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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-65714
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6571/


Ehrenberg, Ramin

CO 2-Angiographie - Indikation, Wertigkeit und Komplikationen

CO 2-angiography - indikation, valency and complications

Dokument1.pdf (8.054 KB) (md5sum: 46995c0e2161e88a55fa43c08f6a1c78)

Kurzfassung in Deutsch

Als heutiger „Gold-Standard“ in der diagnostischen und interventionellen Radiologie gilt die konventionelle Angiographie mit jodierten oder niederosmolaren Kontrastmittel (KM). Die verschiedenen Kontrastmittel haben seit ihren ersten Anwendungen eine rasante Entwicklung erfahren. Mit den gewonnenen Erkenntnissen aus der langjährigen Anwendung dieser konventionellen Kontrastmittel sind diese als Diagnoseverfahren zur Beurteilung von Krankheiten mit Gefäß- und Organveränderungen aus Praxis und Klinik nicht mehr wegzudenken. Nebenwirkungen der röntgenspositiven konventionellen Kontrastmittel sind bestens bekannt, Einschränkungen und Kontraindikationen sind geblieben und bedürfen einer verantwortungsvollen Indikationsstellung. Parallel zur Entwicklung der konventionellen Kontrastmittel wurden schon seit Anfang des letzten Jahrhunderts verschiedene Gase in der radiologischen Diagnostik erprobt und verwendet. Das erste und geläufigste gasförmigen Kontrastmittel war Luft. RAUTENBERG et al. (98) gelang es mit der Insufflation von Luft Leber, Milz und Zwerchfell in der Röntgenphotographie darzustellen. Die Applikation der Gase führt zu einer verminderten Absorption des Röntgenstrahls und somit, anders als die konventionellen Kontrastmittel zu einer röntgennegativen Anhebung des Bildkontrastes. Folgenschwere Komplikationen der Gasinsufflation wie eine Gasembolie sind durch die geringe Löslichkeit der Gase bedingt. Um dieses Risiko der Gasembolisation zu minimieren, wurden in der Folgezeit besser lösliche Gase, u.a. auch Lachgas (N2O) und Kohlendioxid (CO2) verwendet (132). Ein weiterer wichtiger Schritt der Etablierung von Gasen in der Radiologie war die Möglichkeit zur intravasalen Anwendung. Hierdurch erweiterte sich das bisherige diagnostische Spektrum der Gase von der Beurteilung der Organstrukturen auch auf Teile des vaskulären Systems. Die vergleichsweise geringe Kontrastgebung der Gase und die anfangs eher eingeschränkte technische Leistungsfähigkeit der Röntgenapparaturen ließ eine Anwendung im gesamten vaskulären System lange nicht zu. Dieser technische Nachteil zur konventionellen Kontrastmittelangiographie als aktueller „Gold-Standard“ wurde erst 1980 mit der Einführung der digitalen Subtraktions-Angiographie (DSA) und der damit neu geschaffenen Möglichkeit der elektronischen Bildnachverarbeitung ausgeglichen. Hiermit war die Grundvoraussetzung einer Alternative zur konventionellen Angiographie geschaffen. 1982 wurde erstmals mit der Entwicklung der digitalen Subtraktions-Angiographie durch eine computerunterstützte Berechung eine CO2-Angiographie von HAWKINS et al. (48) vorgestellt. Die notwendigen technischen Voraussetzungen sowie die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Kohlendioxids führten zu einer nur langsamen Verbreitung des CO2 als vaskuläres Kontrastmittel. Heutzutage bildet Kohlendioxid als Kontrastmittel im klinischen Alltag eine sichere Alternative für Patienten mit Niereninsuffizienz, Hyperthyreose oder mit bekannter Kontrasmittelunverträglichkeit in der diagnostischen und interventionellen Radiologie. In der radiologischen Abteilung am Klinikum Konstanz gilt die konventionelle Angiographie als routinemäßige Standard-Diagnostik, bereits 1992 erfolgte die erste digitale Kohlendioxid-Subtraktions-Angiographie (CO2-DSA), welche seitdem bei entsprechender Indikation regelmäßig angewandt wird. Zur weiteren interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Therapie von Blutungen, Gefäßkrankheiten, Malformationen und Tumoren ist eine gute und aussagekräftige Primärdiagnostik Grundvoraussetzung.

Das Ziel dieser Arbeit ist

1. die physikalischen Eigenschaften des Kohlendioxids und seine Auswirkungen bei der Applikation auf den menschlichen Organismus darzustellen,
2. eine kurze Übersicht der Geschichte und Entwicklung von der ersten Röntgenaufnahme bis zur Durchführung der digitalen CO2-Subtraktions-Angiographie (CO2-DSA) zu geben,
3. die Risiken, Komplikationen aber auch die Indikationen und Vorteile des Kohlendioxids als Kontrastmedium durch Studien und eigener Erfahrungen aufzuzeigen und
4. anhand von Bildern und Daten die Wertigkeit der CO2-DSA im Vergleich mit dem „Goldstandard“, der konventionellen Angiographie mit jodhaltigem Kontrastmittel darzustellen und seinen Nutzen für den klinischen Alltag zu belegen.

Insgesamt wurden die Ergebnisse und Erfahrungen von 803 CO2-Angiographien der Extremitäten und Organe der Abteilung für Radiologie des Klinikums Konstanz aus den Jahren 1992 bis 2005 sowie die Ergebnisse einer Medline-Recherche bis zum aktuellen Datum im Rahmen dieser Arbeit ausgewertet.


Kurzfassung in Englisch

The "gold-standard" in the diagnostic and interventional radiology is the conventional angiography with a contrast medium. RAUTENBERG et al. was the first who used air during an x-ray examination for a better contrast of organs like liver, kidney or the diaphragm. After the implementation of the digital subtraction angiography (DAS) in 1982 it was technical possible to visualize air or any kind of gas intravascular. The aim of this study is to describe 1. the physical characteristics and the impact of intravascular carbon dioxide to the human body. 2. the history and development of the first x-ray to the modern DSA. 3. the indication and advantages and also the risks and complications of carbon dioxide as a contrast medium 4. the value of carbon dioxide angiography compared to contional angiography.


SWD-Schlagwörter: Angiographie , Kohlendioxid
Freie Schlagwörter (deutsch): CO2-Angiographie , Komplikationen
Freie Schlagwörter (englisch): CO2-Angiography , complications
Institut: Radiologische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Beck, Andreas (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.03.2009
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 30.06.2009
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