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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-57708
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5770/


Spieth, Susanne

Der Einfluss von Dexamethason auf postoperative Übelkeit und Erbrechen

Influence of Dexamethasone on postoperative nausea and vomiting

Dokument1.pdf (3.356 KB) (md5sum: 018da58a9fe72a831a9149a80f355fe0)

Kurzfassung in Deutsch

Postoperative Übelkeit und Erbrechen nach Allgemeinanästhesien stellen mit einer Inzidenz von 20-30% nach wie vor ein klinisch relevantes Problem dar.
Dexamethason wird mittlerweile häufig erfolgreich zur Prophylaxe von PONV (postoperative nausea and vomiting) eingesetzt.
Ziel dieser Arbeit war, zu prüfen, ob und mit welchen Partnerantiemetika Dexamethason die Inzidenz von PONV senken kann. Hierfür wurden die Daten von 4715 Patienten, die im Rahmen einer europäischen Multicenter-Studie zur Quantifizierung des Nutzens antiemetischer Strategien erhoben wurden, ausgewertet.
Es zeigte sich, dass Dexamethason die Inzidenz von PONV im Vergleich zu Placebo hochsignifikant senken konnte. Die Substanzen Ondansetron und Droperidol waren Dexamethason nicht überlegen. Wurde Dexamethason mit einem weiteren Antiemetikum (Ondansetron oder Droperidol) verabreicht, reduzierte sich die Inzidenz von PONV im Vergleich zu einer alleinigen Dexamethasongabe nochmals signifikant. Eine Kombination aus allen drei geprüften Substanzen senkte die PONV-Inzidenz am stärksten.
Das vorliegende Studiendesign erlaubte es, auch eine differenzierte Aussage über die Wirksamkeit von Dexamethason in Abhängigkeit des Ausgangsrisikos für postoperative Übelkeit und Erbrechen zu treffen. Hier zeigte sich, dass insbesondere bei Patienten, die ein sehr hohes Ausgangsrisiko für postoperative Übelkeit und Erbrechen aufweisen, eine prophylaktische Gabe von Dexamethason, auch in Kombination mit weiteren Antiemetika, nicht ausreicht, die Inzidenz von PONV in einen klinisch akzeptablen Bereich zu senken. Aufgrund dieser Ergebnisse empfiehlt sich für die Klinik zur Prophylaxe von PONV ein risikoadaptiertes Vorgehen. Patienten mit einem nur leicht erhöhten Risiko für PONV sollten zur Prophylaxe ein Antiemetikum erhalten. Hier könnte Dexamethason aufgrund der fehlenden Nebenwirkungen und des günstigen Preises, Mittel der ersten Wahl sein. Bei Patienten mit einem sehr hohen Risiko sollte Dexamethason verabreicht und eine TIVA (totale intravenöse Anästhesie) durchgeführt werden. Gegebenenfalls sollte hier auch noch die Gabe eines weiteren Antiemetikums erwogen werden. Es muß jedoch berücksichtigt werden, dass Substanzen, die schon zur Prophylaxe von PONV verabreicht wurden, später für die Therapie nicht mehr effektiv sein sollen.
In zukünftigen Studien sollte daher geklärt werden, inwieweit antiemetische Prophylaxekombinationen sinnvoll sind.


Kurzfassung in Englisch

Postoperative nausea and vomiting (PONV) after general anaesthesia represent with an incidence of 20-30% a relevant medical problem. Dexamethasone is meanwhile successfully used for prophylaxis of PONV.
The aim of this study was to review if and with which other antiemetics Dexamethasone could reduce the incidence of PONV. In our study the data of 4715 patients was analysed.
It was shown that Dexamethasone was able to reduce the incidence of postoperative nausea and vomiting high significantly compared to placebo. Ondansetrone and Droperidol were not more efficient than Dexamethasone. When Dexamethasone was given with an additional antiemetic the incidence of PONV -compared to Dexamethasone alone- was even more significantly reduced. A combination of all three substances was able to reduce the incidence best.
Due to the design of our study we were in the position to assess the efficiency of Dexamethasone in reliance on the estimated risk of each patient for PONV. With regard to patients who have a high risk for PONV a prophylactic dose of Dexamethasone even when given together with other antiemeticcs was not sufficient to reduce the incidence of postoperative nausea and vomiting to an acceptable level. Based on this results a risk score depend procedure is recommended for the prophylaxis of PONV. Patients whose risk for PONV merely little above average should receive one antiemetic for prophylaxis. Considering the missing side effects and the low price Dexamethasone could be the first line therapy. Patients with a high risk should receive Dexamethasone and undergo TIVA. The application of an additional antiemetic should be considered in these cases. However, one should pay attention to the fact that substances given for prophylaxis of PONV might not be of any effect for the later therapy.
Therefore, in further studies it should be examined to which extent combinations of antiemetics should be given as prophylaxis or whether some substances should rather be kept for the later therapy.


SWD-Schlagwörter: Postoperative Phase , Übelkeit , Erbrechen , Prävention , Dexamethason
Freie Schlagwörter (deutsch): PONV , Antiemetika , Prophylaxe , Postoperative Übelkeit und Erbrechen
Freie Schlagwörter (englisch): Postoperative nausea and vomiting , Antiemetics , Dexamethasone , Prophylaxis
Institut: Anaesthesiologische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Kopp, Karl-Heinz (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 10.09.2008
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