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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-54315
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5431/


Nerb, Nicole

Hirnverletzung, Identität und Partnerschaft : eine Analyse autobiographischer Erzählungen von Personen nach Hirnverletzung und ihren engsten Lebenspartnern

Brain injury, identity and marital relationship: Analysis of autobiographical narratives of persons with acute brain injury and their spouses

Dokument1.pdf (954 KB) (md5sum: 741f9ed7b9e7ae21aa064522182ec140)

Kurzfassung in Deutsch

Das Erkenntnisinteresse dieser Untersuchung besteht darin, wie die Partner und Partnerinnen hirnverletzter Personen das Ereignis der Hirnschädigung biographisch verarbeiten und was ihr Beitrag zur Identitätsarbeit der hirnverletzten Person ist. Zudem geht es darum, wie die gemeinsamen Wirklichkeitskonstruktionen beider Partner eines Paares nach Hirnschädigung aussehen und welche Sinnstiftungsleistungen und Bewältigungsmuster sie etablieren.
Der theoretische Hintergrund umfasst: Befunde zum subjektiven Erleben von hirnverletzten Personen, Befunde zur Belastung und dem subjektiven Erleben ihrer Partner und Partnerinnen, Annahmen zum autobiographischen Erzählen, sowie die Theorie der narrativen Identität. Es wurden die autobiographischen Erzählungen beider Partner von elf Paaren getrennt erhoben und erzählanalytisch ausgewertet. Ausgewertet wurden zunächst die Interviews der hirnverletzten Personen, dann die Interviews ihrer Partner und Partnerinnen; im Anschluss daran wurden die Erzählungen der jeweiligen Partner eines Paares miteinander verglichen, zum Abschluss folgte ein Vergleich der Paare.
Die Analyse der Interviews der Partner und Partnerinnen der hirnverletzten Personen konnte zeigen, dass diese neben der Darstellung vielfältiger Funktionsübernahmen die eigene Identitätsarbeit und Identitätsveränderungen in ihren Erzählungen beschreiben. Vier unterschiedliche Formen dieser Identitätsarbeit konnten differenziert und beschrieben werden. Der Vergleich der Perspektiven beider Partner machte deutlich, dass beide Partner dem Ereignis der Hirnverletzung eine übereinstimmende Bedeutung für ihre Partnerschaft zuschreiben. Ergebnis dieser vergleichenden Betrachtungsweise sind sechs Konstruktionsweisen der Partnerschaft, mit denen die Paare ihre Beziehung nach der Hirnverletzung charakterisieren. Diese Untersuchung leistet einen Beitrag zur Annahme eines biographischen Bruchs infolge von Krankheit. Aus den Ergebnissen zu den Partner und Partnerinnen hirnverletzter Personen werden praktisch-therapeutische Implikationen für deren Einbezug im Rehabilitationsprozess abgeleitet.


Kurzfassung in Englisch

This book scrutinizes the research question how people with brain injury and their spouses experience their life situation after the injury and how brain injured people and their spouses construct their narrative identity. In more detail, the book focuses on how brain injured people and their spouses construct shared narrative identities, how they develop specific coping patterns and how they support each other in giving personal meaning to their changed life situations.
The theoretical basis for the current analysis comprises literature on subjective feelings and experiences of brain injured people, research on coping and stress of involved spouses, and theories on autobiographical narratives as well as on narrative identities. In an empirical study, eleven brain injured people and their spouses were interviewed separately using auto-biographic interviews. The interviews were analysed separately for each person and in addition analysed for each couple.
The autobiographical narratives shed light on the interdependence of reality constructions and allowed comparisons of the perspectives of both partners. The analysis of the interviews further showed that spouses help to reestablish social and individual identity of their brain injured partners. In addition, we found that spouses describe changes of their own identities. The results allowed for deriving four different types of identity-constructions and six distinct strategies for establishing a shared new definition of the respective partnership.
By exploring these personal and dyadic coping strategies, this project offers concrete and principal implications for psychotherapeutic interventions within the rehabilitation process.


SWD-Schlagwörter: Psychologie , Biographie , Hirnverletzung
Freie Schlagwörter (deutsch): Narrative Identität , biographische Verarbeitung , biographischer Bruch , Hirnschädigung , gemeinsame Wirklichkeitskonstruktion
Freie Schlagwörter (englisch): Narrative identitity , biographical coping , narrative coping , brain injury , construals of shared narrative identities
Institut: Institut für Psychologie
Fakultät: Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Lucius-Hoene, Gabriele (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.05.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 07.07.2008
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