der Verbreitung von Ökonomie und Gewalt als beherrschende Faktoren in der Dynamik des illegalen Handels befassen. Diese zwei Faktoren haben insofern Auswirkungen auf die Frauen in ihren Heimatländern, als ihre Entscheidung in signifikanter Weise beeinflusst wird, ihr zuhause zu verlassen. In den Händen von illegalen Händlern stellen sich somit selbst in eine Position der Verletzbarkeit. Zusätzlich wird in dieser Arbeit deutlich, dass die leicht zu passierbaren und durchlässigen Grenzen eine wichtige Rolle in dem Geschäft der sexuellen Ausbeutung spielen, da der illegale Handel mit Frauen erleichtert wird. Unter anderem wird geschlussfolgert, dass weitere empirische Untersuchungen erfordert werden, um die persönlichen Erfahrungen von mitschuldigen Amtspersonen, Klienten, Bordellbesitzern und gehandelte Frauen zu erfassen, um ein vollständigeres Verständnis zu bieten. Dadurch wird klar, dass es nicht möglich ist, ohne eine gewissenhafte Anstrengung auf die tiefere Ursache des illegalen Handelns zu zusteuern. So werden bestehende Nachteile, Armut, Arbeitslosigkeit und Gewalt fortbestehen. Diese Faktoren verbleiben als potentielle Elemente, die Frauen dazu drängen, ihre Heimat zu verlassen, um in anderen Ländern ausnahmslos an Händler zu gelangen, die sowohl sie als auch ihre Bedürfnisse ausbeuten.


SWD-Schlagwörter: Menschenhandel , Frauen , Osteuropa , Prostitution , Westeuropa
Freie Schlagwörter (englisch): sex trafficking , women , Eastern Europe , prostitution , Western Europe
Institut: Max-Planck-Inst.für Ausländ.u.Internat.Strafrecht
Fakultät: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Albrecht, Hans-Jörg (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.08.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 29.02.2008
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