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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-65347
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6534/


Schwörer, Anja

Beeinträchtigung der Atemmuskelkraft bei Pulmonaler Hypertonie

Impairment of respiratory muscle function in pulmonary hypertension

Dokument1.pdf (887 KB) (md5sum: 140bc0e729d47542c370b5fa2013e778)

Kurzfassung in Deutsch

Ziel der vorliegenden Arbeit war die Evaluation der Atemmuskelkraft bei PH. Dafür wurde ein repräsentatives Kollektiv von 31 PH-Patienten mit einem exakt auf Geschlecht, Alter und BMI abgestimmten Kontrollkollektiv von 31 gesunden Probanden verglichen. Um die postulierte Dysfunktion der Atemmuskulatur bei PH beweisen zu können, wurden erstmalig neben verschiedenen mitarbeitsabhängigen Untersuchungsmethoden (PImax-, PEmax-, Sniff-Messung) auch mitarbeitsunabhängige Tests (TwP-Messung) zur Quantifizierung der Atemmuskelkraft durchgeführt. Alle Studienteilnehmer durchliefen ein identisches Studienprotokoll, das über die Atemmuskelkraftmessungen hinaus eine Spirometrie sowie einen 6-Minuten Gehtest einschloss. Es zeigte sich für alle Parameter der Atemmuskelkraft eine hochsignifikante Einschränkung der PH-Patienten im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen. Mit einem Unterschied von bis zu 34% ist die Atemmuskelschwäche mit den mitarbeitsunabhängigen Verfahren am eindrücklichsten nachweisbar. Damit erbringt die vorliegende Arbeit den definitiven Beweis für die Beeinträchtigung der Atemmuskelfunktion bei PH. Die Einschränkung der Atemmuskelfunktion ist nicht auf Veränderungen im Atemmuster der PH-Patienten zurückzuführen, da die effektive inspiratorische Impedanz und damit die auf den inspiratorischen Atemmuskeln liegende Last bei Patienten und Kontrollpersonen identisch war. Weiterhin zeigten sich signifikante Korrelationen zwischen Parametern der Atemmuskelkraft und der Leistungsfähigkeit von PH-Patienten, deren 6-Minuten Gehstrecke im Vergleich zu den Kontrollpersonen deutlich verkürzt war. Anhand der Ergebnisse dieser Arbeit muss eine große klinische Relevanz der Atemmuskelschwäche bei PH postuliert werden. Patienten mit PH profitieren von gezieltem Training – ob dieses wie bei Patienten mit CLHF zur Verbesserung der inspiratorischen Kraft führt beziehungsweise ob die beobachteten Trainingserfolge der PH-Patienten (Steigerung der Lebensqualität, des WHO-Stadiums, der maximalen Sauerstoffaufnahme und der Leistungsfähigkeit) auf einer Stärkung der Atemmuskelkraft beruhen, muss weiter untersucht werden. Darüber hinaus besteht ein erheblicher Forschungsbedarf in Hinsicht auf die pathophysiologischen Hintergründe und Ursachen der Atemmuskelschwäche bei pulmonaler Hypertonie sowie hieraus abgeleitete neue Therapieoptionen.


Kurzfassung in Englisch

Impairment of respiratory muscle function is suggested to occur in patients with pulmonary hypertension (PH) as it has been demonstrated for patients with chronic left heart failure. However, the definitive diagnosis of reduced muscle strength in pulmonary hypertension needs to be established. Therefore, this study was aimed to investigate respiratory muscle function in patients with pulmonary hypertension in comparison with healthy control subjects. In addition to volitional tests on respiratory muscle function, for the first time, non-volitional tests were performed.
Respiratory muscle function was assessed in a total of 31 PH patients (20 female, 11 male, mean pulmonary artery pressure 51±20 mmHg) and in 31 control subjects (20 female, 11 male) well-matched for gender, age, and body-mass index. All participants ran through an identical study protocol including assessment of maximal inspiratory and expiratory mouth pressures, sniff nasal and transdiaphragmatic pressures and twitch mouth and transdiaphragmatic pressure. Twitch pressures were assessed by bilateral anterior magnetic phrenic nerve stimulation being the current non-volitional gold-standard method. A six-minute walking test was performed to rate exercise capacity.
All parameters of respiratory muscle function were significantly lower in PH patients compared to healthy control subjects. With differences up to a 34% impairment of respiratory muscle force could be shown explicitly with non-volitional tests. Maximal inspiratory mouth and sniff transdiaphragmatic pressures were correlated to six-minute walking distance in PH patients.
The present study establishes, for the first time, the definitive diagnosis of substantially reduced respiratory muscle strength in PH patients compared to well-matched control subjects. Furthermore, exercise capacity is significantly linked to parameters assessing inspiratory muscle strength. Due to the results of this study a major clinical relevance of reduced respiratory muscle force in PH patients has to be assumed.


SWD-Schlagwörter: Pulmonale Hypertonie , Zwerchfell , Magnetische Stimulation , Atemmuskulatur
Freie Schlagwörter (deutsch): Atemmuskelkraft , Atemphysiologie
Freie Schlagwörter (englisch): pulmonary hypertension , respiratory muscles , twitch pressure , magnetic phrenic nerve stimulation
Institut: Medizinische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Kabitz, Hans-Joachim (Dr.)
Quelle: Clin Sci (Lond). 2008 Jan;114(2):165-71
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.04.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 27.05.2009
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