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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-64307
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6430/


Ehlken, Dorothea

Ableitung visuell evozierter Potentiale zur Quantifizierung der Sehnervenfunktion an der Ratte

Recording of visual evoked potentials to quantify optic nerve function in the rat

Dokument1.pdf (1.341 KB) (md5sum: 58f968ea92ceb8bc53174b0012fcc683)

Kurzfassung in Deutsch

Zur besseren Einschätzung der Wirksamkeit von Krankheitsmodellen sowie neuer Therapieansätze ist die Untersuchung der funktionellen Integrität der Sehbahn sinnvoll. Bisher basierten funktionelle Untersuchungen der Sehfunktion an Ratten hauptsächlich auf Messungen an narkotisierten Tieren. Ziel dieser Arbeit war die Etablierung einer neuen Methode zur Ableitung visuell evozierter Potentiale (VEP) an wachen, nicht fixierten Ratten.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde erstmals die temporospatiale Kontrastwahrnehmung der Tiere untersucht. Parameter der Messungen waren eine Modulation der VEP-Reize in Helligkeit und Frequenz. Die Ableitung der evozierten Potentiale erfolgte von epidural über den Colliculi superiores implantierten Elektroden. Mit Hilfe einer Ganzfeldkugel wurde das gesamte Gesichtsfeld stimuliert.
Mit dem neu etablierten Messmodell wurden die funktionellen Auswirkungen unterschiedlicher im Tierversuch gebräuchlicher Anästhetika untersucht. Die an wachen Tieren abgeleiteten Potentiale wurden mit denen narkotisierter Tiere verglichen. Es wurde die Wirkung des Inhalationsnarkotikums Isofluran sowie der intraperitoneal wirksamen Narkotika Chloralhydrat und Ketamin/Xylazin beurteilt. Es zeigten sich spezifische Unterschiede zwischen narkotisierten und nicht narkotisierten Tieren vor allem in Bezug auf die VEP-Amplituden.
Im nächsten Schritt wurden die Auswirkungen üblicher Schädigungsmodelle für den Untergang retinaler Ganglienzellen evaluiert. Hierzu wurde eine retinale Ischämie induziert, beziehungsweise nach partieller Orbitotomie eine kalibrierte Sehnervenkompression durchgeführt. Die Schädigung des Sehnerven führte zu einem deutlichen Funktionsverlust. Nach 60-minütiger Ischämie zeigten sich die abgeleiteten Potentiale deutlich vermindert; nach Sehnervenquetschung konnten nur noch sehr geringe Antworten abgeleitet werden.
Es ist uns gelungen, mittels dauerhaft implantierten kortikalen Elektroden ein Modell zur dauerhaften VEP-Ableitung an wachen, nicht fixierten Ratten zu entwickeln. Mittels der verwendeten Kontraststimulation ist eine differenzierte Funktionsbeurteilung möglich. Die zuverlässige längerfristige Ableitung von VEP ermöglicht es, Funktionsverluste oder auch Funktionserhalt des visuellen Systems in unterschiedlichen Schädigungsmodellen sowie unter neuroprotektiver Therapie zu quantifizieren und zu verfolgen. Damit eröffnet dieses Modell neue Möglichkeiten, neuroprotektive Therapieansätze - insbesondere in ihrer Wirksamkeit bezüglich des Funktionsgewinns beziehungsweise Funktionserhalts und in Ergänzung zur morphologischen Beurteilung - zu untersuchen.



Kurzfassung in Englisch

Quantification of visual function is essential for the impact of models of eye diseases and their treatment. Recently, we introduced a chronic implant model to record visual evoked potentials (VEP) in awake Brown-Norway rats. Here, we investigated the hemispheric distribution of VEP after monocular stimulation, the chronic electrode implantation and the influence of commonly used anesthetics. Potentials were recorded by electrodes, implanted epidurally over the superior colliculus. The entire visual field of the rat was stimulated. Flicker stimuli were modulated in luminance with a modulation depth from 5 to 80% at 7.5 Hz and flashes with a modulation depth of >95% in a frequency range of 2.9-38 Hz. Recordings were constant over 9 days. When one eye was blinded, the potentials recorded from the contralateral side were not affected, while the potentials of the ipsilateral side were markedly reduced. We also tested the impact of various disease models like optic nerve crush and retinal ischemia. Further, potentials of awake animals were compared with those receiving general anesthetics. The new VEP paradigm assesses distinct qualities of contrast vision in rats. All tested narcotics alter VEP amplitudes and can be avoided.


SWD-Schlagwörter: Stationär visuell evoziertes Potenzial , Visuell evoziertes Potenzial , Ratte
Freie Schlagwörter (deutsch): ONC, Netzhautischämie , Isoflurannarkose
Freie Schlagwörter (englisch): ONC , retinal ischemia , rat , VEP
Institut: Univ.-Augenklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Lagrèze, Wolf Alexander (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.02.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 03.04.2009
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