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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-54348
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5434/


Petkau, Artur

Erfolgspotentialentwicklung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse durch Verbundbildung - eine auf dem Ressourcenansatz basierende Analyse

Analysis of sustainable competitive advantages for forestry co-operatives as a result of network-forming - based on the resource-based View

Dokument1.pdf (1.675 KB) (md5sum: ee6359cb43667e823154f31d835573cb)

Kurzfassung in Deutsch

Die Holzvermarktung aus dem Kleinprivatwald in Deutschland erfolgt zu wesentli-chen Teilen durch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, in Form der Forstbetriebs-gemeinschaften. Durch die Konzentrationsprozesse der Rundholzabnehmer veränder-ten sich die Kundenbedürfnisse und es wird von verschiedenen Seiten den Forstbe-triebsgemeinschaften geraten, sich zur gemeinsamen Holzvermarktung mit anderen Forstbetriebsgemeinschaften zusammenzuschließen. Das Phänomen der Bildung sol-cher Zusammenschlüsse konnte mehrfach nachgewiesen werden. Es handelt sich da-bei vor allem um horizontale Verbünde der Forstbetriebsgemeinschaften. Diese beste-hen dabei in ihrer bisherigen Form weiter, lediglich die Holzvermarktung zu großen Kunden erfolgt gemeinsam im Verbund. Ob für Forstbetriebsgemeinschaften durch die Verbundbildung langfristig wirksame Vorteile im Wettbewerb entstehen, sollte empirisch auf der Basis des Resource-based View ermittelt werden. Auf diesem An-satz basierend, erweitert um Konstrukte zur Integration der Outside-In-Perspektive und zur Prüfbarkeit von Verbundspezifität, wurde ein theoretischer Bezugsrahmen erstellt und ein Analyserahmen operationalisiert. Es wurden ein explorativer For-schungsansatz und ein qualitativ-empirisches Vorgehen gewählt um mehrere Einzelfäl-le von Verbünden aus Forstbetriebsgemeinschaften auf verbundspezifische Ressour-cen und Kompetenzen hin zu untersuchen und aus diesen Fällen Regeln abzuleiten. Mithilfe von teilstandardisierten Experteninterviews, die durch die Moderationsme-thode und durch Interviewleitfäden strukturiert wurden, erfolgte eine Ermittlung der Kompetenzen und Ressourcen in Forstbetriebsgemeinschaften, die mit und ohne Ver-bund wirksam wurden. Die Untersuchung folgte den Regeln der qualitativen For-schung. Zur Validierung der Daten erfolgte eine kommunikative Validierung und die Validierung der Interviewsituation während der Interviews, eine kommunikative Vali-dierung per E-Mail zu einem eigenen Termin, eine Data-Triangulation durch eine Er-gänzung der Perspektive von Geschäftsführern der Forstbetriebsgemeinschaften durch die Perspektiven von Kunden und Beobachtern und eine Methoden-Triangulation durch Integration der Literaturanalyse. Aus der Zusammenschau der Ergebnisse wurde abgeleitet, dass Forstbetriebsgemeinschaften unabhängig vom Ver-bund über eine hoch wettbewerbskritische Kernkompetenz verfügten. Diese war für Rundholzkunden wertvoll, war am Markt selten und konnte durch Konkurrenten kaum kompensiert, substituiert oder imitiert werden. Dabei handelte es sich um die Kernkompetenz, Holz im Kleinprivatwald in bedeutenden Mengen zu mobilisieren. Mithilfe dieser Kernkompetenz konnten Forstbetriebsgemeinschaften nachhaltige Wettbewerbsvorteile erreichen. Der Mobilisierungskompetenz wurden hoch wettbe-werbskritische Ressourcen und eine hoch wettbewerbskritische Kompetenz zugeord-net. Diese waren das Vertrauen der Waldbesitzer, die Lokalpräsenz der Forstbetriebs-gemeinschaften und ihre Fähigkeit forstbetriebliche Dienstleistungen für den Klein-privatwald zu spezifizieren. Innerhalb und durch die Verbünde der Forstbetriebsge-meinschaften wurde das Entstehen einer verbundspezifischen Fähigkeit zum Errei-chen einer für Kunden wertvollen Lieferkontinuität und -sicherheit festgestellt. Diese Fähigkeit wurde als wertvoll, aber nicht als selten eingestuft und erreichte damit den Kompetenzstatus nicht, mit dem durch sie langfristige Wettbewerbsvorteile ermöglicht würden. Sie stellte eine Verbesserung gegenüber den Fähigkeiten der Forstbetriebsge-meinschaften ohne Verbund dar, war aber für Forstbetriebsgemeinschaften nicht nur auf dem Wege des horizontalen Verbundes, sondern auch durch Zusammenarbeit mit Rundholzverarbeitern oder Händlern erschließbar. Als Regel die über alle untersuch-ten Einzelfälle hinweg galt, wurde daher festgehalten: die Ressourcen- und Kompe-tenzenausstattung der Forstbetriebsgemeinschaften im Verbund ist der Ressourcen- und Kompetenzenausstattung ohne Verbund nicht überlegen.


Kurzfassung in Englisch

The marketing of log-wood timber from small private forests in Germany mainly takes place through forestry operational mergers in the form of forestry co-operatives – known in Germany as “Forstbetriebsgemeinschaften” . Due to the rationalisation processes of log-wood purchasers, customer requirements changed, thus, many voices were advising a common unified approach to log-wood marketing for the forestry co-operatives. There is much evidence documenting the phenomenon of such Inter-Firm-Cooperation of forestry co-operatives, called networks. In this documented cases the forestry co-operatives currently exist in their original form, but their log-wood marketing to large customers takes place at a joint co-operative level through the networks. The question of the existence of any sustainable competitive advantages for the forestry co-operatives, takes place as a result of network-forming, should be answered empirically using the Resource-based View. Based on this approach, and expanded to constructs for the integration of the Outside-In-Perspective, and for the verifiability of network-specifity, a theoretical frame-of-reference was constructed and an analytical framework operationalised. An exploratory qualitative-empirical research approach was chosen in order to examine individual cases of networks buildet by for-estry co-operatives to search for network-specific resources and competences and thus deduce rules from the synopsis of these cases. The competences and resources within a forestry co-operative – including those which take place with or without a network - and a survey of their attributive characteristics, were determined with the aid of part-standardised expert interviews which were structured by a moderating method as well as by interview guidelines. The analysis conformed to the rules of qualitative research. The following methods were used for the validation of the data; a communicative validation was conducted during the interviews, a communicative validation via e-mail, Data-Triangulation through amendments to the perspectives of forestry co-operative directors through the perspectives of customers and observers, and finally, Methodol-ogy-Triangulation through integration of literature analysis. From the synopsis of these results, it could be deduced that forestry co-operatives; are in command of a core competence which in turn is very valuable for log-wood customers, this in itself is a rare thing and can hardly be compensated, substituted or imitated by competitors. The overriding message is the issue of competency in the mobilisation of significant quantities of timber from the small private forest. Forestry co-operatives are able to achieve sustainable competitive advantages with the aid of this competence. This competence was not network-specific, but present in all forestry co-operatives. The emergence of a network-specific ability for the procurement of customer essential delivery-continuity and -security was established within, and through the network of the forestry co-operatives. This ability was categorised as network-specific and valu-able, but not as seldom and, thus, did not achieve competence status through which sustainable competitive advantages could be realised. It demonstrates an improve-ment compared to the abilities of the forestry co-operatives outside of the network – one could, however, infer the same for those forestry co-operatives not just on the path of horizontal alliances, but also through collaboration with log-wood purchasers or dealers. One over-riding rule which proved relevant in all examined cases and thus abided by is that: the resources and competence endowment of the forestry co-operatives in network, is not superior to those of co-operatives outside.


SWD-Schlagwörter: Strategie , Wettbewerbsvorteil , Forstwirtschaftsgenossenschaft , Kooperation
Freie Schlagwörter (deutsch): Resource-based View , verbundspezifische Erfolgspotentiale
Freie Schlagwörter (englisch): sustainable competitive advantages , forestry co-operatives , network-forming , resource-based View
Institut: Institut für Forstökonomie
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Land- und Forstwirtschaft, Veterinärmedizin
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Oesten, Gerhard (Prof. Dr. Dr. h.c.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 08.07.2008
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