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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-60192
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6019/


Wagner, Daria

Vergleich verschiedener Tonometrieverfahren unter Berücksichtigung der Hornhautdicke am liegenden Probanden

Comparison of different tonometers regarding corneal thickness on subjects in supine position

Dokument1.pdf (610 KB) (md5sum: fd212820d18d5c1589ca332a7de66407)

Kurzfassung in Deutsch

Die Applanationstonometrie ist seit ca. 50 Jahren Goldstandard bei der Augeninnendruckmessung, jedoch steht sie seit einiger Zeit wegen eines Einflusses der Hornhautdicke auf die Messung in der Kritik. Als mögliche Alternativen für die Applanationstonometrie wurden beispielsweise der TonoPen oder das Dynamic Contour Tonometer (DCT) entwickelt, welches in seiner Messung unabhängig von der Hornhautdicke sein soll. Ziel dieser Arbeit war es, diese Tonometer am liegenden Probanden mit dem Perkinstonometer zu vergleichen, deren Übereinstimmung sowie ihre Abhängigkeit von der Hornhautdicke zu prüfen und damit den Nutzen vor allem für die Liegendmessung zu evaluieren. Dazu wurde bei 100 freiwilligen Probanden von einem Untersucher die Hornhautdicke mittels Orbscan und danach der Augeninnendruck mit den drei oben erwähnten Tonometern randomisiert gemessen.
Die mittleren Druckwerte aller Tonometer unterschieden sich signifikant voneinander (p< 0,01). Dabei lieferte im Durchschnitt der TonoPen die höchsten, das Perkinstonometer die niedrigsten Werte. Es bestand bei keinem der Tonometer eine Abhängigkeit von der Hornhautdicke. Die Tonometer stimmten jeweils nur mäßig miteinander überein. Dies könnte auf erschwerte Messbedingungen im Liegen und auf eine mögliche, noch zu erforschende Veränderung biomechanischer Eigenschaften der Hornhaut im Liegen zurückzuführen sein. Der TonoPen lag durchschnittlich 4,03 mmHg über dem des Perkinstonometers, so dass dieser zur Druckmessung am liegenden Patienten nicht empfohlen werden kann. Das DCT hingegen lieferte einen um nur 1,89 mmHg höheren Wert als das Perkinstonometer. Zusammen mit der auch von anderen Studien z.B. nach einem LASIK-Eingriff bestätigten fehlenden Hornhautdickenabhängigkeit spricht dies für einen Einsatz des DCT im klinischen Gebrauch, vor allem bei extremen Hornhautdicken oder nach iatrogen veränderten Hornhäuten. Es kann hier nur eine relative Beurteilung stattfinden, da der wahre intraokulare Druck (IOD) unbekannt ist. Hierbei könnten zukünftige intrakamerale manometrische Studien, welche die hier untersuchten Tonometer mit dem wahren IOD vergleichen, über deren Genauigkeit und damit Nutzen für den klinischen Alltag Aufschluss bringen.


Kurzfassung in Englisch

For the last 50 years applanation tonometry has been the gold standard in tonometry, however, it has been criticized for some time because of the influence of corneal thickness on applanation tonometry.
As possible alternatives for applanation tonometry the TonoPen and the dynamic contour tonometer (DCT) were developed. The DCT is supposed to be independent of corneal thickness in measuring intraocular pressure (IOP).
The study objective was to compare TonoPen and DCT with Perkins tonometer on patients in supine position, to review their concordance as well as the influence of corneal thickness and to evaluate in consequence the benefit for measuring on patients in supine position in particular.
For this purpose one investigator measured in 100 volunteers corneal thickness with Orbscan and afterwards IOP with the three above-mentioned tonometers in randomized order. Mean IOP readings of all tonometers were significantly different from each other (p< 0,01).
TonoPen showed the highest, Perkins tonometer the lowest mean values.
There was no influence of corneal thickness on any tonometer.
Agreement of the tonometers was moderate.
This could be attributed to the complicating measuring conditions in supine position and to a possible change of biomechanical properties of the cornea in supine position still to be investigated.
Values measured by TonoPen were on average 4.03 mmHg higher than those measured by Perkins tonometer so that IOP measuring with TonoPen on the patient in supine position cannot be recommended.
However, DCT showed an IOP value which was on average only 1.89 mmHg higher than the one given by Perkins tonometer.
In combination with the absent dependence of corneal thickness also confirmed by other studies, e.g. after LASIK, the results support the use of DCT in clinical practice, especially for extremely thin or thick corneas or corneas changed through iatrogenic procedures.
Since the true IOP is unknown, a relative evaluation can only be made.
Future intracameral manometric studies comparing the tonometers used in this study with true IOP could provide answers about their accuracy and benefits for clinical practice.


SWD-Schlagwörter: Glaukom , Tonometrie , Augendruck
Freie Schlagwörter (deutsch): Hornhautdicke , Tonometer
Freie Schlagwörter (englisch): Glaucoma , tonometry , tonometer , intraocular pressure , corneal thickness
Institut: Univ.-Augenklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Pache, Mona (Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.09.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 20.11.2008
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