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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-71359
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7135/


Schnelle, Pascal

Asset Pricing bei heterogenen Erwartungen : Analyse der Auswirkungen von heterogenen Erwartungen auf Wertpapierpreise und Wertpapierpreisbewegungen

Asset Pricing under the assumption of heterogeneous expectations

Dokument1.pdf (2.300 KB) (md5sum: 3ed1ce4d2a8bf113643d3a860ed0dba4)

Kurzfassung in Deutsch

Die neoklassische Kapitalmarkttheorie und die ihr zugeordneten Standard-Asset-Pricing-Modelle gehen grundsätzlich von homogenen Erwartungen der Marktteilnehmer aus. Erst der Kunstgriff dieser rigiden Prämisse ermöglicht die mathematisch einfache Herleitung von Marktgleichgewichten und das Treffen eindeutiger Aussagen über das hypothetische Verhalten von Wertpapierpreisen und Wertpapierpreisentwicklungen. Das tatsächliche Marktverhalten der Akteure auf Kapitalmärkten ist hingegen nicht mit der Homogenitätsannahme vereinbar. So ist auf realen Märkten von unterschiedlichen Erwartungen der Marktteilnehmer auszugehen. Folglich stellt sich im Gegensatz zur Homogenitätsannahme die Annahme von heterogenen Erwartungen der Marktteilnehmer in Kapitalmarktmodellen als wesentlich realitätsnäher dar.
Vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Problematik der neoklassischen Kapitalmarkttheorie erscheint es als logische Konsequenz, dass sich in einigen Bereichen der Kapitalmarktforschung Theorien etablieren konnten, die standardmäßig von heterogenen Erwartungen der Marktteilnehmer ausgehen. Auch für zukünftige Entwicklungen der Kapitalmarktforschung ist davon auszugehen, dass in immer mehr Bereichen Kapitalmarktmodelle entwickelt werden, die als Fundamentalprämisse heterogene Erwartungen der Marktteilnehmer unterstellen.
Der Ansatzpunkt des vorliegenden Forschungsbeitrages ist zunächst die generelle Frage: Welche Auswirkungen besitzen heterogene Erwartungen auf Wertpapierpreise beziehungsweise Wertpapierpreisbewegungen? Gerade in jüngster Zeit erscheint eine Vielzahl an Studien, die sich dieser Thematik zuwenden oder versuchen, bestimmte Kapitalmarktphänomene mit heterogenen Erwartungen zu begründen.
Bisher mangelt es im wissenschaftlichen Schrifttum aber an einem Rahmenwerk, welches sich dem gesamten Forschungsbereich Kapitalmarkttheorie bei Erwartungsheterogenität zuwendet, in dem sämtliche bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich systematisiert und analysiert werden. Ein solches Rahmenwerk soll die vorliegende Arbeit bieten.
Im Zentrum der Untersuchungen steht dabei Millers (1977) Theorie heterogener Erwartungen. In seiner ursprünglichen Form stellt es sich als ein einfaches verbales und eingängiges Modell dar, welches dennoch zu bedeutsamen Erkenntnissen führt, die bei der Betrachtung von Wertpapierpreisen und -renditen zu berücksichtigen sind. Millers Theorie ist den Preisoptimismus Modellen zuzuordnen. Diese gehen grundsätzlich davon aus, dass aus divergierenden Erwartungen und begrenztem Angebot von Wertpapieren ein Preis resultiert, der von einer Minderheit der optimistischen Investoren determiniert wird. Fraglich ist aber, wie sich eine solche Konstellation im Zeitablauf verhält. Hierauf möchte die vorliegende Arbeit mit der Entwicklung eines eigenen Ansatzes zu heterogenen Erwartungen im intertemporalen Kontext eine Antwort leisten. Des Weiteren rücken bei der Berücksichtigung von Erwartungsheterogenität andere Gegebenheiten wie Marktfriktionen in den Vordergrund der Betrachtung, die bei der Annahme homogener Erwartungen keine Rolle spielen. So erhalten im Lichte heterogener Erwartungen Leerverkäufe beziehungsweise Leerverkaufsrestriktionen Einfluss auf Preise respektive Preisbewegungen. Im Rahmen des Anspruchs, einen vollständigen Überblick zur Kapitalmarkttheorie bei Erwartungsheterogenität zu bieten, ergibt sich für die vorliegende Arbeit folglich die Notwendigkeit, das Augenmerk auf Gegebenheiten und Sachverhalte zu lenken, die erst bei heterogenen Erwartungen für Marktpreise Relevanz erlangen.
Das Ziel der vorliegenden Arbeitet leitet sich unmittelbar aus der oben beschriebenen Problemstellung und dem Fehlen eines Rahmenwerks zur Kapitalmarkttheorie bei heterogenen Erwartungen der Marktteilnehmer ab. Dabei ergeben sich im Wesentlichen vier aufeinander aufbauende Zielsetzungen, die sich wie folgt formulieren lassen:
1: Theoretische Fundierung der Erwartungsheterogenität auf Kapitalmärkten
2: Theoretische Analyse der Heterogenität auf Kapitalmärkten
3: Theoretische Analyse der Auswirkungen von heterogenen Erwartungen auf Wertpapierpreise und Wertpapierpreisbewegungen
4: Entwicklung einer dynamischen Theorie heterogener Erwartungen


Kurzfassung in Englisch

This dissertation provides a full framework of asset pricing under the assumption of heterogeneous expectations.
In the main focus is Miller’s (1977) theory of heterogeneous expectations. All premises, aspects and previous empirical work on Miller’s (1977) overvaluation hypothesis are illuminated.
Upon this theory a dynamic theory of heterogeneous expectations is developed to show how prices are affected by disagreement among investors in an intertemporal setting.


SWD-Schlagwörter: Kapitalmarkttheorie
Freie Schlagwörter (deutsch): heterogene Erwartungen , homogene Erwartungen , Miller (1977) , Überbewertung , Überbewertungsthese , Investorheterogenität , Erwartungsheterogenit
Freie Schlagwörter (englisch): heterogeneous expectations , Miller (1977) , disagreement , divergent expectation , overvaluation , homogeneous expectations
Institut: Betriebswirtschaftliches Seminar
Fakultät: Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Heinz Rehkugler (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.12.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 08.01.2010
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