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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-5161
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/516/


Weber, Heidemarie

Die Ambivalenz in der Pflege auf dem Professionalisierungsweg

Dokument1.pdf (1.300 KB) (Hauptband) (md5sum: 3c2ee28dafc9f5450c9fd5df8872a057)
Dokument2.pdf (708 KB) (Anlagenband I) (md5sum: 6174bfecb1a19433a46562412801a592)
Dokument3.pdf (1.652 KB) (Anlagenband II) (md5sum: 8447830050b5fc355dc955ef64f8794c)

Kurzfassung in Deutsch

HINTERGRUND: Vor dem Hintergrund der aufstrebenden Krankenpflege zu einem professionelleren Berufsprofil erfolgt eine Standortuntersuchung zur Visitenkommunikation und -organisation (2000). UNTERSUCHUNGSFRAGE: Wie professionell äußern sich Pflegende gegenüber Ärzten und Patienten bei der Visite? MATERIAL UND METHODEN: Bei 89 Visitenbegleitungen werden Beobachtungsdaten erhoben, Ton-bandaufnahmen und einzelne vertiefende Interviews mit Patienten, Ärzten und Pflegenden durchgeführt. Hinzu kommt eine Fragebogenaktion mit 78 Pflegenden und 38 Ärzten zur Visiteninteraktion und -kommunikation. Statistische Auswertung mit SPSSWin, der Interviews nach inhaltsanalytischen Gesichtspunkten.
ERGEBNISSE: Die quantitative Analyse von 815 Visitendialogen zeigt u.a., dass pflegerische Beiträge nur knapp 14% aller Redebeiträge ausmachen, obwohl die Bedeutung pflegerischer Beiträge von mehr als 90% aller Protagonisten „hoch“ eingeschätzt wird, und dass sich die Redebeiträge der Pflegenden mit steigender Visitenhierarchie halbieren.
Aus der qualitativen Analyse von 6 Einzelfallstudien sind u.a. formale und inhaltliche Gründe für die geringe Beteiligung der Pflegenden und die mangelnden Ansprache durch die Ärzte erkennbar. Zu formalen Gründen ist aus pflegerischer Perspektive die Wechselwirkung zwischen (1) traditioneller Unterordnung und mangelnder Ansprache durch die Ärzte, (2) dem Professionsegoismus der Ärzte und (3) der Visitenhierarchie und einem daraus resultierenden Barriereverhalten zu rechnen. Aus ärztlicher Perspektive ist es (4) der häufige Wechsel der Bezugspflegenden und (5) die Unkonzentriertheit der Pflegenden bei der Zusammenarbeit. Zu den inhaltlichen Gründen zählt (6) der Wissensmangel der Pflegenden, (7) das fehlende Bewusstsein für die Bedeutung pflegerischer Tätigkeiten und schließlich (8) ein latenter Loyalitätskonflikt in der Beziehung zu Patient und Arzt.


Kurzfassung in Englisch

BACKGROUND: In the wake of the professionalization of nursing care an empirical study is being undertaken to highlight the professional status of nursing care during several ward rounds.
OBJECTIVES: To assess the professional contribution of nursing care in the framework of dialogues between patients and physicians.
SEARCH STRATEGY AND SELECTION CRITERIA: In 89 ward rounds, observation criteria were ascertained, audio tapes recorded and patients, physicians and nurses subsequently selected for more in-depth interviews. A questionnaire with 78 nurses and 38 physicians. The database was analyzed with SPSSWin and based on the content of the individual answers.
RESULTS: The quantitative analysis shows e.g. that the contribution by nurses accounts for a mere 14% of the total contribution, whereas the significance of the contribution by nurses is actually estimated to 90%. The study also shows that by ascending level of visit hierarchy the conversational contribution by nurses is subject to a reduction by half of its actual level.
The qualitative analysis shows e.g. some formal and content-related reasons underscored the reservation displayes by nurses and the relatively inappropriate spoken discourse by physicians.
From nursing care’s perspective the reasons are a interaction between (1) the traditional subservience and discourse, (2) the egotistical professional attitude of the physicians and (3) the level of hierarchy.
From the physicians’ perspective the reasons are (4) the never-ending change of reference persons and (5) the poor cooperation of nursing personnel who displays a relatively low-level of concentration.
Moreover the reasons are (6) the lack of knowledge and (7) the lack of awareness for the scope and significance of the various nursing care activities. The nursing personnel is also plighted with a latent conflict of loyalty between patients and physicians, thus remaining a major stumbling block in the 3-party relationship.


SWD-Schlagwörter: Visite , patientenorientierte Pflege , Professionalisierung , Interaktion , Ambivalenz
Freie Schlagwörter (deutsch): Projekt , quantitative und qualitative Forschungsergebnisse
Freie Schlagwörter (englisch): ward round , professionalizing , nursing care , ambivalence
Institut: Institut für Soziologie
Fakultät: Philosophische Fakultät IV (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Schwengel, H. (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.06.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 21.08.2002
Bemerkung: Die Arbeit besteht aus einem Hauptband und 2 Anlagebänden.
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