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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-63899
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6389/


Weis, Manuel

Methode zur Entwicklung von Landschaftsleitbildern mithilfe einer dynamischen Landschaftsmodellierung : erarbeitet am Fallbeispiel Hinterzarten im Hochschwarzwald

Approach on Leitbild-development for landscapes via dynamic landscape modelling - developed on the case of Hinterzarten (Black Forest)

Dokument1.pdf (72.819 KB) (md5sum: 5f4753a10a4ba0348b42121d62420099)

Kurzfassung in Deutsch

Landschaften sind dynamische Gesellschafts-Natur-Systeme. Neben der Globalisierung und dem demografischen Wandel wird auch der Klimawandel den Veränderungsdruck auf Landschaften deutlich erhöhen. Die Landschaftsplanung als Koordinatorin und Mittlerin vielfältiger Interessen im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie steht damit vor großen Herausforderungen. Die Realisierung des Leitprinzips einer nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von Landschaften bedeutet, die kulturlandschaftliche und ökologische Vielfalt, Eigenart und Schönheit und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts nicht nur zu erhalten, sondern auch mit den sozialen und wirtschaftlichen Interessen in Einklang zu bringen. Dazu können Landschaftsleitbilder ein geeignetes Instrument darstellen. Die bisherigen Methoden ihrer Entwicklung werden den neuen Herausforderungen jedoch grundsätzlich nicht gerecht, was zunehmend zu Problemen bei der Umsetzung und der Akzeptanz von Leitbildern bei den lokalen Akteuren führt.
Mit dieser Dissertation wird eine Methode zur Entwicklung von Landschaftsleitbildern für die lokale Ebene vorgestellt, die auf einer komplexen Betrachtung der Landschaftsdynamik, des Landnutzungswandels und der gesellschaftlichen Veränderung beruht. Kerngedanke ist die Zusammenführung einer retrospektiven und prospektiven Sichtweise auf die Landschaftsentwicklung. Dabei werden sozioökonomische und ökologische Aspekte durch eine dynamische Landschaftsmodellierung integriert, um der funktionalen Komplexität der Landschaft gerecht zu werden. Ziel der Methode ist es, einen gesellschaftlichen Reflexions- und Entscheidungsprozess anzustoßen, an dessen Ende ein von allen Akteuren gemeinsam entwickeltes Landschaftsleitbild steht.
Die Verfahrensbausteine der Methode werden am Beispiel des Hochschwarzwaldes mit dem Hauptuntersuchungsgebiet Hinterzarten weiter- bzw. neu entwickelt und erprobt. Schwerpunkte bilden die historische Landschaftsanalyse, Szenarienentwicklung und räumliche Landnutzungsmodellierung sowie GIS- und modellgestützte Verfahren zur Erfassung der Wirkungen früherer und möglicher zukünftiger Landschaftsveränderungen auf das landschaftliche Ökosystem und das Landschaftsbild.
Die Dissertation entstand im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Gegenwartsbezogene Landschaftsgenese“, das mit dem Ziel konstituiert wurde, die gegenseitige Abhängigkeit und Wechselwirkungen im Mensch-Umwelt-Gefüge über die Zeit hinweg am Beispiel der Regio TriRhena (Oberrheinisches Tiefland und angrenzende Gebirge) zu erforschen. Ein zentrales Thema in der zweiten Phase des Kollegs ist die Untersuchung der Ursachen und Wirkungen von Wald-Offenland-Veränderungen. Die vorliegende Arbeit leistet zu diesem aktuellen Forschungsthema einen Beitrag, indem die Triebkräfte und Auswirkungen des Landnutzungswandels, besonders die von Wald-Offenland-Veränderungen, am Beispiel des Hochschwarzwaldes in einem zeitlichen Bogen zwischen Vergangenheit (spätes 18. Jahrhundert) und Zukunft (Szenarien) mit einem breiten Methodenspektrum untersucht werden.


Kurzfassung in Englisch

Landscapes are dynamic society-nature systems. Pressure to change is increased by globalisation and demographic as well as climate change. This issues a challenge to landscape planning in its role as a coordinating discipline mediating between the diverse interests that exist between the poles of ecology and economy. Realising the concept of sustainability means to preserve the ecological and cultural diversity, beauty and character of a landscape and at the same time, to harmonise ecological with social and economic interests.
The development of a consensual Leitbild of a landscape can be a suitable instrument in this respect (a Leitbild represents a summarized depiction of an aspired future state, that is supposed to be achieved in a certain area/landscape in a certain period of time). However, current methods on Leitbild development are generally not suited to meet the new challenges, which leads to increasing problems with local stakeholders concerning the implementation and acceptance of a Leitbild.
This thesis presents a method to develop a Leitbild on a local scale, based on a complex consideration of landscape dynamics, land use change and societal change. The central idea is to merge a retrospective and prospective view on landscape development. A dynamic landscape modelling approach allows to integrate socioeconomic and ecocological aspects in order to meet the functional complexity of a landscape. The method aims at initiating a societal reflection process that leads to a common decision for a Leitbild.
The different steps of the approach have been developed and tested in the case of Hinterzarten (Black Forest). The focus is placed on an historical landscape analysis, scenario development and spatial land use modelling as well as GIS- and model-based approaches, which enable the user to identify the impacts that past and potential future landscape change can have on a landscape’s ecosystem as well as on the scenery of a landscape.
This thesis forms part of the research training group ”Formation and Development of Present-Day Landscapes” of the Deutsche Forschungsgemeinschaft (German research foundation). The training group aims at investigating the mutual dependencies and interactions in the man-nature-relationship focused on the TriRhena region (the plain of the Upper Rhine and the surrounding uplands). The second phase of the research programme concentrates on change in the proportion of woodland and openland. The thesis contributes to this research topic by investigating the driving forces and the impacts of land use change, especially in terms of the proportion of woodland and openland, in the case of Hinterzarten (Black Forest) in a period of time ranging from the past (late 18th century) to the future (scenarios) using a wide range of methods.


SWD-Schlagwörter: Nachhaltigkeit , Dynamische Modellierung , Geoinformationssystem , Landschaftsanalyse , Szenario , Landschaftsbewertung , Landnutzung
Freie Schlagwörter (deutsch): Landschaftsleitbild , Leitbildentwicklung , Driving Forces , Landschaftsfunktionen , Ökosystemfunktionen
Freie Schlagwörter (englisch): GIS, landscape vision , driving forces , ecosystem functions , ecosystem services
Institut: Institut für Physische Geographie
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Land- und Forstwirtschaft, Veterinärmedizin
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Glawion, Rainer (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.12.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 13.03.2009
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