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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-62509
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6250/


Klingler, Alexander Jürgen

Prävalenz antineuronaler Antikörper bei Patienten mit einer Polyneuropathie

Prevalence of antineuronal antibodies in patients with polyneuropathy

Dokument1.pdf (408 KB) (md5sum: 3da857e955e81e5a8bb80d9146c7199e)

Kurzfassung in Deutsch

Paraneoplastische neurologische Syndrome (PNS) sind seltene tumorassoziierte
neurologische Erkrankungen, sie können der eigentlichen Tumorentdeckung um Monate bis Jahre vorangehen. In der vorliegenden Arbeit erfolgte eine retrospektive Untersuchung von 286 Patienten mit verschiedenen Neuropathien auf die Prävalenz der sogenannten gut charakterisierten paraneoplastischen antineuronalen Antikörper (anti-HuD, anti-Ri, anti-CV2, anti-Ma2, anti-Yo, anti-Amhiphysin) mit einem ELISA-Testsystem unter Verwendung rekombinanter Antigene. Diese Antikörper sind pathognomonisch hinsichtlich einer zugrunde
liegenden Tumorerkrankung. Es erfolgte eine Einteilung der Probanden in die Kollektive „Polyneuropathie ungeklärter Ätiologie ohne ein bekanntes Malignom“, „Polyneuropathie mit einem bekanntem Malignom“, „Guillain-Barré-Syndrom (GBS)“ und „chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)“.
In keiner Patientengruppe konnten hohe Konzentrationen antineuronaler Antikörper
nachgewiesen werden; positive Werte im ELISA bei 13 Patienten konnten in zwei
unabhängigen Tests nicht bestätigt werden. Dennoch kann ein paraneoplastisches Geschehen nicht sicher ausgeschlossen werden, da PNS auch ohne antineuronale Antikörper auftreten können. Dies bestätigt sich durch das Vorhandensein von drei Patienten mit der Verdachtsdiagnose eines „möglichen PNS“ gemäß den Konsensuskriterien allein anhand der klinischen Symptomatik und der zeitlichen Assoziation mit Auftreten eines Tumors. Eine routinemäßige Bestimmung der sechs gut charakterisierten antineuronalen Antikörper bei typischen Fällen von CIDP und GBS erscheint daher nicht sinnvoll. Erwogen werden kann die Testung auf antineuronale Antikörper bei atypischen Fällen, bei Vorliegen eines
Tumorleidens oder bei zusätzlicher neurologischer Symptomatik, die nicht mit einer CIDP bzw. GBS-Diagnose in Einklang zu bringen ist. Zur erweiterten Diagnostik einer Polyneuropathie ungeklärter Ätiologie erscheinen Testungen auf die sechs gut charakterisierten antineuronalen Antikörper nach Ausschluss der häufigsten Polyneuropathieursachen dann sinnvoll, wenn bestimmte, für ein PNS typische Risikofaktoren wie subakutes Auftreten der Symptomatik, rasche Progredienz oder Disposition für das Vorliegen eines Malignoms bestehen.


Kurzfassung in Englisch

Paraneoplastic neurological syndroms (PNS) are rare tumor associated neurological diseases. In a cohort of 286 patients with peripheral neuropathy (polyneuropathy of unknown origin, GBS, CIDP) the frequency of the well characterised antineuronal antibodies (anti-HuD, Yo, Ri, CV2/CRMP5, Ma2 and amphiphysin) was estimated by ELISA, employing recombinant antigens. None of the sera revealed high antineuronal antigen reactivity. Low reactivity was detected in only 13 sera. According to these data, routine analysis for well characterised antineuronal antibodies in patients with peripheral neuropathy is not mandatory.


SWD-Schlagwörter: Antikörper , Polyneuropathie
Freie Schlagwörter (deutsch): Paraneoplasie , antineuronale Antikörper
Freie Schlagwörter (englisch): polyneuropathy , antineuronal antibodies , paraneoplasia
Institut: Neurologische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Rauer, Sebastian (Prof. Dr. )
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.11.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 06.02.2009
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