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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-65818
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6581/


Flacker, Stefan Marco

Der Einfluss von Sildenafil auf atemphysiologische Kenngrößen bei körperlicher Belastung

The effect of sildenafil on respiratory parameters during physical exertion

Dokument1.pdf (1.282 KB) (md5sum: b241becbf407898c2b96f61b25987026)

Kurzfassung in Deutsch

Der PDE-5-Hemmer Sildenafil wird außer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion seit einigen Jahren aufgrund seines dilatativen Effektes auf die Gefäße der Lungestrombahn auch in der Therapie der pulmonalen Hypertonie erfolgreich eingesetzt. In einer spiroergometrischen Studie wurde kürzlich ein positiver Effekt von Sildenafil auf die Ausdauerleistungsfähigkeit unter Höhenbedingungen nachgewiesen. Unsere Forschungsarbeit ging der Frage nach, ob Sildenafil auch unter normalen Belastungsbedingungen einen Effekt auf leistungsphysiologische und respiratorische Kenngrößen ausübt. Hierzu wurden 27 durchschnittlich trainierte, gesunde Probanden im Alter von 19 bis 32 Jahren je dreimal zu einer standardisierten Fahrradspiroergometrie einbestellt. Die erste Belastung diente der Gewöhnung an den Versuchsaufbau. Vor der zweiten und dritten Ergometrie wurde den Probanden randomisiert in doppelt-verblindeten Kapseln entweder Placebo oder 50 mg Sildenafil oral verabreicht, sodass jeder Studienteilnehmer jeweils beide Präparate einnahm. Während des stufenförmigen Belastungstests (+ 50 Watt alle drei Minuten) erfolgte eine kontinuierliche Atemgasanalyse mittels respiratorischem Massenspektrometer. Des Weiteren wurden in regelmäßigen Abständen Blutlactatkonzentration, Herzfrequenz und subjektiver Erschöpfungsgrad (RPE) bestimmt, sowie kapilläre und venöse Blutgase analysiert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels ANOVA und paarigem t-Test.

VO2max und maximal erreichte Leistung, als wichtigste leistungsdeterminierende Größen, unterschieden sich bei den Belastungen nach Sildenafil-Einnahme nicht signifikant von denen nach Einnahme des Placebo-Präparates. Von den respiratorischen Messwerten wiesen lediglich die endexspiratorischen Gaskonzentrationen einen Unterschied auf. Eine Erklärung für die nach Sildenafil-Einnahme niedrigere FETO2 (p < 0,001) und tendenziell höhere FETCO2 (p < 0,06) würde folgende Hypothese liefern: Sildenafil könnte durch eine generalisierte Vasodilatation in der Lunge eine verhältnismäßig zu starke Perfusion schlecht ventilierter Alveolen hervorrufen. Um diesen Shuntfluss auszugleichen, müssten O2-Ausschöpfung und CO2-Abgabe in den gut ventilierten Arealen ansteigen. Die Tatsache, dass Sildenafil unter Raumluftbedingungen die Ausdauerleistungsfähigkeit von durchschnittlich trainierten, gesunden Probanden weder im positiven noch im negativen Sinne beeinflusst, macht dessen Anwendung in leistungsphysiologischer Hinsicht unbedenklich. Um festzustellen, ob dies auch für ausdauertrainierte Hochleistungssportler zutrifft, sollten jedoch weitere Untersuchungen mit einem solchen Probandenkollektiv durchgeführt werden.


Kurzfassung in Englisch

The PDE-5 inhibitor sildenafil is not only indicated for the treatment of erectile dysfunction, but since several years also used in therapy of pulmonary hypertension because of causing pulmonary vasodilatation. In a recently performed cycle ergometry study a positive effect of sildenafil on maximal exercise capacity under hypoxia has been proven. The aim of our research was to investigate the effects of sildenafil on exercise and respiratory parameters under normoxic air conditions. Therefore 27 healthy, ordinarily trained male participants between 19 and 32 years old underwent three cycle ergometries with spirometry. The first run served as acclimatisation to the experimental set-up. Before undergoing the second and third ergometry the participants took either placebo or 50mg sildenafil in a randomized, double-blind crossover design. During the cascaded ergometry (+ 50 watt every 3 minutes) a continuous breath-by-breath analysis by the use of mass spectrometry was performed. Furthermore blood lactate concentration, heart rate, rate of perceived exhaustion (RPE) and capillary and venous blood gases were analysed in intervals. For statistical evaluation ANOVA and paired t-test were used.

The VO2max und the maximal exercise performance showed no significant difference between sildenafil and placebo. Among the respiratory values just the end-expiratory gas concentrations exhibited a difference. FETO2 after having taken sildenafil was lower (p < 0,001) and FETCO2 higher (p < 0,06) than after having taken placebo. The following hypothesis would provide an explanation therefore: by its generalised vasodilatation in the lung, sildenafil could evoke a proportionally too strong perfusion of poorly ventilated alveoles. To compensate this shunt flow, the O2 uptake and the CO2 exhalation of the well ventilated areas would have to increase. The fact that sildenafil doesn’t influence the exercise capacity of healthy, ordinarily trained probands under normoxic air conditions neither in a positive nor in a negative sense, makes its use inoffensive in view of exercise physiology. To determine if this also applies for endurance trained high-performance athletes further studies with appropriate probands should be performed.


SWD-Schlagwörter: Sildenafil , Fahrradergometrie , Atmung
Freie Schlagwörter (englisch): sildenafil , cycle ergometry , respiration
Institut: Medizinische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Röcker, Kai (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 08.06.2009
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