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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-65422
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6542/


Stoller, Friederike Juliane

Gesellschaftlicher Stellenwert der Hospizbewegung im Prozess des Sterbens und Trauerns

Dokument1.pdf (1.736 KB) (md5sum: d74df7614bdc12d56c62e3fa2cb90e67)

Kurzfassung in Deutsch

Der Fokus dieser empirischen Magisterarbeit liegt auf der Entstehung, Entwicklung und den Zielsetzungen der modernen Hospizbewegung in Deutschland. Mit Hilfe einer prozessorientierten und interdisziplinären Herangehensweise wird deren heutiger Stellenwert in Bezug auf den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer einer kritischen Analyse unterzogen.
Die Hospizbewegung wird im Kontext der neuen sozialen Bewegungen untersucht. Zentrale Frage ist, ob die heutige Hospizbewegung noch als soziale Bewegung bezeichnet werden kann oder nicht vielmehr aufgrund ihrer zunehmenden Integration in das Gesundheitssystem ihren Bewegungscharakter verloren hat. Um die Entwicklung der Hospizbewegung zu erörtern, wird daher auf Theorien zu neuen sozialen Bewegungen zurückgegriffen. Diese bilden den konzeptuellen Hintergrund der Arbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der differenzierungstheoretischen Fragestellung, ob die Hospizbewegung tatsächlich einen anderen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer bewirken kann, was eines ihrer Ziele ist, oder nicht vielmehr Individualisierungs- und Differenzierungsprozesse vorantreibt, die eine gesellschaftliche Integration von Sterben, Tod und Trauer verhindern.
Zentrale Ergebnisse hinsichtlich dieser Fragen sind zum einen, dass die Hospizbewegung aufgrund ihrer wachsenden Integration in das Gesundheitswesen und den damit verbundenen Differenzierungs-, Bürokratisierungs- und Professionalisierungsanforderungen zunehmend ihren Bewegungscharakter verliert. Zum anderen wird festgestellt, dass die Hospizbewegung Individualisierungs- und Differenzierungsprozesse vorantreibt, da sie ein sehr stark am Subjekt orientiertes Sterben propagiert und einfordert und eine weitere Ausdifferenzierung des Gesundheitssystems darstellt. Dies kann eine gesellschaftliche Integration von Sterben, Tod und Trauer erschweren, da eine neue Institution entstanden ist, die für den Themenkomplex Tod zuständig ist. Es muss aber auch festgehalten werden, dass die professionelle Sterbebegleitung eine wichtige Unterstützung von Sterbenden und deren Angehörigen sein kann und aufgrund der soziostrukturellen Veränderungen, des demographischen Wandels sowie der Überlastung des medizinischen Sektors zukünftig vermutlich auch notwendig sein wird.


SWD-Schlagwörter: Hospizbewegung , Neue soziale Bewegung , Institutionalisierung , Sterben , Trauer
Freie Schlagwörter (deutsch): Thanatosoziologie
Institut: Institut für Soziologie
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 29.05.2009
Bemerkung: Originaltitel der Magisterarbeit: Gesellschaftlicher Stellenwert der Hospizbewegung in Bezug auf den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer
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