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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-67831
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6783/


Eiberg, Claudia Agnes

Die Behandlung oberflächlicher kindlicher Verbrennungen und Verbrühungen an der Universitätsklinik Freiburg : Biobrane vs. Flammazine ; eine retrospektive Studie mit klinischer Nachuntersuchung

Treatment of burn and scald injuries in children at the University hospital of Freiburg

Dokument1.pdf (1.477 KB) (md5sum: 189b1bd5fddca50996b18d1be6d974ac)

Kurzfassung in Deutsch

In der Kinderklinik der Universität Freiburg fand in Kooperation mit der Abteilung für Plastische und Handchirurgie in den 1990er Jahren ein Wechsel in der Behandlung oberflächlicher Verbrennungen und Verbrühungen statt. Die Lokaltherapie mit Flammazine® wurde auf eine Therapie mit der Kunsthaut Biobrane® umgestellt, in dem Wunsch die Therapie zu verbessern. Ziel war die Optimierung der narbenfreien Abheilung und die Verbesserung der Wund- und Patientenversorgung in der Akutsituation. Die Wundverhältnisse in der Akutphase sind bei der Behandlung kindlicher Verbrennungen oder Verbrühungen von entscheidender Bedeutung, da Kinder zu vermehrter Narbenbildung und persistierender Pigmentänderung neigen, auch bei oberflächlichen thermischen Schäden. Die Kunsthaut hatte sich in vorangegangenen Studien als schmerzarme Therapiemethode mit guter Adhärenz und guten Wundverhältnissen für eine physiologische Abheilung gezeigt bei gleichzeitiger Verkürzung der stationären Verweildauer.
In der vorliegenden retrospektiven Arbeit mit klinischer Nachuntersuchung werden epidemiologische Daten analog zu mehreren internationalen Studien gesehen. Auffällig ist nur der überdurchschnittliche Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Ursächlich könnte eine andere häusliche Situation mit erschwerter Aufsichtspflicht oder eine größere Bereitschaft zur Vorstellung in einer Klinik bei stattgefundener thermischer Verletzung sein. Eine Verbesserung in der Akutsituation wurde auf den Gebieten der nötigen Analgesie, des Wundstatus und der Kosten der Wundversorgung erreicht. Biobrane reduziert den Schmerzmittelbedarf, zeigt reizlosere Wundverhältnisse bei sehr guter Adhärenz und ist kostengünstiger als eine Wundversorgung mit Flammazine®. Auffällig war eine verstärkte Suppuration unter Flammazine®, welche so in der Literatur noch nicht beschrieben wurde. Die stationäre Verweildauer ist in beiden Gruppen vergleichbar, trotz besserer Wundverhältnisse und geringerem Schmerzmittelbedarf unter Biobrane®. Ebenso war die Infektionsrate in beiden Gruppen vergleichbar. Es werden zwar unter beiden Therapiemethoden weniger häufiger Narben und weniger Pruritus gesehen als in vergleichbaren Arbeiten. Aber in beiden Therapiegruppen ist der Anteil des narbigen Abheilens nahezu identisch, so dass die gewünschte Verbesserung des narbenfreien Abheilens durch die Therapieumstellung nicht erreicht wurde. Im Bereich der Pigmentierung zeigt sich unter Biobrane® häufiger eine permanente Pigmentänderung nach narbenfreier Abheilung als unter Flammazine®. Die Salbenbehandlung führt hingegen häufiger zu inadäquater Pigmentierung unter Sonneneinstrahlung. Weder für Flammazine® noch für Biobrane ® ist bisher ein Effekt auf menschliche Melanozyten beschrieben worden. Gründe für den fehlenden Nachweis der Überlegenheit einer Therapiemethode im Bereich des narbenfreien Abheilens könnte das Fehlen eines Unterschiedes sein und damit eine Bestätigung der Aussage von Spurr et al., dass unterschiedliche Wundauflagen keinen Einfluss auf die definitive Abheilung haben.


Kurzfassung in Englisch

In the 1990s the treament of superficial burn and scald injuries in children was changed at the university hospital Freiburg to improve wound healing and decrease pain. Instead of silver sulfadiazine cream (Flammazine® ) the synthetic wound dressing Biobrane® was used. This retrospective and clinical study investigate the duration of hospital stay, the need of analgetic, frequency of infection and the constitution of the burn and scald burns in the initial situation. In a clinical examination the pigmentation of the scar-free areas was assessed. Scars were evaluated with the Vancouver Scar Scale. Beyond that, subjective ailments like pain and pruritus were assessed.
The treatment with Biobrane® decreased the use of analgetics, improved the initial wound status and is less expensive. The duration of hospital stay and frequency of infections were similar in both treatment groups. In both groups the children showed an equal incidence of scars. After use of Biobrane® children developed a permanent changing in pigmentation more often. Patients treated with Flammazine® showed a inadaquate pigmentation after exposition to the sun more often. All patients were free of pain.


SWD-Schlagwörter: Verbrennung <Medizin>
Freie Schlagwörter (englisch): burn
Institut: Chirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Stark, Björn ( Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.06.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 29.07.2009
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