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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-54271
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5427/


Weig, Christian Johannes Benedikt

Lebensqualität nach Leistenhernienoperationen - eine retrospektive Studie an der Universitätsklinik Freiburg

Quality of life after inguinal hernia repair - a retrospective study of the university hospital of Freiburg

Dokument1.pdf (1.250 KB) (md5sum: 40844c2531b30dc1246b03b2aabf7503)

Kurzfassung in Deutsch

Einleitung: Die Leistenhernienoperation gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen der Allgemeinchirurgie und besitzt deswegen gerade aus sozioökonomischer Sicht einen hohen Stellenwert. Für den Erfolg der Operation ist nicht mehr nur die Rezidivrate entscheidend, sondern es werden nun auch andere „weichere“ Faktoren, wie die Lebensqualität, in die Überlegungen mit einbezogen.
Material und Methoden: Es wurden retrospektiv die Krankenakten der Patienten, die sich an der Universitätsklinik Freiburg zwischen April 2000 und Mai 2005, einer Leistenhernien-operation unterzogen, analysiert. Zusätzlich wurden die Patienten mittels eines Fragebogens über ihre stationäre und postoperative, sowie anhand des SF-36-Lebensqualitätsbogen auch über ihre derzeitige Gesundheitssituation befragt.
Ergebnisse: 333 Patienten, 91.9 % davon männlich, wurden einer Leistenhernienoperation unterzogen. Das mediane Alter betrug 60.7 Jahre, der Großteil der Leistenhernien waren indirekte rechtslokalisierte Hernien. Es wurden acht verschiedene Operationstechniken (Rutkow (27 % der Gesamtoperationen), Gilbert (16 %), Lichtenstein (25 %), Stoppa (<1 %), TAPP (7 %), TEP (3 %), Shouldice (16 %), Bassini (5 %)) eingesetzt, von denen 79 % in ITN, 10 % in Spinal- und 11 % in Lokalanästhesie operiert wurden. Die stationäre Aufenthaltsdauer betrug im Median 5 Tage, wobei 8.1 % ambulant operiert wurden.
Die Rücklaufquote des Fragebogens betrug 48 %. 58 % der Patienten gaben an, starke Schmerzen nach der Operation gehabt zu haben, nach 2 Monaten hatten noch 45 % und zum Zeitpunkt der Befragung noch 23 % der Patienten Beschwerden. Mit dem Ergebnis an sich und dem kosmetischen Ergebnis zeigten sich 86 % bzw. 87 % sehr zufrieden.
Die Lebensqualitätswerte des SF-36 entsprachen, bis auf die Dimension „Schmerz“, welche sogar bessere Werte zeigte, denen der Normalbevölkerung. Postoperativ bestanden also keine Einschränkungen hinsichtlich der Lebensqualität.
Diskussion: Aufgrund der großen Heterogenität der Ausgangsdaten der einzelnen Operationstechniken sind Vergleiche untereinander schwierig. Die Werte der chronischen Schmerzen, Lebensqualität und Zufriedenheit entsprechen denen der Literatur, Abweichungen gab es in der stationären Aufenthaltsdauer, Operationszeit und Anästhesietechnik.
Es zeigte sich, dass die Leistenhernienoperation nach den herrschenden modernen Verfahren eine medizinisch wichtige und insgesamt sehr gut verträgliche Operation darstellt mit überzeugenden Resultaten des Operationsergebnisses und des Patientenkomforts.


Kurzfassung in Englisch

Introduction: Inguinal hernia repair is one of the most frequent operations in general surgery and is therefore socio-economically highly important. Today, successful operations are not only described by the recurrence rate. ‘Soft’ factors, like quality of life, are also taken into consideration.
Patients and Methods: Files of patients, who had undergone inguinal hernia repair between April 2000 and May 2005, were analysed retrospectively. Patients were asked to fill in a questionnaire about their in-patient and post-treatment state of health, as well as about their current state of health on the basis of the SF-36-survey.
Results: 333 patients (91.9% male) had undergone inguinal hernia repair between April 2000 and May 2005. The median age by operation was 60.7 years. Most hernia were indirect and right located. 8 different operation-types were performed: Rutkow (27 % of all), Gilbert (16 %), Lichtenstein (25 %), Stoppa (<1 %), TAPP (7 %), TEP (3 %), Shouldice (16 %) and Bassini (5 %). 79% of the operations were carried out under general anaesthesia, 10 % under spinal anaesthesia and 11 % under local anaesthesia. The median hospital stay was 5 days, whereas 8.1 % of the patients were operated on an out-patient basis. 48 % of the questionnaires were returned. 58 % said that they had heavy pain right after surgery. After 2 months still 45 % and on the date of the survey still 23 % reported pain. 86 % resp. 87 % were very content with the general result resp. with the cosmetic result. The patients’ quality of life rates corresponded with those of the average population, except for the dimension ‘physical pain’, which showed even better results.
Discussion: Due to the largely heterogeneous group of patients, it is difficult to make valid comparisons between the different operations. The results of chronic pain, quality of life and satisfaction correspond to the results that are reported in professional literature. However, the survey shows different results in the duration of the hospital stay, the operation time and the type of anaesthesia. It could be verified that inguinal hernia repair is an important and highly compatible procedure that leads to convincing results in operation success and patients comfort.


SWD-Schlagwörter: Lebensqualität , Hernie , Leistenhernie
Freie Schlagwörter (englisch): hernia , quality of life , inguinal hernia
Institut: Chirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Obermaier, Robert (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.06.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 10.07.2008
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