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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-64514
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6451/


Tonhauser, Jens

Perioperatives Flüssigkeitsmanagement bei resektiven Eingriffen im Gastrointestinaltrakt

Perioperative fluid management in resective gastrointestinal surgery

Dokument1.pdf (550 KB) (md5sum: 7c5a8a72003ca60da470eaaf9647dfa6)

Kurzfassung in Deutsch

HINTERGRUND: An unserem Klinikum wurde im Rahmen eines Chefarztwechsels am 1. Januar 2003 das perioperative Flüssigkeitsmanagement umgestellt. Eine intraoperative Hypotension sollte im Zeitraum 2003 statt mit einem Vasopressor primär mit der Infusion eines Flüssigkeitsbolus behandelt werden.
ZIELSETZUNG: Die Folgen einer großzügigeren intraoperativen Flüssigkeitszufuhr sollten erfasst und statistisch ausgewertet werden.
METHODE: In einer retrospektiven Studie wurden die Häufigkeit postoperativer Komplikationen bei insgesamt 477 Patienten verglichen, die sich in den Jahren 2002 und 2003 einer größeren Resektion im Gastrointestinaltrakt unterziehen mussten und die postoperativ intensivmedizinisch betreut wurden.
ERGEBNISSE: Die mittlere intraoperative Infusionsmenge war 2003 für kristalloide Lösungen im Mittel um ca. 1200 ml, für kolloidale Lösungen im Mittel um ca. 180 ml höher als 2002. Der Anteil der Patienten, die einen Vasopressor erhielten war 2003 niedriger (22% vs. 32%). Bei gleicher chirurgischer Technik der Anastomosennaht war 2003 die Rate an Anastomoseninsuffizienzen niedriger als 2002 (2,2% vs. 6,3%). Für die Häufigkeit einer Anastomoseninsuffizienz bestehen statistische Zusammenhänge mit dem Behandlungszeitraum als Surrogat für das Flüssigkeitsmanagement, dem intraoperativen Blutverlust und einem hohen ASA-Score. Die Rate an kardialen Komplikationen, Pneumonien, zerebrovaskulären Ereignissen und Wundheilungsstörungen änderte sich nicht. Risikofaktoren für kardiale Komplikationen waren der ASA-Score und ein Diabetes mellitus, Risikofaktoren für eine postoperative Pneumonie ein hoher ASA-Score, eine lange OP-Dauer und eine Leberzirrhose. Risikofaktoren für eine postoperative Beatmung waren eine lange OP-Dauer und der ASA-Score des Patienten. Das Risiko für den Patienten postoperativ hämodialysiert zu werden hing allein davon ab, ob eine chronische Niereninsuffizienz vorbestand.
FAZIT: Die Umsetzung des großzügigen perioperativen Flüssigkeitsregimes war mit einer Reduktion von Anastomoseninsuffizienzen assoziiert. Für alle weiteren schwerwiegenden Komplikationen wurden keine Unterschiede entdeckt.


Kurzfassung in Englisch

In a retrospective study 477 patients undergoing mayor abdominal surgery were compared regarding perioperative fluid management and surgical outcome. It was found that patients treated with liberal intravenous fluid substitution are less likely to suffer a clinical anastomotic leak. No statistically significant difference was found in the incidence of other grave surgical complications.


SWD-Schlagwörter: Flüssigkeit , Chirurgie , Gastroenterologische Chirurgie , Anastomose , Infusion
Freie Schlagwörter (deutsch): kristalloid , kolloidal , perioperativ , Anastomoseninsuffizienz , Flüssigkeitsmanagement
Freie Schlagwörter (englisch): perioperative , fluid , anastomosis , abdominal , crystalloid
Institut: Anaesthesiologische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Benzing, Albert (Prof. Dr. med.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.05.2005
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 14.04.2009
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