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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-59020
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5902/


Althof, Eva

Sekundäre Pflanzenstoffe - Adaptation oder Pleiotropie?

Secondary compounds in fruits - adaptive or pleiotropic explanations?

Dokument1.pdf (268 KB) (md5sum: 64a58d2929690fb0eb2c1f2b09887684)

Kurzfassung in Deutsch

Anhand der Analyse der Konzentration von Gesamtphenolen und kondensierten Tanninen bei Blättern und Früchten von Pflanzen aus Freiburg, Südspanien und von den Kanarischen Inseln wurde untersucht, ob sekundäre Pflanzenstoffe in Früchten adaptiv sind oder nicht und ob Herbivorie und Samenausbreitung voneinander unabhängige Interaktionen sind.
1. Der Phenol- und der Tanningehalt waren in allen drei Untersuchungsgebieten positiv miteinander korreliert. Die Korrelationen wiesen auf Art-, Gattungs- und Familienebene eine ähnliche Verteilung der Datenpunkte auf. Dies deutet darauf hin, dass die Höhe und Variationsbreite des Phenol- und Tanningehalts stark durch die Phylogenie vorgegeben wird.
2. Die Tanninkonzentrationen in Blättern und Früchten korrelierten in allen drei Gebieten (Freiburg, Spanien, Kanaren), die Phenolkonzentrationen dagegen nur in Freiburg und Spanien. Das Fehlen einer Korrelation auf den Kanarischen Inseln ist vermutlich auf methodische Einschränkungen zurückzuführen. Die gefundenen Korrelationen bestätigen die nicht-adaptive Hypothese von Eriksson & Ehrlen und weisen darauf hin, dass Pflanzen die Mengen von Phenolen und Tanninen nicht völlig unabhängig voneinander regulieren können. Offensichtlich handelt es sich bei Samenverbreitung und Herbivorie um zwei funktionell zusammenhängende Tier-Pflanze-Interaktionen.
3. Früchte enthielten in Spanien und auf den Kanaren weniger Phenole und Tannine als Blätter, in Freiburg verhielt es sich umgekehrt. Der Vergleich zwischen Blättern bzw. Früchten von Pflanzen aus Freiburg und Spanien ergab, dass in Freiburg Blätter geringere Mengen von Phenolen und Tanninen beinhalteten als in Spanien. Zwischen den Früchten aus Freiburg und Spanien wurde dagegen kein Unterschied festgestellt. Die Unterschiede in der Verteilung von Phenolen und Tanninen in Blättern und Früchten zwischen Freiburg und Spanien sind somit vor allem auf Unterschiede in den Blättern zurückzuführen. Denkbare Erklärungen dafür, dass Blätter in Spanien mehr chemische Abwehr enthalten als in Freiburg sind der möglicherweise größere Selektionsdruck durch Herbivoren in Spanien oder die in Spanien höhere Belastung durch oxidativen Lichtstress. Die Konzentrationen von Phenolen und Tanninen in Früchten könnten durch die einander entgegengesetzten Selektionsdrücke durch Samenverbreiter und Schädlinge/Pathogene bedingt sein.
4. Nah verwandte Pflanzen vom südspanischen Festland und von den Kanarischen Inseln unterschieden sich nicht im Phenol- und Tanningehalt. Dies galt gleichermaßen für die Blätter wie für die Früchte. Diese Ergebnisse widerlegen die adaptive enemy-release Hypothese, nach der Pflanzen in Gebieten mit geringerem Selektionsdruck durch Feinde weniger Ressourcen in die Produktion von chemischen Abwehrsubstanzen investieren sollten.


SWD-Schlagwörter: Frucht , Fruchtfleisch , Blatt , Insel , Festland , Phenole , Tannine , Anpassung , Evolution , Interaktion , Pflanzenfressende Insekten , Pathogene B
Freie Schlagwörter (deutsch): Tier-Pflanze-Interaktion , sekundäre Pflanzenstoffe , Selektionsdruck durch Feinde , Samenverbreiter , Frugivorie
Freie Schlagwörter (englisch): enemy release , herbivory , frugivory , fleshy fruits , Canary Islands , Spain , island , mainland , secondary metabolites , tannins , phenols
Institut: Institut für Biologie 1 (Zoologie)
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 13.11.2008
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