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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-68914
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6891/


Günsch, Dominik

Reperfusion am ischämischen Hinterlauf im Kaninchenmodell : Methodenentwicklung zur Bestimmung der Muskelvitalität und der Ödemformation

Reperfusion of the ischemic hindlimb in a rabbit model : development of methods to evaluate muscle cell vitality and edema formation

Dokument1.pdf (6.167 KB) (md5sum: 82368380835a554495debac07c8f7ee4)

Kurzfassung in Deutsch

Der akute Gefäßverschluss stellt einen der häufigsten Notfälle in der Herz- und Gefäßchirurgie dar. Trotz erfolgreicher Gefäßrekanalisation ist eine erhöhte postinterventionelle Mortalität und Morbidität zu verzeichnen. Grundlage dieser Komplikationen ist das Ischämie-Reperfusionssyndrom. Dieses fasst einen lokalen Schaden in Form eines Reperfusionsödems und systemische Komplikationen in Form des myonephropathisch-metabolischen Syndroms zusammen. Eine vielversprechende Therapie ist die sogenannte kontrollierte Reperfusion vor Freigabe des systemischen Blutflusses. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Frage, ob die kontrollierte Extremitätenreperfusion der systemischen Reperfusion in Bezug speziell im Hinblick auf die Muskelvitalität und die Ödemformation überlegen ist. Ziel der Arbeit war es, Methoden zur Evaluation der genannten Parameter zu entwickeln und mit bereits etablierten Methoden zu vergleichen.
Dazu wurde bei Kaninchen eine fünfstündige Ischämie des linken Hinterlaufs induziert, die rechte Extremität diente als individuelle Kontrolle. Nach der Ischämie schloss sich wahlweise entweder eine systemische oder eine kontrollierte Reperfusion an. Am Versuchsende wurde beidseits der M. tibialis ant. explantiert und nativ einer Vitalitätsbestimmung mit TTC zugeführt. Gewebeproben des M. soleus wurden in flüssigem Stickstoff tiefgefroren und mit MTT auf ihre Vitalität hin untersucht. Das Reperfusionsödem wurde durch die Bestimmung des Muskelgewichts nach Trocknung sowie durch ein histomorphometrisches Verfahren evaluiert.
In der Vitalitätsbestimmung mit der TTC- und mit der MTT-Methode zeigte sich kein Unterschied sowohl zwischen ischämischer Extremität und Kontrollextremität als auch zwischen den Versuchsgruppen. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass die in dieser Studie entwickelte MTT-Methode ein verlässlicheres Verfahren als die TTC-Methode darstellt. Die Gesamtwassergehalt-Bestimmung durch Trocknung des Muskels lieferte Werte, die sich zwischen den Gruppen nur gering unterschieden. Die Evaluation des Ödems durch das histomorphometrische Verfahren zeigte hingegen signifikante Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen.
Mit den durchgeführten Versuchen konnte keine Überlegenheit der kontrollierten gegenüber der systemischen Extremitätenreperfusion konstatiert werden. Die neu entwickelte Methode zur Vitalitätsbesimmung bietet sich bei der Fortführung der Studie als Standardmethode und die histomorphometrische Ödemevaluation als ergänzendes Verfahren an.


Kurzfassung in Englisch

The acute vascular occlusion is one of the most common emergency situations in cardiovascular surgery. Despite successful recanalisation there is a high risk of post-interventional complications caused by the Ischemia/Reperfusion-Syndrome which includes local (reperfusion injury) and systemic complications (myonephropathic-metabolic syndrome). A promising therapy is the so called controlled reperfusion prior to restoring the systemic blood flow. This doctoral theses concerns if the controlled reperfusion is superior to the systemic hindlimb reperfusion in a rabbit model especially focusing on muscle vitality and formation of edema. New methods to assess muscle vitality and formation of edema were developed and compared to the established protocols.
In a rabbit model an ischemia of the left hindlimb was induced. The right hindlimb served as individual control. After five hours of ischemia either controlled or systemic reperfusion was performed. After reperfusion the anterior tibial muscles were dissected. Muscle cell vitality was evaluated with TTC. Cryosamples of the soleus muscles were evaluated using the MTT-protocol. Muscle edema was evaluated by determining the overall water content and histomorphometry.
There was no difference in muscle cell vitality either between groups or compared to the control extremity. We could demonstrate that the new MTT protocol is a reliable method, superior to the established TTC protocol in evaluating muscle cell vitality. The determination of the overall water content only showed minor differences between the groups. Interstitial edema formation differed significantly between groups in the histomorphometry.
A superiority of the controlled over the systemic reperfusion cannot be detected. Further investigations of the reperfusion injury in this animal model should use the new MTT protocol to asses cell vitality and histomorphometry additionaly to assess the formation of muscle edema.


SWD-Schlagwörter: Ischämie , Reperfusion , Ödem , Skelettmuskel , Vitalität
Freie Schlagwörter (deutsch): Tetrazoliumfarbstoffe , TTC , MTT , Ischämie-/Reperfusionssyndrom
Freie Schlagwörter (englisch): Ischemia , Reperfusion-Injury , Edema , Muscle Cell Vitality , Tetrazolium Dyes
Institut: Chirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Beyersdorf, Friedhelm (Prof. Dr. Dr. h.c.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.03.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 05.10.2009
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