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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-64075
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6407/


Kulemann, Birte

Chlamydia trachomatis Prävalenz im Wochenbett : ein Screening an 2794 Wöchnerinnen

CHlamydia trachomatis: a prevalence study of 2,794 women in childbed

Dokument1.pdf (549 KB) (md5sum: bdc927c21d32f059108145cd17ba9ae4)

Kurzfassung in Deutsch

Chlamydia trachomatis ist das häufigste sexuell übertragene Bakterium und weltweit die häufigste Sterilitätsursache bei Frauen. Es gibt keine offiziellen Daten zur Chlamydienprävalenz in Deutschland. Die in dieser Studie erhobenen Prävalenzdaten bei 2794 Wöchnerinnen geben einen Hinweis auf die Prävalenz in Deutschland.
In dieser Studie wurde zwischen Januar 2002 und März 2006 der Erststrahl-Urin von 2794 Wöchnerinnen mit Hilfe eines Nucleinsäureamplifikationstests (NAAT) untersucht. Zunächst fand die Ligasekettenrekation (LCR) und später die Strangverdrängungsamplifikation (SDA) „ProbeTec®“ von Becton und Dickinson Verwendung. 41 der 2794 Frauen wurden positiv auf Chlamydia trachomatis getestet, das entspricht einer Prävalenz von 1,46% (95%CI [1,02; 1,91]).
Das derzeit durchgeführte Screening in der Frühschwangerschaft kann nur etwa ein Drittel der Chlamydieninfektionen zum Zeitpunkt der Geburt verhindern, wie der Prävalenzvergleich mit 7236 Frühschwangeren (Meyer T.) zeigt.
Unsere Ergebnisse zeigen eine gute Übereinstimmung mit an 13 207 Frauen in Großbritannien (Adams E.J.) erhobenen Prävalenzdaten. Die Altersgruppe <25 Jahre hatte mit 3,86% (95% CI [2,00; 5,72]) eine signifikant höhere Prävalenz als die Gruppe ≥25 Jahre mit 1,05% (95%CI [0,64; 1,46]). Bei 55% der untersuchten Partner positiver Wöchnerinnen konnte ebenfalls eine Infektion nachgewiesen werden.

Fünf (28%) der positiven Wöchnerinnen, die zur Kontrolluntersuchung erschienen, zeigten bei der Kontrolle negative Ergebnisse im NAAT. Der NAAT zeigte jedoch im Urin des jeweiligen Partners ein positives Ergebnis, was ein eindeutiger Beleg für die Chlamydienpersistenz bei beiden Partnern ist. Daraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen:

1. NAATs weisen keine zu hohe Sensitivität für die Chlamydiendiagnostik auf, wie Rogers et al. 2008 behaupten, sondern selbst die NAAT-Sensitivität ist häufig nicht ausreichend, um eine geringe Chlamydienausscheidung nachzuweisen.
2. Im Wochenbett ist die Chlamydienausscheidung erhöht, so dass bei Wöchnerinnen seltener falsch negative NAAT Ergebnisse auftreten als zu anderen Screeningzeitpunkten.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein Wöchnerinnenscreening durch NAAT Testung des Erststrahlurins dem bisherigen Schwangerenscreening mit unterschiedlichen Tests überlegen ist und eine rechtzeitige Therapie des Neugeborenen sowie die Verhinderung sekundärer Sterilität ermöglicht.


Kurzfassung in Englisch

Background: In Germany, mandatory screening for Chlamydia trachomatis of all pregnant women in the first trimester was introduced 10 years ago. However, many infections are being missed because low concentrations of chlamydial elementary bodies in cervical swabs may fall short of the detection limits offered by ELISA or even nucleic acid amplification tests. As yet, there are no data available on the prevalence of C. trachomatis in women in childbed.

Objective: The aim of this study was to determine the prevalence of genital chlamydial infection in postpartum women.

Methods: Between 2002 and 2006, we prospectively screened first catch urine samples obtained from all postpartum women at our hospital for C. trachomatis by nucleic acid amplification (BD ProbeTec™, Becton Dickinson, France S.A.). This test has been shown to be highly reproducible and reliable (J Clin Microbiol 2001; 39:1751-6). Our sample comprised 2,794 women (mean age 31 years, range: 16 - 46 years) were screened on the first day after delivery.
Results: Forty-one women (1,46%) had a positive postpartum screening result. 95%CI [1,02; 1,91]). The mean age in this group was as high as 27 years (range 17 - 40).

Conclusion: The percentage of C. trachomatis positive postpartum women is surprisingly high. Thus, we recommend (1) routine postpartum screening for C. trachomatis; (2) prescribing appropriate antibiotic treatment for all women with a positive test result and their male partners to prevent sequelae such as secondary female infertility; (3) treating perinatally infected infants to prevent chlamydial conjunctivitis or pneumonia.



SWD-Schlagwörter: Chlamydia-trachomatis-Infektion , Wochenbett , Prävalenz , Polymerase-Kettenreaktion
Freie Schlagwörter (deutsch): Schwangerenscreening , SDA , Chlamydienprävalenz , Partnertkonkordanz , Keimausscheidung
Freie Schlagwörter (englisch): Chlamydia trachomatis , prevalence, childbed
Institut: Univ.-Frauenklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Clad, Andreas (Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.08.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 30.03.2009
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