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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-45400
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4540/


Rinas, Alexey

Der Einfluss der Prothesengröße bei isoliertem Aortenklappenersatz am Universitätsklinikum Freiburg auf die Kurz- und Langzeitsterblichkeit : eine retrospektive, monozentrische Studie

The impact of prostheses size after aortic valve replacement on perioperative and long term outcome : a single centre retrospective analysis

Dokument1.pdf (616 KB) (md5sum: 8d2369f183dc1b949a3d304d6219c481)

Kurzfassung in Deutsch

Hintergrund: Die Reduktion des Druckgradienten über der Aortenklappe ist das Hauptziel beim Aortenklappenersatz (AKE). Bei Ersatz durch eine gestentete Prothese kann in Abhängigkeit der Prothesengröße ein Druckgradient bestehen bleiben, welcher die Kurz- und Langzeitsterblichkeit beeinflussen kann. Zielsetzung: In dieser retrospektiven Analyse sollte untersucht werden, ob die Größe der Aortenklappenprothese einen Einfluss auf die Kurz- und Langzeitsterblichkeit am Universitätsklinikum Freiburg (UKF) hat. Material und Methoden: Zwischen Juli 2001 und Dezember 2004 wurde am UKF an 301 Patienten ein isolierter Aortenklappenersatz durchgeführt. Die Patientenakten und eine telefonische Abfrage von April 2005 bis August 2005 (Nachbeobachtungszeit 26 +/- 13 Monate) wurden als Datenbasis verwendet. Ein Missverhältnis zwischen Prothesengröße und Patientengröße (PPM) wurde als mittelgradig angesehen, wenn die effektive Öffnungsfläche unter 0,85 cm²/m² Körperoberfläche lag und als hochgradig wenn der Wert kleiner als 0,75 cm²/m² war. Die Daten wurden mittels univariater Analyse auf Signifikanz überprüft. Ergebnisse: Es wurden doppelt so viele biologische wie mechanische Klappenprothesen implantiert (196 vs. 105). Die Notfallindikation zum Klappenersatz wurde bei Patienten mit mechanischen Prothesen fünfmal so häufig gestellt (7,6% vs.1,5%, p=0,007). Patienten mit Bioprothesen waren älter (p<0,001) und wiesen mehr Risikofaktoren wie COPD und KHK (p<0,05) auf. Die 30-Tage- Sterblichkeit aller Patienten betrug 5% (36,4% bei Notfallindikation). Die 30-Tage Sterblichkeit war mit 5,7% bei Patienten mit mechanischen Klappen höher als bei Patienten mit biologischen Klappen (4,6%), aber ohne statistische Signifikanz (p=0,6). Die Langzeitsterblichkeit war bei Patienten mit Bioprothesen größer (11,2% vs. 6%, p=0,17). Dreiviertel der Patienten mit Bioprothesen wiesen ein PPM auf (39% hochgradig, 34% mittelgradig). Ein PPM lag nur bei 3% der Patienten mit mechanischen Prothesen vor. Hochgradiges PPM betraf vor allem Frauen (64,9%, p=0,01). Die 30-Tage Sterblichkeit war am höchsten bei Patienten mit mittelgradigem PPM (6%) und am niedrigsten bei Patienten mit hochgradigem PPM (2,6%) vs. 5,8% bei Patienten ohne PPM. Die Langzeitsterblichkeit war in den Gruppen mit PPM niedriger als in der Gruppe ohne PPM (10,4%, 10,4% vs. 13,5%). Schlussfolgerung: Die Prothesengröße scheint bei isoliertem Aortenklappenersatz am Universitätsklinikum Freiburg keinen Einfluss auf die perioperative oder Langzeitsterblichkeit zu haben. Die höhere perioperative Sterblichkeit bei den jüngeren Patienten mit mechanischen Prothesen lässt sich am ehesten durch den höheren Anteil an Notfallindikationen erklären.


Kurzfassung in Englisch

Objectives: The surgical treatment of aortic valve stenosis by valve replacement (AVR) aims at a reduction of the pressure gradient. Stented AVR might cause a remaining pressure gradient depending on the valve size related to the patients’ body surface. This retrospective single-center study analyses the impact of the patient prosthesis mismatch (PPM) on short and long term survival.
Methods: All patients receiving isolated biological or mechanical AVR in the University Medical Center Freiburg between 7/2001 and 12/2004 were included in the study. Records were analyzed retrospectively and, additionally, the patients health status was asked for by telephone in 06/2005 (2613 months observation time). An effective orifice of less than 0.85 cm2/m2 body surface was considered a mild PPM; a value less than 0,75 cm2/m2 was considered a severe PPM. Univariate analysis was performed.
Results: More biological valves were implanted (196 biological vs. 105 mechanical valves) in all cases. In emergency situations, mechanical prostheses were preferred (7,6% vs.1,5%, p=0,007). Patients receiving biological AVR were older and had more concomitant disease. Expected (by logistic EuroScore) was 30-day- mortality 7,5%. Observed was 5%. The 30-day- mortality and long term mortality was not statistically different between patients with mechanical AVR (5.7% and 6% respectively) and biological AVR (4.6% and 11.2% respectively). PPM was detected in 3% of patients receiving mechanical AVR. In patients receiving biological AVR, a mild or severe PPM was detected in 34% and 39% respectively. The perioperative mortality was not higher in patients with severe PPM (2.6%) as compared to mild (6%) or no PPM (5.8%). Accordingly, the long term outcome was statistically not affected by PPM.
Conclusion: Even though patients with significant PPM were at higher risk (older, female, e.g.), the perioperative and long-term mortality was mildest in the group with severe PPM. The PPM might not have an impact on perioperative or long term outcome in our center.


SWD-Schlagwörter: Mismatch , Aortenklappenersatz
Freie Schlagwörter (deutsch): Aortenklappenersatz , Mismatch
Freie Schlagwörter (englisch): mismatch 1 , aortic valve 2
Institut: Chirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Doenst, Torsten (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.02.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 21.02.2008
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