Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-69366
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6936/


Speck, Tobias

Quod omnes tangit : Rezeption als ekklesiologisches Phänomen bei Matthäus Romanus und Wilhelm von Ockham

Quod omnes tangit : reception as an ecclesiological phenomenon in the works of Matthaeus Romanus and William of Ockham

Dokument1.pdf (2.409 KB) (md5sum: ee85b0eebd4a427ebd39788b60ca580e)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorliegende Arbeit behandelt aus einem historischen Kontext heraus die in den vergangenen Jahren in der Theologie heftig diskutierte Frage, ob und inwieweit für die Verbindlichkeit einer kirchlichen Lehraussage oder Vorschrift die Zustimmung der Gläubigen von Belang sei.
Der anfangs erarbeitete Rezeptionsbegriff wird auf die Texte zweier mittelalterlicher Autoren bezogen, zum einen auf die politischen Werke des Theologen Wilhelm von Ockham, zum anderen auf einen Gesetzeskommentar des Kanonisten Matthäus Romanus zu den „Clementinae“. Beide Autoren beziehen in ihren Texten in der kirchenpolitisch bewegten Zeit des 14.Jahrhunderts Stellung zu Autorität und Gehorsam, Tradition, Rezeption und Wahrheit und dem Verhältnis von Kirchenvolk und Klerus.
Die Arbeit stellt zunächst die Personen und ihre Werke vor und macht vor allem für Wilhelm von Ockham den biographischen Hintergrund seiner ekklesiologischen Option deutlich.
Vor diesem Hintergrund wird die Ekklesiologie beider Autoren in Gemeinsamkeiten und Unterschieden dargestellt. Im Anschluss daran verdeutlicht die Arbeit die unterschiedlichen Akzentsetzungen der mittelalterlichen Autoren anhand ihrer Stellung zu den geistlichen Gütern, welche die Kirche pflegen soll: Wahrheit, Glaube und Gesetz. Im Mittelpunkt steht hierbei die Auseinandersetzung mit der „plenitudo potestatis“, der dem Papst zugeschriebenen Machtfülle, welche von Wilhelm von Ockham problematisiert wird. Es zeigt sich, dass die Reaktionsmöglichkeiten, welche die Autoren den Gläubigen auf eine autoritative Entscheidung hin zugestehen, im Einklang mit ihrer Ekklesiologie und der jeweiligen Stellung von Recht und Glaubenswahrheit stehen. Während der Kanonist den Gehorsam gegenüber dem Amtsträger an die erste Stelle stellt und die Bedeutung der Rezeption damit marginalisiert, gesteht Wilhelm von Ockham den Gläubigen die Prüfung des Wahrheitsgehalts einer Entscheidung und gegebenenfalls Maßnahmen bis hin zum aktiven Widerstand dagegen zu.
Den Schluss der Arbeit bildet die Erörterung einiger aus der historischen Erarbeitung gewonnener Einsichten im Blick auf die gegenwärtige dogmatische und kirchenrechtliche Diskussion, wobei die Grundoptionen ekklesiologischen Denkens deutlich werden.


Kurzfassung in Englisch

There has been in past years much discussion in theology whether and to which extent the acceptance by the faithful is important for the binding character of an ecclesiastic statement or rule. This dissertation examines this question in a historical context.
The texts of two medieval authors who strived to clarify the relations between authority and obedience, tradition, reception and truth, clergy and laity in the exciting context of 14th-century church politics are examined in relation to the term of reception as defined at the beginning of the dissertation: The political works of the theologist William of Ockham and the canonist Matthaeus Romanus' commentary on the laws of Pope Clemens Vth. Their lives and works are shortly depicted as a biographical background to their particular ecclesiological attitude. Their ecclesiology is then described, showing both similarities and differences. This is followed by a description of the Middle Age authors’emphasis on their attitude towards the clerical goods the Church seeks to maintain: truth, faith and law. The focus lies on their view of the pope's "plenitude of power", examined in particular by William of Ockham.
Consistent with their ecclesiology and their ideas of the relative positions of law and truth, the two authors concede different possible responses to the believers when confronted with a decision of the Church authorities. Matthaeus Romanus emphasizes obedience and marginalises reception. William of Ockham on the other hand grants the individual the right to examine the authoritative decision and to act freely according to the individual's insight. This may even lead to active resistance.
Some of these lines of thought are then applied to recent discussions in dogmatics and canon law pointing out some fundamental concepts of ecclesiology.


SWD-Schlagwörter: Rezeption , Ekklesiologie , Mittelalter , Ockham, Wilhelm von , Kanonistik , Kirchengeschichte
Freie Schlagwörter (englisch): reception , acceptance , canon law , ecclesiology , Ockham
Institut: Institut für Systematische Theologie
Fakultät: Theologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Christliche Theologie, Christentum
Dokumentart: Dissertation
Schriftenreihe: Freiburger Dissertationsreihe
Band Nummer: 20
Erstgutachter: Walter, Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.07.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 27.10.2009
Bemerkung: Printversion im Buchhandel erhältlich unter ISBN 978-3-7930-5054-4 (Verlag Rombach, Freiburg i. Br.) als Band 20 der 'Freiburger Dissertationsreihe'
Indexliste