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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-60212
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6021/


Streiber, Alexander Florian Leonhard

Gläubigerschutz bei Auslandsgesellschaften : eine Untersuchung zur Reichweite des Gesellschaftsstatuts unter Geltung der Gründungstheorie

Creditor Protection and Foreign Corporations : a research regarding the applicability of the laws of incorporation under the "rule of incorporation" (Gründungstheorie)

Dokument1.pdf (846 KB) (md5sum: 2b62b60033536ede0981a78462e22df5)

Kurzfassung in Deutsch

Ziel dieser Arbeit ist es, ein für alle in Deutschland ansässigen Auslandsgesellschaften einheitliches Gläubigerschutzkonzept zu entwickeln, mit welchem inländische Gläubigerschutzvorschriften in größtmöglichem Umfang zur Anwendung gebracht werden können. Hierbei sind die Vorgaben des Kollisions- und Europarechts zu beachten. Vor diesem Hintergrund spricht sich der Verfasser dafür aus, die mittlerweile herrschende Gründungstheorie durch ein „gesellschaftsrechtliches Außenhaftungsstatut“ zu ergänzen.

Im Rahmen der Arbeit wird dargestellt, dass die Interessen inländischer Gläubiger gegenüber Auslandsgesellschaften mit einem solchen Gläubigerschutzkonzept besser geschützt werden können, als dies bei alleiniger Anwendung des Gründungsrechts der Fall ist. Danach können die Gesellschafter einer im Inland ansässigen Auslandsgesellschaft insbesondere der gesellschaftsrechtlichen Durchgriffshaftung unterworfen werden, die neben etwaigen gesellschaftsrechtlichen Außenhaftungsansprüchen des Gründungsrechts zur Anwendung gebracht werden kann.

Wie im Rahmen der Arbeit dargelegt wird, sind dem nationalen Rechtsanwender trotz der neueren Rechtsprechung des EuGH in Sachen Überseering und Inspire Art durchaus Gestaltungsspielräume verblieben, die eine Anwendung des nationalen Gesellschaftsrechts bei Auslandsgesellschaften ermöglichen. Hierbei können die im Rahmen dieser Arbeit gefundenen Ergebnisse zur Durchgriffshaftung auch auf andere Regelungsbereiche des nationalen Rechts, insbesondere auf Regelungen des Delikts- und Insolvenzrechts im Grenzbereich zum Gesellschaftsrecht, übertragen werden.


Kurzfassung in Englisch

The purpose of this thesis is to develop a universal creditor protection scheme for all foreign corporations domiciled in Germany according to which domestic creditor protection regulations may be applied to the maximum extent. In this context it is crucial to observe the requirements set forth under international private law and EC law. The author therefore calls for a supplementary “external corporate liability rule” to be added to the predominant rule of incorporation (Gründungstheorie).

It is shown that the interests of domestic creditors in regard to foreign corporations are protected more effectively by application of such creditor protection scheme than by simply applying the laws of incorporation. In particular, shareholders of a foreign corporation domiciled in Germany can be held liable under the German concept of piercing the corporate veil that is applicable in addition to any claims granted by the laws of incorporation.

Furthermore, it is shown that - despite the recent judgments rendered by the European Court of Justice known as decisions “Überseering” and “Inspire Art” - there is a remaining area to apply German corporate law with respect to foreign corporations. The conclusions that are drawn in this thesis in regard to the German concept of piercing the corporate veil can also be applied to other areas of national law with corporate elements such as the law of torts or parts of the insolvency law.


SWD-Schlagwörter: Internationales Gesellschaftsrecht , Gründungstheorie , Anknüpfung
Freie Schlagwörter (englisch): International Company Law , Rule of Incorporation , Procedure of Legal Qualification
Institut: Institut f. Ausländ. u. Internat. Privatrecht
Fakultät: Rechtswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Recht
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Merkt, Hanno (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 24.11.2008
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