Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-46134
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/4613/


Albert, Katja

"I am no longer like a rare white tiger who sticks out in the Serengetti" : Internetforen für ungewollt kinderlose Frauen; eine ethnologische Studie im Cyberspace

Dokument1.pdf (652 KB) (md5sum: 7b5601aa371f1aecc479cf23b7abad4c)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit ungewollt kinderlosen Frauen, die sich in internetbasierten Disskussionsforen austauschen, wobei ein englisch- und ein deutschsprachiges Forum verglichen werden. Es handelt sich um eine ethnologische Forschung, wenn auch die Methode, nämlich die Beobachtung von Internetforen sowie eine Datenerhebung durch E-Mail-Interviews, nicht zum klassischen Methodenrepertoir des Faches gehört. Das Forschungsinteresse gliedert sich deshalb in zwei Bereiche:
1. Was bringt die untersuchten Akteurinnen dazu virtuelle Gemeinschaften zu bilden und welche Bedeutung kommt diesen Gemeinschaften aus Sicht der Frauen zu?
2. Welche Potentiale und Grenzen hat eine Ethnologie des Cyberspace?
Den Teilnehmerinnen beider Foren ist gemein, dass der Kontakt zur virtuellen Gemeinschaft für sie von großer Bedeutung ist und einen transformativen Effekt auf ihr Leben, auf ihr soziales und kulturelles Umfeld haben kann. Im Sinne des Konzeptes von Empowerment führt der Austausch im Forum zu einem reichen Fundus an Wissen und Erfahrung. Die Teilnehmenden werden dadurch in die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen zu treffen und sich den Einschätzungen des medizinischen Fachpersonals weniger ausgeliefert zu fühlen. Foren empfinden die interviewten Frauen im Vergleich zu Selbsthilfegruppen als deutlich zeitgemäßer, u. a. weil eine bessere Kontrolle über Zeit und Intensität des eigenen Engagements möglich ist. Das englischsprachige, in den USA basierte Forum erweist sich im Gegensatz zum deutschsprachigen als sehr religiös geprägt, was sich in vielerlei Hinsicht auf den Umgang der Teilnehmerinnen mit ihrer ungewollten Kinderlosigkeit auswirkt.
Forschung im Internet erweist sich für die Ethnologie als probate Methode, wird sie doch der zunehmenden Selbstverständlichkeit von Internetnutzung in allen Teilen der Welt gerecht. Auch kann sie gerade bei besonders sensiblen Themen – wie der ungewollten Kinderlosigkeit – neue Zugangsmöglichkeiten eröffnen. Ausschließliche Forschung im Netz sollte in der Ethnologie jedoch nicht die Regel werden, kann so doch nur ein Teilbereich der Alltagswirklichkeit einer Gruppe untersucht werden. Wie bei der face-to-face-Begegnung ist auch für jede qualitative Internetforschung die Herstellung eines Vertrauensverhältnisses unerlässlich.


SWD-Schlagwörter: Völkerkunde , Kinderlosigkeit , Sterilität , Online-Befragung
Freie Schlagwörter (deutsch): Internetforschung, Forum, Gemeinschaft im Netz, E-Mail-Interview, ungewollte Kinderlosigkeit
Freie Schlagwörter (englisch): anthropology, childlessness not by choice, internet research, bulletin board, net community
Institut: Institut für Völkerkunde
DDC-Sachgruppe: Bräuche, Etikette, Folklore
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Schriftenreihe: Freiburger ethnologische Arbeitspapiere
Band Nummer: 8
Quelle: http://www.ethno.uni-freiburg.de/wp/fea008.pdf
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 28.04.2008
Indexliste